Wandtattoo - Kunst für die Wand

Im Kinderzimmer, selbst gestaltet oder als Design von der Stange - wir zeigen, wie man ein Wandtattoo anbringt und geben Tipps zu Auswahl und Kauf.

Wandtattoo "Branches Wall Sticker" von ist besonders leicht anzubringen. Das Ast-Motiv passt besonders gut in die kalte Jahreszeit.

Wandtattoo "Branches Wall Sticker" von ist besonders leicht anzubringen. Das Ast-Motiv passt besonders gut in die kalte Jahreszeit.

Foto: Ferm Living

Das Wandtattoo - eine Prise Design für die Wand

Das Wandtattoo gilt als kleine Schwester der Tapete. Mit wenigen Handgriffen ist es an der Wand und zeigt schnell seine Wirkung. Statt mühsam mit Hammer und Nagel ein gerahmtes Bild aufzuhängen, kann ein Wandtattoo ohne viel Aufwand einfach an die Wand geklebt werden. Mittlerweile gibt es Wandtattoos in unzähligen Formen, Mustern und Farben. Die meisten bestehen aus einer selbstklebenden Kunststoff-Folie aus Vinyl oder PVC. Diese ist entweder in einer bestimmten Farbe durchgefärbt oder die Motive werden digital aufgedruckt. Der Haftklebstoff auf der Rückseite von einem Wandtattoo ist zumeist unkompliziert zu lösendes Polyacrylat.

Der richtige Untergrund für das Wandtattoo

Prinzipiell klebt ein Wandtattoo auf fast allen Untergründen. Sogar auf Raufasertapete und Vliestapeten mit Struktur oder Rauputz lassen sich die Wandsticker anbringen. Auch auf Schränken, Fliesen, Beton, Glas oder Porzellan sorgt ein Wandtattoo für eine individuelle Note.

Bei Lehmputz, wasserabweisenden oder mit Silikon- und Latexfarbe behandelten Oberflächen kann es dagegen unter Umständen sein, dass das Wandtattoo nach einiger Zeit beginnt, sich wieder von seinem Untergrund zu lösen. Gleiches gilt für Fronten, die mit Teflon beschichtet sind. Wichtig: Eine frisch gestrichene Wand ist der perfekte Hintergrund für ein Wandtattoo. Aber erst, nachdem die frische Farbe mindestens zehn Tage lang ausgehärtet ist.

Wandtattoo "Kupferkonfetti" macht sich gut an der Wohnzimmerwand, schmückt aber auch die Zimmertür oder langweilige Schrankfronten.

Wandtattoo "Kupferkonfetti" macht sich gut an der Wohnzimmerwand, schmückt aber auch die Zimmertür oder langweilige Schrankfronten.

Foto: Stefanie Luxat

Vor dem Anbringen Probe kleben

Um bösen Überraschungen vorzubeugen, sollte man generell auf die Beschaffenheit der zu beklebenden Fläche achten. Ist die Wand sehr rau oder blättert sogar Farbe ab, empfiehlt es sich, mit einem Streifen Tesafilm zu testen, ob sie überhaupt für das Bekleben mit einem Wandtattoo geeignet ist. Tipp: Bei vielen Herstellern kann man Probestücke bestellen und zu Hause an der eigenen Wand testen, bevor man sich für ein großes Wandtattoo entscheidet.

Das Wandtattoo - selbst gestalten oder Design vom Hersteller

Keine Lust auf ein Motiv von der Stange? Bei zahlreichen Herstellern lässt sich ein Wandtattoo mittlerweile auch mühelos selbst gestalten. Wer also sein Wandtattoo selbst machen möchte, benötigt oft nur etwas Kreativität und das jeweilige Gestalterwerkzeug auf der Website des Anbieters. Dort lassen sich Farben, Schriftarten, Größen und Schattierungen eines Wandtattoos im Nu auswählen. Wer eigene Symbole oder eine Fotografie einfügen möchte, muss zumeist mit dem gewählten Shopbetreiber Rücksprache halten, um zu erfahren, ob und wie das gewünschte Motiv als Wandtattoo umsetzbar ist.
Wandtattoo "Calendar" von Ferm Living hilft das ganze Jahr über beim Organisieren und Planen.

Wandtattoo "Calendar" von Ferm Living hilft das ganze Jahr über beim Organisieren und Planen.

Foto: Ferm Living

Ein Wandtattoo anbringen

Haben Sie sich schließlich für ein Motiv entschieden und auch eine passende Stelle für das Wandtattoo gefunden, geht es ans Bekleben.

