Stuck
Für Altbaufans sind sie das I-Tüpfelchen: Die Schmuckleisten und Rosetten aus Stuck an Wand und Decke. Wer keinen Stuck in der Wohnung hat, kann sich welchen aus Styropor ankleben.
Seine Hochzeit hatte Stuck zur Zeit des Barock. So genannte Stuckateure stellten sogar künstlichen Marmor aus Stuck her, aus dem wiederum Möbel oder Dekorationselemente für Innenräume wurden. Die Technik mit Stuck war zwar teurer als der ohnehin schon kostbare Natur-Marmor, hatte aber den Vorteil, dass aus Stuck sehr große Marmor-Elemente oder dramatische Färbungen entstanden. Gründerzeit und Historismus brachten Stuck zurück in die Köpfe der Architekten. Im Jugendstil war Stuck schließlich das Gestaltungselement der Wahl für verputzte Innenflächen. Anfang des 20. Jahrhunderts geriet Stuck zunehmend aus der Mode und ist heute wieder gefragt.
Eigenschaften von Stuck
Stuck hat keine praktische Funktion, beschert Fassaden und Innenräumen jedoch opulentes Aussehen. Ob Girlanden, Ranken, Schnörkel oder Muscheln – praktisch jedes Objekt lässt sich aus Stuck modellieren. Im Jahre 1878 wurde das Anbringen von Stuck durch ein Patent eines Maurers mit Namen Rabitz vereinfacht. Er erdachte eine Methode, bei der der Putzmörtel auf einen Träger modelliert wird, der seinerseits auf einer Unterkonstruktion sitzt. Durch die extreme Tragfähigkeit und die Ausformungsmöglichkeiten der so genannten Rabitzkonstruktion wurde der professionelle Innenausbau mit Stuck enorm vereinfacht.
Für Stuck wird ein Material verwendet, das aus Gips, Kalk, Sand, Zement und Wasser besteht. Je nachdem, welche Formen der Stuck erhalten soll, variieren die Mischungsverhältnisse. Das variantenreiche Gipsgemisch hat den Vorteil, dass das Material für Stuck nach Konsistenz und Wasseranteil bereits nach knapp 15 Minuten beginnt auszuhärten.
Die Mischung für feinen Stuck kann durch Gießen, Ziehen oder in Handarbeit entstehen. Wer Stuck selbst kreieren möchte, findet im Handel bereits vorgefertigten Stuck. Je nach Form, Größe und Qualität variiert das Material für fertigen Stuck zwischen einfachem Styropor und einem feinen Gips-Mörtel-Gemisch.
Anbringen von Stuck
Sie können nun den Stuck anbringen und leicht andrücken. Wenn mehrere Elemente ein Ornament aus Stuck ergeben sollen und sich nicht auf Anhieb passend ineinanderfügen, können Sie vorgefertigten Stuck aus Kunststoffen mit einer feinen Säge anpassen. Wenn Sie Ihren Stuck anschließend streichen möchten, informieren Sie sich je nach Material im Fachhandel über eine etwaige Grundierung.
Vorteile
- wohnlicher Altbau-Flair
- moderner Stuck ist leicht anzubringen
- optisch von historischem Stuck nicht zu unterscheiden
- Stuck kann Räume strukturieren
Moderner Stuck aus Kunststoff ist flexibel und leicht. Stuck von hoher Qualität ist nach dessen Anbrigen und Streichen optisch von historischem Stuck nicht mehr zu unterscheiden. Seit einigen Jahren besteht solcher Stuck aus Polyurethanschaum, hat eine ähnliche Dichte wie Holz und eine geschlossene, glatte Oberfläche.
Stuck ist sehr pflegeleicht. Hin und wieder abstauben reicht völlig aus. Achtung: Wer Stuck zu häufig oder mit einer zu dicken Farbschicht "verschönert", muss besonders bei historischem Stuck bald einen Restaurator hinzubitten, um die filigranen Formen unter der dicken Farbschicht wieder hervorzuholen.
Nachteile
- hohes Gewicht bei Stuck aus Original-Material
- preiswerte Nachbildungen sind brennbar
- Verformung bei großen Temperaturunterschieden
Fazit:
Räume und Fassaden erhalten durch Stuck unverwechselbare Eleganz und besonderes Flair. Dekorative Profile veredeln auch einen schlichten Raum. Stuck hebt besondere Raumdetails durch Umrahmung hervor und lenkt – am Übergang zwischen Wand und Decke angebracht – den Blick in die Höhe, wodurch Stuck auch kleine Zimmer streckt und weitläufiger erscheinen lässt.





