Kamin – das muss man wissen

Ein Kamin sorgt sofort für Entspannung. Deshalb stehen Kamine und verschiedene Öfen wie Kachel- oder Pelletöfen bei Bauherren ganz oben auf der Wunschliste. Bei uns erfahren Sie alles über offene und geschlossene Kamine, die heizen, schick aussehen – und auf Wunsch sogar wasserführend sind.
Holzkamin "MCZ Plasma 85" mit einer großen Front aus Glas

Holzkamin "Plasma 85 Wood" von MCZ

In diesem Artikel
Jeder Kamin braucht einen Abzug
Kamin - offen oder mit Tür
Gläserner Kamin
Kamin zum Hängen
Dänischer Kaminofen
Unterschied zwischen Kaminofen und Speicherofen?!
Was ist ein raumluftunabhängiger Kaminofen?
Kaminöfen und Kamine als Heizsystem
Pelletofen – heizen mit Pellets statt Holz
Gaskamin
Kachelofen
Ausgewählte namhafte Anbieter und Hersteller:

Ein Kamin im Wohnzimmer - offen oder geschlossen - ist eine ganz heiße Sache. Doch so unterschiedlich Kamine aussehen, so verschieden sind ihre Funktionen. Man kann mit einem Kamin das Wohnzimmer warm halten, ihn an die Warmwasserbereitung anschließen, das gesamte Haus befeuern oder einfach nur die Flammen beobachten – ein Kamin als Lagerfeuer-Ersatz. Wir stellen die unterschiedlichen Modelle, ihre Funktionen und ihre Wirkungsweise vor.

Jeder Kamin braucht einen Abzug

Generell gilt: Jeder Kamin braucht einen Abzug. Ein Kamin ohne Abzug – also Schornstein - ist kein Kamin. Es gibt zwar noch Bioenthanol-Kamine, die tatsächlich ohne einen Abluftzug auskommen, doch da sie keinen Rauch entwickeln, gelten sie nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht als Kaminofen. Wie der Abzug auszusehen hat, klärt der Bezirksschornsteinfeger. Er ist für die bauliche Abnahme zuständig.

 

Kamin - offen oder mit Tür

Ein Kamin ausschließlich für den Knister-Effekt entspricht nicht mehr dem heutigen Anspruch auf Political Correctness gegenüber der Umwelt und der eigenen Gesundheit und sollte eigentlich tabu sein. Ein offener Kamin ohne Tür ist zwar noch fürs gelegentliche Feuern erlaubt, doch seine Feinstaub-Emission und Ökobilanz ist so verheerend, dass die Politik ihm die Luft zum Atmen nimmt: Ab 2024 ist endgültig Schluss damit, dann braucht jeder Kamin eine Tür, einen Filter gegen Feinstaub und ordentliche Emissionswerte – die Verordnung mit dem kryptischen Namen BImSchV (Bundesimmisionsschutzverordnung) schreibt die Werte vor. Eine Tür, die das Feuer im Kamin im Zaum hält, ist also Pflicht. Doch es gibt Tricks, um dem Feuer dennoch den richtigen Schein zu geben und ihm seine gemütliche Seite zu entlocken.

Gläserner Kamin

Dreiseitiger Kamin von Spartherm

Dreiseitiger Kamin von Spartherm

Als Faustregel gilt: Je mehr man vom Feuer sieht, desto höher der Gemütlichkeitsfaktor. Daher wirkt ein Kamin mit großer Glasfläche behaglicher als ein Kamin mit kleinem Guckloch. Den wohligsten Effekt erzielt man mit einem Kamin, der an drei Seiten mit Glas (Spezialglas in Form von Glaskeramik) bestückt ist – hier wirken die Flammen wie ein Lagerfeuer. Tipp: Wenn die Sichtfenster am Kamin dann noch ohne sichtbaren Griff auskommen – etwa weil er versenkt angebracht ist – wirkt das Feuer im Kamin noch authentischer, fast als ob der Kamin offen wäre. Angeboten werden Kamine mit einem Sichtfenster zum Hoch- und zum Seitwärtsschieben.

