SCHÖNER WOHNEN Design-Guide für Hamburg

Foto: Johannes Hünig

Nordisch-kühl und elegant – so gibt sich Hamburg auf den ersten Blick. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine spannende Design-Szene mit jungen Labels, Shops und moderner Architektur. SCHÖNER WOHNEN gibt die besten Insider-Tipps für die Hansestadt.

Weiße Villen, roter Backstein, viel Grün und ein See mitten in der Stadt: Für Hanseaten ist Hamburg mindestens die schönste Stadt der Welt. Ganz falsch liegen sie damit nicht. Denn die Mischung aus gediegenen Gründerzeitbauten, bunten Szenevierteln, noblen Einkaufsstraßen und maritimem Flair verleiht Deutschlands zweitgrößter Stadt eine lässig-elegante, weltoffene Atmosphäre.

Dazu gehört das typisch hamburgische Stilgefühl: ein Sinn für kultivierte Kleidung, Kunst und Wohnkultur – ob klassisch-gediegen oder jung und individuell. Gerade in den letzten Jahren sind eine Menge innovativer Concept Stores entstanden, die oft auch Arbeiten örtlicher Designer vermarkten und Hamburg zu einem lohnenden Ziel für alle machen, die Freude an schönen Dingen haben.
Viel Grün, viel Wasser – und große Architektur
Hafen, Fischmarkt und Hans Albers – und natürlich die Reeperbahn: das sind die Hamburg-Klischees aus dem Reiseprospekt. Ein Wochenend-Trip in die Hansestadt kommt aber auch locker ohne die touristischen Standards aus. Denn Hamburg hat so viele spannende Stadtviertel, beeindruckende alte und neue Architektur und schöne Ecken am Wasser, dass man sich ohne weiteres ein paar Tage auf Entdeckungstour machen kann – und hinterher gar nicht mehr abreisen mag.
Web-Tipps für Hamburg

  • Die Architekten von A-tour veranstalten Führungen zu den neuesten Bauprojekten und geben interessante Einblicke in Sachen zeitgenössischer Architektur: www.a-tour.de
  • Die Hamburgerin Petra Wille zeigt auf ihrem Wohn- und Design-Blog schöne Dinge und gibt Tipps für die Stadt: www.augenpralinen.de
  • Hamburgunddesign.de ist das offizielle Webportal der Stadt für alle Designthemen. Mit News, Links und vielem mehr: www.hamburgunddesign.de
  • Die Alternative zum Hotel: stilvolle Privatunterkünfte. Zu finden über www.airbnb.de oder www.wimdu.de
  • Stadtplan, Veranstaltungstipps und Infos zu den einzelnen Stadtvierteln gibt es auf der Seite von Hamburg Tourismus: www.hamburg-tourism.de

Beim Blick auf den Stadtplan sieht man gleich: Hamburg ist vom Wasser geprägt, Elbe und Alster bestimmen den Stadtgrundriss. Dazwischen erstreckt sich die Innenstadt rund um Rathausmarkt und Jungfernstieg, Hamburgs Prachtstraße an der Binnenalster. Hier sitzt man auf breiten Treppenstufen am Wasser oder in einem der vielen Cafés mit großartigem Blick über den See. Anders als die größere Außenalster, die von Wiesen, Parks und alten Villen umgeben ist, wird die Binnenalster von großzügigen Boulevards mit historischen Kaufmannshäusern eingerahmt – ein wunderbar geschlossenes städtebauliches Ensemble, das seinesgleichen sucht.

Vom Jungfernstieg zweigen die beiden nobelsten Einkaufsstraßen der Altstadt ab, der Neue Wall und die Großen Bleichen. Hier findet man alteingesessene Einrichtungshäuser und Markenshops wie Habitat und
Muji, aber auch innovative Concept Stores wie Cedon. Legendär sind die vielen Einkaufspassagen wie das "Hanse-Viertel" – eine Hamburger Spezialität, die nicht zuletzt den häufigen Regengüssen geschuldet ist.

Anspruchsvolle Design-Shops: Luv im Schanzenviertel.

Anspruchsvolle Design-Shops: Luv im Schanzenviertel.

Foto: Uwe Gärtner
Für Entdecker: Hamburgs Stadtviertel
Was Hamburg so reizvoll macht, sind die einzelnen Viertel, die sich rund um die Altstadt gruppieren und mit ihrem jeweils eigenen Charakter das Gesamtbild der Stadt erst entstehen lassen. Allen gemeinsam ist die Mischung aus kleinstädtisch-gemütlicher Übersichtlichkeit und urbaner Vielfalt, angenehm sind die geringen Distanzen – anders als etwa in Berlin ist man mit dem Rad meist in wenigen Minuten im nächsten Stadtteil.

