• CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER
  • CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER

Fliesen richtig bemustern

Formate, Design oder Abriebklassen: Wir lassen Sie bei der Fliesenwahl nicht allein. Unser kleiner Ratgeber hilft, wenn Sie Ideen & neue Fliesen brauchen.
In diesem Artikel
Das richtige Design
Format: Große oder kleine Fliesen?
Abrieb und Trittsicherheit
Die Fliesen-Ausstellung
So tappen Sie nicht in die Kostenfalle
fliesen-via-dreiecke

Sie bauen oder renovieren gerade Ihr Haus oder die Wohnung und wissen schon ganz genau, welche Fliesen Sie in Flur, Bad oder Küche verlegen wollen? Herzlichen Glückwunsch, Sie gehören zu den wenigen Glücklichen! Wer noch keine konkrete Vorstellung hat, wie später alles aussehen soll, der hat beim Bemustern – sprich: Auswählen und Aussuchen der passenden Fliesen - die Qual der Wahl. Die enorme Vielfalt an Formen, Farben, Fliesenideen, Materialien und Eigenschaften wie Rutschfestigkeit und Abrieb haben schon so machen Bauherren zum Verzweifeln gebracht.

Das richtige Design

Als erstes gilt es herauszufinden, welche Art von Fliesen Sie bevorzugen. Für die richtigen Fliesenideen ist entscheidend, ob Sie sich Ihr neues Badezimmer als edlen Wellness-Tempel vorstellen oder ob Sie sich doch eher nach einem fröhlichen und hellen Familienbad sehnen. Jedes für sich setzt natürlich unterschiedliche Fliesen voraus. Gleiches gilt für Fliesen in Flur oder Küche.

Wer noch gänzlich unsicher ist, sollte sich in Erinnerung rufen, welcher geflieste Raum ihm in letzter Zeit besonders gefallen hat. Das kann der Flur oder die Küche während eines Besuchs bei Freunden genauso sein, wie das Bad während eines Hotelbesuchs. Wer hier nicht weiter kommt oder das Thema vertiefen will, dem stehen als weitere Inspirationshilfe eine Vielzahl an Büchern, Wohn- und Architekturzeitschriften und natürlich auch unsere Website als Inspirationsquelle zur Verfügung.

Sammeln Sie hier Bilder, Ideen oder Einrichtungskonzepte mit Fliesen, die Ihnen gefallen und legen Sie sich am besten ein kleines Ideen-Dossier an. Mit ihm finden Sie relativ schnell heraus, welche Art von Fliesen Sie bevorzugen – sei es die dezente Terrakotta-Fliese oder doch lieber das Hochglanz-Mosaik mit Glassteinen in leuchtenden Farben.

Da Fliesen für einen langen Zeitraum halten sollen, wir sprechen hier von 15 Jahren und mehr, sollten Sie sich in Farbe und Form sehr sicher sein. Hier kann es hilfreich sein, die vorab gesammelten Fliesen-Ideen nach ein oder zwei Wochen noch einmal anzuschauen und auf sein Gefühl zu hören, ob die bisherigen Fliesen-Favoriten noch immer gefallen. Wenn Sie schon nach kurzer Zeit Zweifel haben, können Sie sicher sein, dass Ihnen das Design nach fünf Jahren erst recht nicht mehr gefällt.

Format: Große oder kleine Fliesen?

hausdesjahres-2009-uhl7

Welche Fliesengröße zum letztendlich gewählten Design am besten passt, hängt jeweils vom individuellen Geschmack und dem Raum ab, in denen die Fliesen verlegt werden sollen. Von kleinen Mosaik-Fliesen mit wenigen Zentimetern Kantenlänge reicht die Auswahl bis zu echten XXL-Fliesen mit 3 x 1 Meter Ausmaß.

Als Faustformel lässt sich sagen, dass große Fliesen einen Raum ruhiger erscheinen lassen als kleine Mosaikfliesen. Gleiches gilt auch für rechteckige Fliesen gegenüber ausgefallenen Sonderformen. Der Trend geht in den letzten Jahren vor allem in Richtung großer Formate wie 30 x 60 cm - die kleine Räume außerdem optisch vergrößern. Besprechen Sie sich hier am besten mit Ihrem Fliesenleger. Er kann individuelle Tipps für die Verlegerichtung im Raum geben. Auch gibt er Auskunft, wie weit der Untergrund für sehr großformatige Fliesen angepasst werden muss – was meistens einen gewissen Aufpreis mit sich bringt.