Kamin zum Hängen

Der Hängekamin stammt ursprünglich aus Skandinavien, setzt sich inzwischen aber auch hierzulande immer mehr durch. Die Vorteile sprechen für sich: Das Feuer in diesem Kamin lässt sich weiter oben im Raum platzieren, dadurch sinkt die Verbrennungsgefahr für Kinder und Tiere. Weiterer Pluspunkt: freie Platzwahl für den Kamin. Er muss nicht in der Ecke stehen, sondern kann zentral aufgehängt werden und rundum wärmen. Zudem gilt dieser Kamin als besonders rückenfreundlich – Feuern, Schüren und Reinigen im Bücken entfällt.

Dänischer Kaminofen

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Kaminofen "Moda / Modus 100" von Dan Skan, Topplatte wahlweise aus Speckstein, Sandstein oder auch Keramik.

Der dänische Kamin hat sich in wenigen Jahren zum Klassiker entwickelt. Er ist die Weiterentwicklung des klassischen Ofens, der mit einem größeren Sichtfenster ausgestattet wurde – das schafft mehr Gemütlichkeit. Außerdem hat der Kamin eine moderne Technik bekommen, selbstschließende Türen und eine Brennkammer, die den Wirkungsgrad erhöht.

Der dänische Kamin ist nicht fest eingebaut, im Zweifel macht er auch einen Umzug mit. Das Angebot auf dem Markt ist reichhaltig: Es gibt dänische Kamine zum Drehen, Kamine mit zusätzlicher Heizplatte, welche für Pellets, andere für Gas und solche, die neben Holz auch noch Braun- oder Steinkohle verbrennen. Tipp: Achten Sie bei diesem Kamin auf eine gute Wärmeregulierung. Häufig droht Überhitzung, weil der Kamin schlicht überdimensioniert ist. Inzwischen werden auch dänische Kamine für Räume mit geringem Heizbedarf angeboten.

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Unterschied zwischen Kaminofen und Speicherofen?!

Auf den ersten Blick besteht zwischen den genannten Ofentypen kein Unterschied: beide werden mit Holz befeuert. Doch während der Kaminofen seine volle Heizleistung entfaltet, solange das Feuer brennt, verfügt der Speicherofen über einen Speicherblock und/oder eine wärmespeichernde Ofenverkleidung. Bevorzugte Materialien hierfür sind Werkstoffe wie Speckstein, Granit, Keramik oder Schamotte, weil sie – im Gegensatz zu Stahl etwa – über eine geringe Wärmeleitfähigkeit verfügen und die Wärme somit gut aufnehmen und mittels indirekter Strahlung über mehrere Stunden an die Umgebung wieder abgeben können.

Wer jetzt darüber nachdenkt, seinen klassischen Kaminofen später mal zu einem Speicherofen umrüsten zu lassen – hier die gute Nachricht: das geht. Allerdings sind die Möglichkeiten limitiert und man stößt schnell an seine Grenzen, was Wärmespeicherung und somit auch Effektivität betrifft.

Was ist ein raumluftunabhängiger Kaminofen?

Normalerweise holt sich das Feuer in einem Kaminofen seine Luft aus dem Raum. Von Fall zu Fall ist es allerdings notwendig, über einen Kaminofen nachzudenken, der raumluftunabhängig arbeitet. Raumluftunabhängig bedeutet, dass der Kaminofen über eine externe Luftleitung mit Verbrennungsluft versorgt wird. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie in einer Wohnung oder einem Haus mit kontrollierter Wohnraumlüftung leben. Die hierbei verwendeten Lüftungsanlagen sorgen dafür, dass die benötigte Raumluft regelmäßig ausgetauscht wird. Bei einem normalen Kaminofen könnten so unter Umständen aber giftige Rauchgase in den Wohnraum gelangen. Die Lösung: ein raumunabhängiger Kaminofen. Klären Sie am besten im Vorfeld, ob in Ihrem konkreten Fall ein raumluftunabhängiger Kaminofen vonnöten ist.

