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Kaufberatung Matratze: Expertentipps zum Matratzenkauf

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Grund genug, sich bei der Wahl der richtigen Matratze ein paar Gedanken zu machen. Außerdem beantwortet Boris Thomas, Geschäftsführer von Lattoflex, die wichtigsten Fragen zum Matratzenkauf.
Schlafendes Pärchen in einem Bett mit der Matratze "Muun"

Matratzen: Das kleine 1x1

"Wie man sich bettet, so liegt man." Bei keinem anderen Thema trifft diese Redensart so sehr zu wie bei der Matratze. Bedeutet unterm Strich: Wer, ohne sich zu informieren, irgendeine Matratze kauft, darf sich im Anschluss nicht über Rückenschmerzen oder "gerädertes" Aufwachen beschweren. Doch welche Matratze ist denn nun die richtige? Die Antwort: Das hängt davon ab. Diese Faktoren sind entscheidend:

Die Federkernmatratze ist nach wie vor der Klassiker unter den Matratzentypen. Sie lässt viel Luft durch und ist dadurch das ideale Modell für Menschen, die im Schlaf viel schwitzen. Aber auch Latex-, für große, schwere Menschen, und nicht zuletzt Allroundmatratzen aus Schaumstoff erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Am Ende haben alle das gleiche Ziel: gesunden, erholsamen Schlaf.

Um den gewährleisten zu können, bedarf es ein paar grundlegender Regeln: "In der Rückenlage passt sich die Matratze dem Körper so an, dass die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule erhalten wird", so Hans-Peter Brix, Matratzentestleiter von Stiftung Warentest in der Ausgabe 09/2016. "In der Seitenlage lässt sie die Schulter und das Becken so tief einsinken, dass sich zwischen Halswirbelsäule und Steißbein eine gerade Linie bildet."

Auf dem Weg dorthin, ist ein Blick auf die jeweilige Person unerlässlich: Größe, Gewicht, Körperform – alles Faktoren, die bei der Matratzenwahl maßgeblich eine Rolle spielen. So liegen kleine, leichte Menschen häufig auf einer anderen Unterlage besser als es große, schwere tun. Matratzenhersteller unterteilen ihre Produkte daher in fünf Härtegrade: von H1 (besonders weich) bis H5 (besonders fest). Grundsätzlich gilt: Umso schwerer der Mensch, desto härter die Matratze. Der Grund: damit der Körper besser gestützt wird. Achten Sie zudem darauf, dass sich bei Ihrer Matratze keine Liegekuhle bildet. Die verhindert nächtliche Bewegung und drängt den Körper in eine starre Haltung. Die Folge: Verspannungen bis hin zu möglichen Rückenschmerzen. Regelmäßiges Wenden kann dabei helfen, die Lebenserwartung einer Matratze zu erhöhen.

Exklusiv in Großbritannien gefertigte Matratze "Eve"

Undurchsichtig wird’s bei den Liegezonen: Während viele Matratzenhersteller damit werben, dass ihr Produkt über sieben verschiedene Zonen verfügt, halten andere mehr als drei kaum für sinnvoll (Quelle: Stiftung Warentest 09/2016). Auch der Lattenrost war in der letzten Zeit immer mal wieder Anstoß zur Diskussion. Galt bislang häufig die These, Matratzen benötigen einen passenden Lattenrost, setzt sich mittlerweile immer stärker die Meinung durch, dass das nicht stimmt. Fakt ist: Ein guter Lattenrost sorgt für ausreichend Belüftung im Bett, unterstützt die Matratze und erhöht den Liegekomfort. Sollten Sie das Gefühl haben, beim Liegen abzusinken, handelt es sich vermutlich um den falschen Rost und es bedarf weiterer Recherchebemühungen. Bleiben Sie auf jeden Fall dran – es lohnt sich!

Boris Thomas, Geschäftführer von Lattoflex, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Matratzenkauf

Jeder dritte Deutsche leidet unter Rückenschmerzen, gesunder Schlaf ist also besonders wichtig. Was kann eine Matratze dazu beitragen?

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Eine gute Matratze sollte stützen und Druck nehmen, um den Körper beim Schlafen zu entlasten. Ergonomie, Haltbarkeit und Material eines Produktes lassen sich überprüfen und mit einem Gütesiegel versehen. Ob eine Matratze medizinischen Anforderungen gerecht wird, bescheinigt zum Beispiel das unabhängige Gütesiegel der "Aktion Gesunder Rücken", kurz AGR. Doch das sagt über guten Schlaf wenig aus. Guter Schlaf ist nämlich wie ein Puzzle und hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur von der Druckminimierung durch eine Matratze. Temperatur und ein freier Kopf sind genauso wichtig wie Bewegungsfreiheit im Bett. Und das richtige Kissen als Kopfstütze gehört ebenfalls unverzichtbar dazu.

Also spielt die Matratze nur eine untergeordnete Rolle im Bett?

Sie ist ein Baustein im System, das aus Unterfederung und Matratze besteht. Gemeinsam unterstützen oder entlasten sie den Körper an den richtigen Stellen. Der Schulter- und Beckenbereich muss bei Seitenschläfern – und das sind die meisten Menschen – entlastet werden. Wer auf dem Bauch schläft, braucht eine großflächige Unterstützung, damit das Rückgrat nicht ungesund durchhängt.

Vom Strohsack über die Federkernmatratze zum Lattenrost – wie sieht die Zukunft des Schlafens aus?

Mein Großvater, ein Tischler, legte 1957 Holzlatten unter die Matratze, um die Schmerzen einer Schweizer Bekannten zu lindern, die an einem Bandscheibenvorfall litt. Die Idee funktionierte. Seitdem kümmern wir uns um Gesundheit, forschen, geben Schlaftests in Auftrag und haben den Lattenrost weiterentwickelt. Heute ersetzen Hightech-Flügelfedern aus Glas und Kohlefasern die Holzlatten, denn sie entlasten punktelastisch, das heißt, man kann auf kleinste Körperpartien flexibel reagieren. Im Moment arbeiten wir an einer neuen Unterfederung, die allerdings erst 2013 marktreif sein wird.

Was ist der Vorteil der Kombination Unterfederung plus Matratze?

lattoflex

So ein System passt in jeden Bettrahmen, sogar in einen niedrigen, ist also kompatibel mit jedem Design. Und flexible Unterfederungen lassen sich immer wieder neu einstellen. Was ist, wenn Sie zunehmen oder schwanger werden? Dann braucht man keine neue Matratze, sondern erhöht die Stützkraft im Bauchbereich und nimmt sie bei Bedarf einfach wieder raus.

Kann man beim Probeliegen ein gutes Bettsystem erspüren?

Probeliegen ist wissenschaftlich ein Unfug. Unser letzter Schlaftest mit 250 Probanden hat gezeigt: Die Unterfederung hat einen spürbaren Einfluss auf den Rücken. Aber erst nach drei Wochen weiß man, ob Unterfederung und Matratze zu einem passen, ob sie dem Rücken gut tun. Probeliegen, Gütesiegel, das alles dient lediglich unserem Bedürfnis nach Kaufsicherheit, garantiert aber keinen guten Schlaf.

Sichert der Preis Qualität? Was kostet ein gutes Bettsystem?

Wir wissen, dass der deutsche Bürger im Schnitt alle zwölf Jahre in ein Bettsystem investiert und dann 210 Euro für eine Matratze und 190 Euro für eine Unterfederung ausgibt – nicht viel für einen gesunden Schlaf, wenn man bedenkt, dass jeder Deutsche durchschnittlich 7,22 Stunden täglich im Bett verbringt, wie das Statistische Bundesamt belegt. Ganz klar, leidet man unter Rückenproblemen, ist man beim Discounter falsch. Eine solide Unterfederung bekommt man ab 1.000 Euro, eine gute Kaltschaummatratze ab 500 Euro.

Wie oft brauche ich ein neues Bett?

Eine Matratze sollte aus hygienischen Gründen alle sieben Jahre erneuert werden, mechanisch hält sie sogar zwölf, eine gute Unterfederung 20 Jahre lang.

Lattoflex im Internet: www.lattoflex.de

Das Interview führten wir im Oktober 2011.