Stuck

Für Altbaufans sind sie das I-Tüpfelchen: Die Schmuckleisten und Rosetten aus Stuck an Wand und Decke. Wer keinen Stuck in der Wohnung hat, kann sich welchen aus Styropor ankleben.

Foto: Stefan Thurmann
Als Stuck werden plastische Schmuckornamente und Ausformungen bezeichnet, die Wände, Gewölbe, Säulen und Decken verzieren. Schon in der Antike war Stuck ein wichtiges Gestaltungselement für Innenräume, Fassaden und Möbeloberflächen.
Seine Hochzeit hatte Stuck zur Zeit des Barock. So genannte Stuckateure stellten sogar künstlichen Marmor aus Stuck her, aus dem wiederum Möbel oder Dekorationselemente für Innenräume wurden. Die Technik mit Stuck war zwar teurer als der ohnehin schon kostbare Natur-Marmor, hatte aber den Vorteil, dass aus Stuck sehr große Marmor-Elemente oder dramatische Färbungen entstanden. Gründerzeit und Historismus brachten Stuck zurück in die Köpfe der Architekten. Im Jugendstil war Stuck schließlich das Gestaltungselement der Wahl für verputzte Innenflächen. Anfang des 20. Jahrhunderts geriet Stuck zunehmend aus der Mode und ist heute wieder gefragt.
Eigenschaften von Stuck
Stuck hat keine praktische Funktion, beschert Fassaden und Innenräumen jedoch opulentes Aussehen. Ob Girlanden, Ranken, Schnörkel oder Muscheln – praktisch jedes Objekt lässt sich aus Stuck modellieren. Im Jahre 1878 wurde das Anbringen von Stuck durch ein Patent eines Maurers mit Namen Rabitz vereinfacht. Er erdachte eine Methode, bei der der Putzmörtel auf einen Träger modelliert wird, der seinerseits auf einer Unterkonstruktion sitzt. Durch die extreme Tragfähigkeit und die Ausformungsmöglichkeiten der so genannten Rabitzkonstruktion wurde der professionelle Innenausbau mit Stuck enorm vereinfacht.
Für Stuck wird ein Material verwendet, das aus Gips, Kalk, Sand, Zement und Wasser besteht. Je nachdem, welche Formen der Stuck erhalten soll, variieren die Mischungsverhältnisse. Das variantenreiche Gipsgemisch hat den Vorteil, dass das Material für Stuck nach Konsistenz und Wasseranteil bereits nach knapp 15 Minuten beginnt auszuhärten.
Die Mischung für feinen Stuck kann durch Gießen, Ziehen oder in Handarbeit entstehen. Wer Stuck selbst kreieren möchte, findet im Handel bereits vorgefertigten Stuck. Je nach Form, Größe und Qualität variiert das Material für fertigen Stuck zwischen einfachem Styropor und einem feinen Gips-Mörtel-Gemisch.
Anbringen von Stuck
Anbringen von Stuck
Der Untergrund, auf dem Sie Ihren Stuck anbringen möchten, muss sauber und frei von Tapeten und dicken Farbresten sein. Am besten haftet Stuck auf glattem Putz oder einer Gipsfaserplatte. Überlegen Sie gründlich, wo der Stuck Ihren Raum am eindrücklichsten schmückt, zeichnen Sie die Umrisse von Ihrem Stuck auf den Untergrund und rauen Sie diesen mit einem Spachtel oder einem Messer leicht auf. Damit der Stuck gut haftet, feuchten Sie Putz oder Faserplatte an und rühren Sie Klebegips an. Wichtig: Auch der Gips zur Befestigung härtet in wenigen Minuten. Rühren Sie Ihn zu früh an, klumpt er oder der Stuck klebt nicht mehr richtig.

Sie können nun den Stuck anbringen und leicht andrücken. Wenn mehrere Elemente ein Ornament aus Stuck ergeben sollen und sich nicht auf Anhieb passend ineinanderfügen, können Sie vorgefertigten Stuck aus Kunststoffen mit einer feinen Säge anpassen. Wenn Sie Ihren Stuck anschließend streichen möchten, informieren Sie sich je nach Material im Fachhandel über eine etwaige Grundierung.
Vorteile

  • wohnlicher Altbau-Flair
  • moderner Stuck ist leicht anzubringen
  • optisch von historischem Stuck nicht zu unterscheiden
  • Stuck kann Räume strukturieren

Stuck zaubert charmanten Altbau-Flair an jede Wand oder Decke. Entsprechend begehrt sind mit Stuck ausgestattete Wohnungen. Wer historischen Stuck sein Eigen nennt, hegt und pflegt ihn. Wo alter Stuck dagegen fehlt, wird gerne neuer Stuck angebracht.

Moderner Stuck aus Kunststoff ist flexibel und leicht. Stuck von hoher Qualität ist nach dessen Anbrigen und Streichen optisch von historischem Stuck nicht mehr zu unterscheiden. Seit einigen Jahren besteht solcher Stuck aus Polyurethanschaum, hat eine ähnliche Dichte wie Holz und eine geschlossene, glatte Oberfläche.

Stuck ist sehr pflegeleicht. Hin und wieder abstauben reicht völlig aus. Achtung: Wer Stuck zu häufig oder mit einer zu dicken Farbschicht "verschönert", muss besonders bei historischem Stuck bald einen Restaurator hinzubitten, um die filigranen Formen unter der dicken Farbschicht wieder hervorzuholen.
Nachteile

  • hohes Gewicht bei Stuck aus Original-Material
  • preiswerte Nachbildungen sind brennbar
  • Verformung bei großen Temperaturunterschieden

Traditioneller Stuck aus Kalk-Gips-Zement-Gemisch ist schwer zu verarbeiten und bricht leicht. Dafür sieht Stuck aus traditioneller Herstellung außerordentlich natürlich aus. Preiswerte Nachbildungen von historischem Stuck sind dagegen leicht und einfacher zu verarbeiten. Dieser Stuck ist allerdings mitunter brennbar und kann bei großen Temperaturunterschieden die Form verlieren.
Fazit:
Räume und Fassaden erhalten durch Stuck unverwechselbare Eleganz und besonderes Flair. Dekorative Profile veredeln auch einen schlichten Raum. Stuck hebt besondere Raumdetails durch Umrahmung hervor und lenkt – am Übergang zwischen Wand und Decke angebracht – den Blick in die Höhe, wodurch Stuck auch kleine Zimmer streckt und weitläufiger erscheinen lässt.
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