Erstes Ziel für Design-Jünger ist das Schanzenviertel westlich der Innenstadt, Hamburgs Szene- und Ausgehstadtteil Nummer eins. In dem ursprünglich linksalternativ geprägten Viertel drängt sich inzwischen ein Szene-Shop an den anderen – neben Mode- und Schmuckläden auch einige Concept Stores, die ausgesuchte Möbel und Accessoires anbieten (Details in unserer Fotostrecke). Junge Hamburger Designer sind hier ebenso vertreten wie internationale Marken.

Typisch für Hamburg: weiße Villen am Wasser – und viel Grün.

Typisch für Hamburg: weiße Villen am Wasser – und viel Grün.

Foto: Johannes Hünig
Gediegener geht es in Eppendorf zu, dem weißen Altbauviertel nordwestlich der Binnenalster. Rund um Lehmweg und Eppendorfer Landstraße gibt es mehrere gut sortierte Wohn- und Designläden, die alle einen Besuch wert sind.

Erst seit 1937 gehört das im Westen gelegene Altona zu Hamburg. Bis heute pflegt der Stadtteil, der lange preußisch war und und eine zeitlang sogar von Dänemark regiert wurde, seine eigene Identität. Herz Altonas ist das lebhafte Altbauviertel Ottensen, der Lieblingsstadtteil vieler Hamburger. In den verwinkelten Sträßchen des Viertels gibt es neben netten Bars und Cafés auch eine handvoll lohnender Läden, die anspruchsvolles Möbeldesign und Accessoires anbieten. Aber auch ohne Shopping-Absicht lohnt sich ein Spaziergang durch Ottensen allemal.

Krasser Gegensatz zur Altbau-Idylle: die HafenCity, Hamburgs neuer Stadtteil, der südlich der Innenstadt auf ehemaligem Hafengelände entsteht. Der Mix aus modernen Bauten und maritimer Atmosphäre rund um die alten Hafenbecken ist nicht nur für Architekturliebhaber faszinierend.
Fünf Praxis-Tipps für Hamburg:
Ein See mitten in der Stadt: die Alster.

Ein See mitten in der Stadt: die Alster.

Foto: Johannes Hünig
1. Vom Michel die Stadt überblicken
Die barocke Hauptkirche St. Michaelis, im Volksmund kurz Michel genannt, ist Hamburgs Wahrzeichen. Vom 132 Meter hohen Turm hat man einen beeindruckenden Blick über die Stadt: Im Süden Elbe, Speicherstadt und Hafen, im Norden das Stadtzentrum mit Rathaus, Binnen- und Außenalster – die wichtigsten Orientierungspunkte sieht man unter sich ausgebreitet wie auf einem Stadtplan. Nach oben geht's wahlweise per Treppe oder Fahrstuhl. Ein guter Einstieg, um sich einen Überblick zu verschaffen!
2. Mit der Fähre die Elbe entlang
Eine Hafenrundfahrt zählt für viele Hamburg-Touristen zum Standardprogramm. Unser Vorschlag: Nehmen Sie stattdessen lieber die Hafenfähre. Die Linie 62 fährt von den Landungsbrücken die Elbe entlang bis nach Finkenwerder, vom offenen Panoramadeck hat man einen großartigen Blick auf Stadtsilhouette und Elbstrand. Das Beste: Die Fährlinien gehören zum öffentlichen Nahverkehr – wer eine Tageskarte hat, kann fahren, so lange er mag.

3. Das beste Franzbrötchen finden
Es ist ein Hamburger Original: das Franzbrötchen. Das süße Teilchen mit karamellisierter Zimt-Zucker-Füllung, das an ein flaches Croissant erinnert, ist in der Hansestadt fester Teil der lokalen Identität. Über die Frage, welcher Bäcker das beste Franzbrötchen bäckt, können die Hamburger lang und leidenschaftlich diskutieren. Deshalb: Einfach selbst durchprobieren!
4. Das Herz der Stadt umrunden
Ein großer See mitten in der Stadt? Das gibt es so nur in Hamburg. Die dicht umbaute Binnenalster ist die gute Stube der Stadt, die größere Außenalster ist von herrlichen Parks und alten Villen umgeben. Zu einem Hamburg-Besuch gehört ein Spaziergang einmal rundum – oder eine Bootstour, bei der sich auch die beschaulichen Kanäle rund um die Alster erkunden lassen. Kanus und Tretboote kann man in der warmen Jahreszeit an vielen Stellen mieten.
5. Ein Stadtrad mieten
Seit 2009 hat Hamburg ein System öffentlicher Leihfahrräder. Das knallrote "Stadtrad" wird von Touristen und Hamburgern gleichermaßen gern genutzt: Einmal angemeldet, ist die erste halbe Stunde gratis, danach zahlt man minutenweise faire Tarife bis zu 12 Euro pro Tag. Ideal, um die Stadt zu entdecken – oder für eine schöne Radtour, zum Beispiel am Wasser entlang bis zum Elbstrand und der hübschen Lotsensiedlung Övelgönne (ca. 5 km).
Autor: Johannes Hünig
Weitere Design-Städteguides:

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