Abrieb und Trittsicherheit

Neben den ästhetischen Gesichtspunkten soll ein Fliesenboden natürlich auch funktionale Eigenschaften mitbringen. Allen voran soll er robust, pflegeleicht und langlebig sein. Hier ist die Abriebklasse entscheidend: Man teilt mit ihr Fliesen in fünf Gruppen ein, wobei Fliesen mit "Abrieb 5" am robustesten sind. Aber auch schon Fliesen ab "Abrieb 3" können problemlos im gesamten Wohnbereich eingesetzt werden. Für Küchen oder andere stark beanspruchte Bereiche empfehlen sich höhere Abriebklassen.

sw201011003_grueter

In Sachen Langlebigkeit bringen durchgefärbte Fliesen einen entscheidenden Vorteil mit. Wenn sie beschädigt werden, zeigen sie selbst an der abgesplitterten Stelle noch das gleiche Farbbild. Sind Fliesen hingegen nicht durchgefärbt, können dort unschöne dunkle, helle oder andersfarbige Stellen zum Vorschein kommen. Meistens müssen sie dann aufwändig getauscht werden.

Weiteres wichtiges Auswahlkriterium für Fliesen ist neben Langlebigkeit die Sicherheit. Denn kein Bauherr möchte in seinem neuen, schön gestalteten Bad auf nassen Fliesen ins Rutschen kommen. Neben der Abriebklasse gibt es für die Klassifizierung von Fliesen die so genannte Trittsicherheits-Bewertungsgruppe. Sie teilt Fliesen in Sparten ein, die bis zur höchsten Gruppe "R13" reichen. Für den privaten Bereich sollten Fliesen mindesten zur Gruppe "R9" und höher gehören. So ist immer ein sicherer Tritt garantiert.

Die Fliesen-Ausstellung

Nachdem Sie sich mit dem Design und der gewünschtem Funktionalität und gegebenenfalls mit dem Format auseinandergesetzt haben, steht nun der Gang in die Fliesen-Ausstellung an. Hier sind Hunderte von Fliesen
ausgestellt: einmal lose, einmal als kleines gefliestes Quadratmeter-Beispiel oder sogar als ganzer Schauraum mit Möbeln. Anhand solcher Beispielflächen kann man die Fliesen einmal vis-à-vis auf sich wirken lassen. Scheuen Sie sich nicht, sich vom Personal zwei unterschiedliche Designs mit ein paar Fliesen nebeneinander auslegen zu lassen. Nur so lässt sich wirklich beurteilen, welche Fliese einem mehr gefällt.

Und noch ein kleiner Praxis-Tipp: Damit der neue Fliesenboden später mehr gefällt, als dass man ihn reinigen muss, sollten Sie gerade bei Bodenfliesen testen, wie schnell sich bei ihnen Fußabdrücke zeigen. Das gilt für helle wie auch für dunkle Fliesen. Je nach Beschaffenheit können nämlich schon trockene, aber staubige Schuhe ein unschönes Muster auf der Oberfläche hinterlassen. Gut, wenn sich das schon in der Musterausstellung herausstellt und nicht erst zu Hause, wenn der Boden gefliest sind.

5 Tipps zur Fliesen-Wahl


  • Machen Sie sich vorab ein Bild von Ihrer Wunschfliese oder einer Idee für Fliesen durch Anregungen aus Zeitschriften, Internet, Büchern oder bei Freunden.
  • Definieren Sie im Vorfeld, welche konkreten Anforderungen die Fliese hinsichtlich Abrieb, Trittsicherheit und Färbung mitbringen soll.
  • Messen oder rechnen Sie aus, wie viel Fläche gefliest werden muss. Vergessen Sie dabei nicht die Wände. Die Gesamtfläche ist die Basis für spätere Kosten und Sie wissen, ob sie Spielraum haben.
  • Bringen Sie bei Ihrem Fliesenleger in Erfahrung, ob für spezielle Größen – kleines Mosaik oder großes Format wie 30 x 60 cm – ein Aufpreis zu zahlen ist.
  • Definieren Sie bereits vor dem Kauf das Maximalbudget, das für den Fliesenkauf zur Verfügung steht.

 

So tappen Sie nicht in die Kostenfalle

Ist die richtige Fliese dann im gewünschten Format gewählt, sollten Sie beim anschließenden Kauf nicht in die Kostenfalle tappen. Wichtig ist, dass Sie sich über die Größe der später zu fliesenden Fläche im Klaren sein. Denn je nach Größe der Fläche macht es einen erheblichen Unterschied, ob es die Standardfliese für 20 Euro sein soll oder doch die Designfliese im Preis von 50 Euro. Selbst eine Fliese, die nur 10 Euro mehr kostet als die Standardfliese, schlägt bei einer Fläche von 100 Quadratmetern schon mit 1.000 Euro an Extrakosten zu Buche. Ruhiges, frühzeitiges Planen und Bemustern schützt somit vor unnötigen Kosten. Ebenso ist es beim Bauen oder Modernisierung immer ratsam, eine Reserve für Sonderwünsche einzuplanen. Mit ihr lässt sich im Zweifelsfall dann doch noch die perfekte - wenn auch teurere - Fliese problemlos realisieren.

Fotostrecken mit Fliesen: