Etageren

Hochstapeln kann jeder. Aber bestimmt nicht so stilvoll wie die Etagere von heute: Sie ist Gebrauchsgegenstand und filigranes Deko-Objekt in einem und längst nicht mehr nur Ablagefläche von Omas Schokopralinen.

Es gibt sie nostalgisch anmutend oder in futuristischem Design, aus allen möglichen Materialien und sogar in verschiedenen Formen. Ganz neu interpretiert kommt die Etagere jetzt wieder auf den Tisch und macht dabei eine bessere Figur denn je.
Was ist eine Etagere?
Die Etagere ist eine Art Regal aus zwei, meist sogar drei Etagen. Die Teller oder Tabletts, die die verschiedenen Ebenen bilden, werden entweder durch ein Metallgestell gehalten (der Begriff Etagere ist französisch und bedeutet "Gestell") oder mittig durch einen Stiel verbunden. Nach oben hin werden die Stockwerke der klassischen Etagere immer kleiner. Mit dem Stapeln der Teller wird so einerseits Platz gespart, andererseits können Speisen schön übersichtlich drapiert werden. Schon im Barock benutzte man Etageren auf jeder festlich gedeckten Tafel, um Speisen zu servieren. Die Etagere hat oben einen Griff oder Knauf, an dem sie bequem zu jedem beliebigen Ort transportiert werden kann.
Die Etagere ist immer im Einsatz
Die Etagere ist immer im Einsatz Foto: Das Tropenhaus
Ursprünglich als Ablagefläche für Pralinen, Kuchen und Obst gedacht, wurde die Etagere vor allem auf dem Kaffeetisch platziert, wenn Freunde zu Gast waren. In England findet bis heute keine Tea-Time statt, ohne dass die Etagere mit Gebäck oder Sandwiches bestückt wird. Die Franzosen benutzen die Etagere auch gerne als Servierteller für Käse oder Pasteten. Hierzulande ist die Etagere inzwischen vielseitiger im Einsatz: Schlüssel, Handys oder Krimskrams finden auf ihr ein gemütliches Plätzchen, mit Teelichtern verziert dient sie als dekorative Lichtquelle und grüne Daumen schmücken die Etagere auch gerne mit kleinen Sträuchern, Blumen oder Blüten. Die Etagere ist vor allem Saison-Schmückern ein guter Helfer: Ostern "verstecken" sich hier die Eier, im Sommer wird die Etagere mit Muscheln und Sand dekoriert, im Herbst beherbergt sie Zapfen und Kastanien und zu Weihnachten teilen sich Christbaumkugeln und Tannenzweige die Etagen.
Typisches Material und Formen der Etagere
Typisches Material und Formen der Etagere Foto: Lisbeth Dahl
Die Erfindung der Etagere kam vor allem den Porzellan-Manufakturen zu Gute, denn in das Gestell der Etagere, das meist aus Metall war, wurden Porzellan-Teller hineingelegt. Kuchenplatten waren meist aus geschliffenem Glas oder, nach amerikanischem Vorbild, ebenfalls aus Porzellan. Modelle mit Retro-Touch streben bis heute nach dem altmodischen Design, Neuinterpretationen der Etagere sind heute aber auch aus Holz, Kunststoff oder Edelstahl. Etageren in modernem Design sind übrigens nicht mehr ausschließlich rund, sondern auch eckig oder oval.
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