1. Das Deckpapier entfernen

In der Regel ist ein Wandtattoo zwischen einer Trägerfolie und einem Deckpapier eingebettet und wird zusammengerollt verpackt. Sollten sich auf dem Transport also Knitterfalten oder Luftblasen gebildet haben, ist es ratsam das Wandtattoo auf einer flachen Oberfläche nochmals fest auf die Trägerfolie zu drücken. Einfacher geht es mit einem Rakel. Dies ist ein flaches Werkzeug aus Kunststoff, das ähnlich wie ein Spachtel aussieht. Mit seiner Hilfe wird das Wandtattoo später regelrecht an die Wand gestrichen. Nun erst das weiße oder farbige Deckpapier vorsichtig entfernen.

2. Bei großen Motiven zu zweit ans Werk

Die Wand sollte vor dem Anbringen des Wandtattos trocken, staub-, fett- und silikonfrei sein. Bei großen Motiven empfiehlt es sich allerdings, die zu beklebende Stelle ganz leicht mit Wasser zu besprühen, damit das Wandtattoo durch den Wasserfilm leichter zu positionieren ist. Und wie so oft gilt gerade bei einem größeren Wandtattoo, am besten zu zweitans Werk gehen.

3. Das Wandtattoo von innen nach außen anbringen

Zunächst stets nur einen etwa 5 bis 10 cm breiten Seitenrand oder die obere Kante des Wandtattoos an die Wand streichen, um Blasen und kleine Falten zu vermeiden. Danach das Wandtattoo wenn nötig nachjustieren oder - sitzt alles dort wo es soll - den Rest des Motivs mit den Händen vorsichtig von innen nach außen an die Wand streichen.

4. Zum Schluss die Trägerfolie abziehen

Wenn das Wandtattoo vollständig an der Oberfläche fixiert ist, sollten Sie es auf eingeschlossene Luftblasen überprüfen. Diese mit dem Rakel oder einem anderen flachen Gegenstand glatt streichen. Der letzte Schritt ist das Abziehen der Trägerfolie. Sollte sich das Wandtattoo dabei mit der Folie von der Wand lösen, einfach nochmals mit dem Rakel fest über die Trägerfolie streichen und so das Wandtattoo erneut an der Wand fixieren, bevor Sie die Folie vorsichtig entfernen.
Das Wichtigste im Überblick:

  • Vor dem Verkleben, das Motiv fest auf seine Folie drücken.
  • Am besten mit einem Rakel arbeiten.
  • Bei großen Motiven lieber zu zweit ans Werk gehen.
  • Beim Verkleben, stets am oberen Rand beginnen.
  • Danach von innen nach außen glattstreichen.
  • Die Trägerfolie erst zum Schluss vorsichtig entfernen.

Das Wandtattoo im Kinderzimmer

Bei Wandtattoos für das Kinderzimmer gilt grundsätzlich ähnliches, wie bei Motiven für die übrigen Räume der Wohnung. Mit der Einschränkung, dass ein Wandtattoo im Kinderzimmer nicht nur "passiver" Wandschmuck sein muss, sondern thematisch gut in die Einrichtung und Dekoration des Raums eingebunden werden kann. So weckt das Wandtattoo beim Spielen auch die Kreativität des Kindes. Je nach Motiv pirschen die Kleinen durch ein märchenhaftes Schloss, versuchen die Buchstabensuppe an der Wand zu entziffern oder nutzen den farbenfrohen Baum als Ausgangspunkt für eine Wäscheleine wie bei dem Motiv aus dem Shop von Inke Heiland.
Eine hübsche Deko-Idee für das Kinderzimmer ist Wandtattoo "Behangboom", ein kunterbunter Baum, vom niederländischen Shop Inke.

Eine hübsche Deko-Idee für das Kinderzimmer ist Wandtattoo "Behangboom", ein kunterbunter Baum, vom niederländischen Shop Inke.

Foto: Sander Verbeek, Inke

So lässt sich ein Wandtattoo wieder entfernen

Ein Wandtattoo lässt sich am einfachsten von einer Oberfläche abziehen, indem man es zunächst mit einem Fön etwas erwärmt. Achten Sie jedoch Dabei darauf, dass der Fön nicht zu heiß eingestellt ist. Dann kann das Wandtattoo an einer Ecke mit einem scharfen Messer leicht angehoben werden.

Ist das Wandtattoo auf einer Tapete angebracht, sollten Sie darauf achten, dass das Messer zwischen Wandtattoo und Tapete liegt und diese nicht stattdessen beschädigt. Ziehen Sie nun das Wandtattoo in einem flachen Winkel langsam vom Untergrund ab.

Achtung: Wandfarbe bleicht durch Sonneneinstrahlung mit der Zeit etwas aus, daher können Wandtattoos dunkle Schatten auf der Wand hinterlassen.

Autorin: Katharina Eidam

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