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Dagmar Fritz von Baufritz

Baufritz-Chefin Dagmar Fritz glaubt an smarte Fertighäuser mit immer weniger Energieverbrauch und immer mehr Lebensqualität.
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Stimmt es, dass sich Ihr Bett bei gutem Wetter auf den Balkon hinausschiebt und Sie dann unter freiem Himmel schlafen?

Ja, das stimmt, damit habe ich mir einen Kindertraum erfüllt. Aber das können Sie auch, diese Technik bekommen Sie bei uns als Sonderausstattung, genau wie das Cabriodach, das sich je nach Wetter oder Stimmung leicht öffnen oder schließen lässt; kostet natürlich etwas, ist aber bautechnisch bei uns kein Problem. Planen Sie so etwas dagegen mal auf den klassischen Wegen!

Wollen Sie damit sagen: Fertighäuser können mehr als konventionell gebaute?

Wenn die Leute „Fertigbau“ hören, denken sie an ein Einheitshaus, dabei ist es inzwischen eher umgekehrt. Wir können neue Ideen viel leichter entwickeln und bauen, gerade weil wir die Standards schon alle vorgedacht haben und die Architekten sich aus einer Art Detailbibliothek herausgreifen können, was sie brauchen.

Der Trick ist, Häuser zu bauen wie Autos?

Wir sprechen von Architektenhäusern, die vorgefertigt werden. Dies hat immense technische Vorteile und darin stecken noch unendlich viele Möglichkeiten. Heizung, Lüftung und Licht zum Beispiel wandern doch immer stärker in Boden, Decke oder Wände. Das sollte man also nicht nur zusammen planen, sondern auch gleich zusammen bauen. Das machen wir heute in traditionellen Schreinerverbindungen, computergesteuert im Werk. Wenn Sie das Gleiche erst auf der Baustelle zusammenbringen, haben Sie riesige Toleranzen, die Sie ausgleichen müssen. Bei unserem Weg brauchen Sie keine Ausschäumungen mehr und sparen locker einen Eimer Schäumung pro Fenster. Rechnen Sie das mal hoch!

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Ist die Zeit für ökologische Themen eher besser oder schlechter geworden?

Besser, viel besser, Umwelt ist auf dem Weg zum Mainstream, würde ich sagen.Energetische Fragen und Ästhetik oder Sinnlichkeit sind keine Widersprüche mehr und durch die ganzen Diskussionen kommt vor allem das Holzhaus zu neuen Ehren! Wir bauen mit dem einzigen Rohstoff, der tatsächlich nachwächst. Ganz konkret: Wenn ich nur die bayerischen Wälder nehme, wächst darin das Material eines Hauses in acht Minuten nach.

Ist im Energieverbrauch noch was drin?

Das Dreiliter-Haus ist längst überholt, womit die Automobilbranche gerade erst anfängt, das haben aktuelle Häuser jedenfalls schon ein paar Jahre hinter sich – sie brauchen immer weniger Sprit. Mittlerweile sind wir bei nur noch einem halben bis einem Liter pro Quadratmeter und Jahr, um das Haus zu heizen – und das Ganze bei wunderbarem Raumklima. Wissen Sie, was mein Traum ist? Das völlig autarke Haus, das sich dort, wo es steht, völlig selbstständig versorgt. Jede Pflanze und jeder Baum macht uns das vor – das ist für mich ökologisch und das will ich noch erleben!

Haben Frauen eigentlich einen anderen Zugang zum Bauen?

Sie stellen grundsätzlich andere Fragen, glaube ich. Gesundheit und Ökologie sind für Frauen ja ohnehin nichts Theoretisches. Und wir kommen in vielen Dingen zu pragmatischen Lösungen. Gerade haben wir zum Beispiel ein sogenanntes Solarfenster eingeführt, eine Art Mischung aus großem Fenster und kleinem Wintergarten. Möglich wurde es dank unserer Erfahrung, auch mit riesigen Glasflächen umzugehen. Entscheidend ist für mich aber etwas ganz anderes: der Gewinn an Lebensqualität. Ich bekomme damit eine neue große Sitz- oder Liegefläche, auf der ich auch bei grauem Wetter wunderbar lesen kann..

Zur Person

Dagmar Fritz leitet im bayerischen Erkheim bei Memmingen die Fertighausfirma "Baufritz". Schwerpunkt: die Synthese von ökologischem Bauen und relaxtmodernem Lifestyle.

Baufritz im Internet: www.baufritz.com

Das Interview wurde im Oktober 2009 geführt.