Kaminöfen und Kamine als Heizsystem

Moderne Häuser nutzen den Kamin nicht nur, um Seele und Wohnzimmer zu wärmen. Ein Kamin wird auch seiner eigentlichen Aufgabe gerecht und heizt das ganze Haus. Dafür stehen verschiedene Systeme zur Wahl, die jedoch stets neben dem Kamin auch noch besondere Leitungen, Rohr- und Energieversorungssysteme benötigen. Wir stellen die gängigsten Kamine als Heizsystem vor.

Pelletofen – heizen mit Pellets statt Holz

Pelletofen "Vivo 85 Hydro" von MCZ

Pelletofen "Vivo 85 Hydro" mit äußerer Glastür und der Verkleidung "Nobi" von MCZ

Für Energiesparhäuser oder Niedrig-Energiehäuser eignet sich ein Kamin, der mit Pellets befeuert wird – oder mit Gas. Pellets, genauer Holzpellets, werden aus Holzabfall wie Sägemehl hergestellt. Ihr Vorteil gegenüber normalen Holzscheiten: Sie haben einen höheren Wirkungsgrad. Der Kamin brennt einfach länger, als wenn er mit derselben Menge Holz bestückt werden würde. Soll der Kamin das ganze Haus heizen, muss er an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden. Nachteil: Der Einbau ist aufwändig und ein derartiger Kamin gilt eher als Kaminofen und ist häufig nicht für die Optik ausgelegt. Zudem hat ein Kamin mit Pelletfunktion meist eine kleinere Frontscheibe als normale Holzkamine, die knisternde Gemütlichkeit bleibt also eher auf der Strecke. Vorteil: Ein Kamin, der das ganze Haus wärmt, schont die Umwelt und die Haushaltskasse.

Wenn das System Sinn machen soll, benötigt der Kamin, der als Hausheizung betrieben wird, einen Warmwasserspeicher mit 1.000 Litern Fassungsvermögen. Perfekt ist eine Solaranlage auf dem Dach, die im Sommer das Wasser aufheizt, im Winter kommt dann der Kamin zum Einsatz. Die Anlage muss sich nicht in unmittelbarer Nähe des Kamins befinden, sie kann auch im Keller Platz haben, während der eigentliche Kamin im Wohnzimmer steht.

Gaskamin

Kamin – das muss man wissen

Gaskamin "Forma 95g" von MCZ

Ganz raffiniert ist ein Kamin zum Heizen, der mit Gas befeuert wird und dennoch so tut, als wäre er ein Kuschelkamin. Diese neue Art von Kamin schickt seine Flammen hinter eine Glastür, der Wohlfühlfaktor ist perfekt. Hinter der Fassade des Kamins steckt ein ausgeklügeltes System einer Lüftungsheizung. Und die kann sich durchaus durch das ganze Haus ziehen.

Gas hat noch weitere Vorteile: Der Kamin bleibt sauber, die Luft auch. Gas erzeugt so gut wie keinen Feinstaub, auch der Wirkungsgrad kann sich sehen lassen – er liegt bei diesem Kamin bei mindestens 70 Prozent. Betrieben wird der Gaskamin sowohl mit Erdgas wie auch mit Propangas, selbst eine Flüssigpatrone mit bis zu 11 Kilogramm ist erlaubt. Laut Herstellerangaben sollen solche Flüssigpatronen gar bis zu 25 Stunden durchhalten und Wärme spenden.

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Kachelofen

Der Dinosaurier unter den Kaminen ist der Kachelofen, auch Grundofen genannt. Er ist ein echter Einheizer – 12 bis 24 Stunden hält ein Kachelofen je nach Bauart durch und sorgt für wohlige Wärme. Als Brennstoff dienen Holz, Pellets oder Kohle. Inzwischen werden auch Kachelöfen mit Sichtfenster angeboten, auf den Lagerfeuereffekt muss man also nicht mehr verzichten. Ein Kachelofen hat den Ruf einer besonders behaglichen Wärmequelle, da die Strahlungswärme gleichmäßig ist und die Luftschichten nicht durcheinander bringt. Auch der Wirkungsgrad kann sich sehen lassen, da ein Kachelofen seinen Brennstoff vollständig verbrennt.

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Schwarzer Kachelofen "Maria Sofia" von Sergio Leoni, die Nutzleistung beträgt zwischen 2 und 8 kW

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