Klimaanlagen

So sehr wir uns über strahlenden Sonnenschein und Freibadwetter auch freuen – in der Wohnung wird es an manchen Sommertagen oft unerträglich heiß. Eine kühlende Klimaanlage kann Abhilfe schaffen.

Foto: Delonghi
Wer im Home-Office arbeitet, sein Schlafzimmer unter der Dachschräge hat oder sich viel in Räumen mit direkter Sonneneinstrahlung aufhält, wird sich in heißen Sommerperioden sehnlichst eine Klimaanlage herbei wünschen. Aber die Klimaanlage gilt auch als Stromfresser schlechthin. Was sind die Vor-, was die Nachtteile einer Klimaanlage? Welche Geräte gibt es und was sollten sie leisten?

Aufgaben der Klimaanlage

Die Klimaanlage hat in erster Linie die Aufgabe, einen Raum auf die gewünschte Temperatur herunterzukühlen. Bei einer Außentemperatur von 30°C empfiehlt sich eine Raumluft-Temperatur von 25°C, bei 32°C draußen sollte die Innentemperatur 26°C betragen. Eine gute Klimaanlage müsste den Raum also um fünf bis sechs Grad herunterkühlen können. Um die gewünschte Raumkühlung zu erreichen, sollte deshalb vor dem Kauf einer Klimaanlage die so genannte "Kühllastrechnung" eines Fachmannes stehen: Sie errechnet den individuellen Kühlbedarf abhängig von Raumvorgaben, Sonneneinstrahlung, Wärmequellen und anderen Parametern und vereinfacht die Auswahl des passenden Gerätes.

Die moderne Klimaanlage leistet aber noch mehr: Sie liefert Kühle auf Knopfdruck, filtert die Luft und reguliert zusätzlich die Feuchtigkeit. Sowohl das Entfeuchten der Luft als auch das Pollen und Staub filternde System der Klimaanlage vermindert das Infektionsrisiko in den eigenen vier Wänden.

Klimaanlage: Welche Geräte gibt es?

Klimaanlage "GAM Lounge" als Monoblock Klimaanlage "GAM Lounge" als Monoblock

Foto: Ax Air
Mobile Klimaanlage mit Abluftschlauch: Die so genannten Monoblockgeräte sind klein, kompakt und praktisch. Eine Steckdose und ein gekipptes Fenster genügen für die Inbetriebnahme, denn hier befinden sich Kühlfläche und Wärmeableitung im selben Gerät. Und die Klimaanlage lässt sich auf Rollen bequem in alle zu kühlenden Räume schieben. Allerdings wird bei dieser Klimaanlage die Raumwärme durch einen rund zehn Zentimeter dicken Schlauch durch das geöffnete Fenster nach draußen abgeführt. Dadurch strömt wieder warme Frischluft in die Wohnung hinein. So entsteht ein Kreislauf aus Aufheizen und Abkühlen, gegen den die Klimaanlage anarbeiten muss - und das wiederum zieht einen hohen Energieverbrauch nach sich. Außerdem warnt Stiftung Warentest vor dem Geräuschpegel dieser Klimaanlage und einer eher mäßigen Kühlleistung. Da die Geräte sich untereinander stark in Leistung und Verbauch unterscheiden, lohnt sich bei dieser Klimaanlage auf jeden Fall der Vergleich.

Split Klimaanlage "ACPS 30" Split Klimaanlage "ACPS 30"

Foto: Stiebel Eltron
Mobile Klimaanlage mit Außenteil: Das mobile Splitgerät ist mit einem zusätzlichen Außengerät ausgestattet, das als Verbindung ins Freie dient. Bei dieser zweiteiligen mobilen Klimaanlage handelt es sich um ein Innengerät, das die warme Luft ansaugt und filtert und einen außen aufgestellten Kühlkompressor. Beide Geräte der mobilen Klimaanlage sind durch einen dünnen, gut isolierten Schlauch verbunden, durch den sowohl die elektrische Leitung, als auch das Kältemittel verläuft, das die Wärme abtransportiert. Bei den zweiteiligen Geräten stellt sich aber die Frage, wo das Außengerät Platz findet, wenn weder Balkon noch Terrasse vorhanden sind. Denn gegen das Montieren an der Außenfassade sperrt sich häufig der Vermieter.
Wandhängende Klimaanlage "Vitoclima 300-S" Wandhängende Klimaanlage "Vitoclima 300-S"

