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Andrea Boragno von Alcantara

Schön, aber pflegeleicht – deshalb, so erklärt Alcantara-Chef Andrea Boragno, ist sein Wunderstoff gerade bei den Deutschen besonders beliebt.
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Italiener sind berühmt für ihre blumig-poetische Sprache. Schaffen Sie es, Ihr Produkt in einem einzigen Satz zu beschreiben?

Es ist eine Mischung aus textiler und chemischer Technologie. Viele haben versucht, es zu imitieren, geschafft hat es keiner, spätestens beim Anfassen erkennen Sie plumpe Fälschungen. Was haben Sie übrigens gegen Poesie? Ich weiß ja nicht, was Sie sich unter einem Begriff wie "absolute Schönheit" vorstellen – eine Blüte vielleicht, einen Schmetterling, ein Gefühl? Meist schwingt ein Hauch Fragilität oder Vergänglichkeit mit. Und da fängt bei uns die Magie an – Sie bekommen etwas Kostbares, nämlich dauerhafte Schönheit. Diese Formel bewundert man an uns – und nicht etwa die Frage danach, was so alles in einem der Rohstoffe steckt. Gerade die Deutschen schätzen übrigens die Synthese aus Emotion und Rationalität, aus Eleganz und waschbarer Robustheit..

Das Beste zwischen Stoff und Leder?

Nein, wenn wir sagen, wir seien unvergleichlich, dann meinen wir das wortwörtlich so. Die Kombination von Eigenschaften kriegen Sie mit traditionellem Gewebe ebenso wenig hin wie mit Leder. Und das ist keine Theorie. Fragen Sie Ihre Frau, sie wird Ihnen vorschwärmen, dass unser Material sich im Sommer schön kühl anfühlt, im Winter aber nicht kalt. Das schafft sonst kein anderes Material – nicht umsonst finden Sie Alcantara auf einem Poltrona-Frau-Sofa auf Sardinien genauso wie auf einem Rolf-Benz-Sofa auf Sylt; oder in einem Ferrari ebenso wie in einem BMW, Porsche oder Volkswagen.

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Die Autoindustrie ist inzwischen Ihr Hauptkunde?

Rein mengenmäßig gesehen ja – aber Mode und Interieur sind ebenso wichtig. Die Zusammenhänge sind eben komplex wie unser Produkt. Noch immer liefert die Mode am schnellsten die stärksten ästhetischen Einflüsse. Die extrem hohen technischen Anforderun-gen rund um Autos verlangen bei uns ständig andauernde Forschungen und Weiterentwicklungen, deren Ergebnisse dann in Interieur-Ideen oder auch zurück in die Mode fließen. Umgekehrt werden Autoausstattungen immer wohnlicher. Da profitiert jeder von jedem und wir sind gerne überall mit überragender Qualität dabei. Dass wir zum Beispiel einen Blazer ohne Nähte oder ein Kleid mit Intarsien machen können und dass Sie Lampenschirme in Alcantara bekommen, das basiert auf Erfahrungen, die wir in den Innenräumen von Autos gesammelt haben.

Das Wohnen kann Zukunftstechniken aus dem Auto übernehmen?

Daran glauben wir, ja, da wird es in den kommenden Jahren aufregend Neues geben; etwa leichte, aber sehr stabile Stühle in sogenannter Sandwichtechnik. Auch sehr luxuriöse Bodenbeläge in ganz neuer Materialität werden kommen und bei Outdoormöbeln stehen wir kurz vor der Markteinführung. Es hat gewaltige Fortschritte in Sachen Farbechtheit und Wetterunempfindlichkeit gegeben. Auch dekorative Applikationen etwa an Fernsehern oder anderen technischen Geräten werden wir erleben, all das wird Ihnen helfen, Ihre Wohnumgebung persönlicher und eleganter zu machen; auch dies ist ein "Export" aus Automobilen – nackte Technik wird uns schon ziemlich bald sehr altmodisch vorkommen.

Sie selbst wohnen schon komplett in Alcantra?

Nicht hundertprozentig, darauf achtet meine Frau. Ich gehe mal in Gedanken durch: Bett und Betthaupt, selbstverständlich das Sofa; unsere geerbten Stühle sind neu mit Alcantara bezogen und an der Wand hängen Objekte, in die Alcantara wie eine Leinwand gespannt ist. Die habe ich mir von einem Straßenkünstler in New York bemalen lassen – das sieht sensationell aus!

Zur Person

Andrea Boragno leitet seit 2004 die Firma Alcantara und setzt auf die Weiterentwicklung durch massive technologische Forschung.

Alcantara

Alcantara basiert auf einem Patent aus Japan und wurde in den siebziger Jahren mit seiner höchst eigenen Haptik weltweit populär – als Modematerial ebenso wie als Bezugsstoff. Produziert wird es im mittelitalienischen Ort Nera Montoro (Umbrien).

Alcantara im Internet: www.alcantara.com

Das Interview wurde im Juni 2009 geführt.