Tafelsilber

Mokkakanne, Teekanne und Milchgießer "Alta" von Robbe & Berking

Mokkakanne, Teekanne und Milchgießer "Alta" von Robbe & Berking

Foto: Christian Burmester

Die einen haben Tafelsilber geerbt, andere denken über die Anschaffung nach. Wir zeigen schöne Stücke, deren Investition sich lohnt, denn Silber ist für Tisch und Tafel das Edelmetall erster Klasse. Und durchaus alltagstauglich, wenn es richtig behandelt wird.

Tafelsilber steht für Tradition, Eleganz und Beständigkeit und ist auf jedem Tisch ein glanzvoller Hingucker. Entgegen vieler Befürchtungen ist Silber im täglichen Leben ganz unkompliziert. Denn das beste Mittel, um Tafelsilber zu pflegen und seine Strahlkraft zu erhalten, ist das tägliche Benutzen. In Zeiten von Spühlmaschine und modernen Kraftreinigern sollten Sie zusätzlich einige Pflegehinweise berücksichtigen, damit Sie an Ihrem wertvollen Tafelsilber lange Freude haben.
1. Tafelsilber täglich benutzen
Der einfachste Schutz vor angelaufenem Tafelsilber ist, es täglich zu benutzen. So wird es ständig gereinigt und hat gar keine Zeit, sich "schwarz zu ärgern".
2. Tafelsilber richtig reinigen
Die meisten neuen Silberbestecke sind heutzutage spülmaschinenfest. Trotzdem gilt es, ein paar Tipps zu beachten. Bevor das Tafelsilber in die Spülmaschine wandert, sollte es vorher kurz mit klarem Wasser gereinigt werden.

Kam das Besteck mit Lebensmitteln wie Senf, Mayonnaise, Salatsaucen oder Ketchup in Berührung, empfielt sich, gleich nach dem Gebrauch die Messerklingen zu säubern und mit einem weichen Tuch abzureiben. Säure- oder salzhaltige Rückstände lassen sich so einfach entfernen und können das Edelmetall nicht mehr angreifen.

Ob Porzellan, Melanin, Teflon oder Glas - Tafelsilber kann mit fast allem in die Spülmaschine. Man sollte bloß vermeiden, es zusammen mit Edelstahlbesteck zu spülen.
Foto: Christian Burmester
Damit das Tafelsilber schön glänzt, sollten Sie Spülmittel, Klarspüler und Regeneriersalz aus einer Produktlinie wählen, da diese besser aufeinander abgestimmt sind. Allerdings hat sich gezeigt, dass hochkonzentrierte Spülmitteltabs nicht besonders gut für die Reinigung von Tafelsilber geeignet sind. Ihr relativ hoher Sauerstoffanteil kann zu verstärkter Fleckenbildung führen. Da moderne Spülmaschinen mit immer weniger Wasser auskommen, führt dies oft zu einer Überdosierung des Spülmittels und dazu, dass das Tafelsilber anläuft. Also sollten Sie lieber auf herkömmliches Spülmittel in Pulverform zurückgreifen. Es ist weniger aggressiv und kann leichter dosiert werden.

Nach dem Spülgang sollten Sie die Tür der Spülmaschine öffnen. So können Restfeuchtigkeit und aggressive Dämpfe aus der Spülmaschine entweichen. Beläge, die durch salz- und säurehaltige Feuchtigkeit entstehen, haben dann keine Chance. Um kristallinen Rückständen des Spülmittels auf Ihrem Tafelsilber vorzubeugen, sollten Sie besonders Messerklingen mit einem weichen Tuch trocken reiben.
Foto: Christian Burmester
Haben sich dennoch einmal Flecken auf dem Tafelsilber gebildet, lassen sich diese mit einem handelsüblichen Silberpflegemittel entfernen, beispielweise mit Silberpolitur, Silberschaum, einem Silberpflegehandschuh oder einem Silberputztuch.

Vor Tauchbädern mit Aluminiumfolie und Salz ist allerdings abzuraten. Hierbei läuft der galvanische Prozess umgekehrt ab und führt dazu, dass Silberschichten abgetragen werden. So wird die Silberschicht auf dem Tafelsilber Stück für Stück immer dünner.
3. Tafelsilber richtig aufbewahren
Wer sein Tafelsilber für längere Zeit lagern möchte, der verschweißt es am besten in Alufolie. Geräte dafür finden Sie im Haushaltsfachhandel. Wenn das Tafelsilber jedoch ab und zu benutzt wird, schützen speziell imprägnierte Bestecktaschen das Edelmetall vor schwarzen Flecken und Flugrost.
4. Tafelsilber und Eier
Eier mit einem Silberlöffel zu essen ist keine gute Idee. Silber ist an der Luft zwar beständig, aber bei Kontakt mit Schwefelverbindungen reagiert es zu Silbersulfid. Da in Eiern Schwefelverbindungen zu finden sind, läuft der Silberlöffel schwarz an und verbreitet außerdem einen unangenehmen Geruch.
5. Tafelsilber wirkt antibakteriell
Silbermünzen in der Milch sorgen dafür, dass diese nicht so schnell verdirbt, und Blumen in einer Silbervase halten sich länger frisch. Dass Silber eine antibakterielle Wirkung hat, macht sich auch die moderne Medizin zunutze. Sie rückt mit silberummantelten Mikrofasern, nanometergroßen Silberteilchen in Salben, Folien oder Pflastern unliebsamen Bakterien zuleibe.
6. Echtsilbernes oder versilbertes Tafelsilber?
Da reines Silber sehr weich ist, wird es meist mit Kupfer legiert. Dabei gibt es vier Abstufungen des Silberanteils: 925er-Sterlingsilber, 800er-Echtsilber, 150er-Massivversilberung und 90er-Hartversilberung. Der Feingehalt des Tafelsilbers lässt sich an der Zahl der eingeschlagenen Kontrollmarken, den so genannten Silberpunzen, ablesen. Seit 1888 haben diese in Deutschland die Form eines Halbmondes und einer Krone.
Autor: Kiki Ahlers
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