Foto: Viessmann
Fest zu installierende Klimaanlage: Diese Klimaanlage gilt als effektiver als die mobilen Varianten, ihre Kühlleistung wird allgemein höher eingeschätzt – vor allem in größeren Räumen. Diese Version der Klimaanlage ist aber auch weitaus teurer und auf den Verbaucher kommen zusätzliche Installationskosten zu. Sowohl das Innen- als auch das Außengerät werden bei dieser Klimaanlage fest im Haus oder in der Wohnung eingebaut. Beim Innenteil der Klimaanlage wird zwischen Wand- und Deckengeräten unterschieden. Eine Klimaanlage, die nicht nur in einem bestimmten Raum, sondern in mehreren Zimmern für angenehm kühles Raumklima sorgen soll, nennt sich Multi-Splitgerät und arbeitet mit einem Außenteil und mehreren daran angeschlossenen Innengeräten.

Vorteile der Klimaanlage

Ob im Büro oder in den eigenen vier Wänden: Wenn die Zimmertemperatur eine gewisse Grenze überschreitet, lässt die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit rapide nach, bei 33°C sogar um durchschnittlich 50 Prozent. Eine Klimaanlage sorgt durch die Abkühlung auf die empfohlene Raumtemperatur dafür, dass wir besser arbeiten können und uns wohl fühlen - ein großer Vorteil. Die mobile Klimaanlage lässt sich zudem dank ihrer Rollen in jedem beliebigen Raum verwenden und ist einfach zu installieren. Weiterer Pluspunkt für die moderne Klimaanlage: Die Klimaanlage behilft sich mit chlorfreien Kältemittelmischungen oder Propan, das die Ozonschicht nicht angreift. Auch Ecogeräte sind zu bekommen.

Nachteile der Klimaanlage

Größter und augenscheinlichster Nachteil der Klimaanlage: Sie ist relativ teuer – sowohl in der Anschaffung, als auch im Betrieb. Die Kosten der mobilen Geräte gehen beim Kauf zwar schon bei ca. 200 Euro los, können je nach Anbieter aber auf über 1.000 Euro steigen. Fest installierte Anlagen kosten ein Vielfaches, noch dazu ist die Montage durch einen Fachmann nötig. Außerdem liefert die Klimaanlage oftmals nicht die erhoffte Leistung: Die meisten Geräte schaffen die gewünschte Abkühlung nur in kleinen Räumen oder mit sehr langer Laufzeit. Dabei ist die Klimaanlage ein echter Stromfresser: Laut einer aktuellen Meldung der Deutschen Energie-Agentur (DENA) kann die Klimaanlage bei regelmäßigem Betrieb Stromkosten von bis zu 120 Euro pro Jahr verursachen. Ein weiterer großer Nachteil ist die Lautstärke, die die Kompressoren beim Abkühlen der Luft verursachen. Leiser als die Monoblockgeräte sind da schon die zwei- oder mehrteiligen Splitgeräte, bei denen der Kompressor sich im Freien befindet. Diese Klimaanlage verursacht – zumindest drinnen – kaum Betriebsgeräusche.

Kennzeichnungspflicht der Klimaanlage

Klimaanlage: zertifiziert von der Deutschen Energie-Agentur Klimaanlage: zertifiziert von der Deutschen Energie-Agentur

Foto: DENA
EU-weit muss jede Klimaanlage auf seine Energieeffizienz geprüft und auf einem einheitlichen Etikett gekennzeichnet werden. Es gibt sieben Effizienzklassen (A-G). Das Energielabel zeichnet Geräte mit sehr niedrigem Stromverbrauch mit der Klasse A aus. Es kennzeichnet außerdem wichtige Informationen zum durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch der Klimaanlage, zur Energieeffizienzgröße, zum Gerätetyp und zur Geräuschentwicklung.

Ratschläge der Deutschen Energie-Agentur (dena):

  • Beim Kauf auf die Effizienzklasse A achten.
  • Klimaanlage nur nach Bedarf und nur zum Vorkühlen eines Raumes nutzen, nicht im Dauerbetrieb.
  • An heißen Tagen Fenster geschlossen halten, auch vorhandene Jalousien und Fensterläden schließen.
  • Sich die kühle Abendluft zunutze machen und nachts gut durchlüften.

Autor: Léonie Roose-König

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