Heizkörper mit heißem Design

Heizkörper sorgen für wohlige Wärme in der Wohnung. Wir zeigen die Trends und geben Tipps zu Kauf und Pflege.

Heizkörper "Flaps" von Victor Vasilev für den italienischen Hersteller Antrax.

Heizkörper "Flaps" von Victor Vasilev für den italienischen Hersteller Antrax.

Foto: Antrax

Flachheizkörper versus Rippenheizkörper

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren großformatige Rippenheizkörper aus Grauguss die Norm. Verglichen mit heute gebräuchlichen Flachheizkörpern hatten diese eine geringere Oberfläche sowie eine sehr hohe Eigenmasse, waren dafür jedoch wenig rostanfällig. Heute ergeben sich mit den neuen Heizkörpern der Radiatorenhersteller zahlreiche Alternativen. Heizkörper gibt es heute in modernem Design, frischen Farben und Formen und in einer Funktionalität, die über das Heizen hinausgeht.
Ein moderner Kompakt- oder Flachheizkörper funktioniert deutlich material- und energieeffizienter als der schwergewichtige Vorgänger. So sorgen heutige Niedrigtemperatur-Heizkörper schon mit 55 Grad warmem Wasser für Wärme, während ältere Heizkörper für die gleiche Heizleistung noch bis zu doppelt so warmes Wasser brauchen.

Heizen ohne Heizkörper

Sonderformen moderner Heizkörper sind Fußboden- und Wandheizungen sowie Deckenstrahlplatten. Hier dienen die Oberflächen der mit Rohren oder elektrischen Heizdrähten versehenen Wände, Fußböden oder Deckenplatten als großflächige Heizkörper.
Heizkörper "Block" von AD Hoc aus poliertem oder mattem Aluminium.

Heizkörper "Block" von AD Hoc aus poliertem oder mattem Aluminium.

Foto: Ad Hoc

Heizkörper für das Wohnzimmer

Gemütliche Wärme ohne einen die Optik störenden Heizkörper im stählernen Rippen-Look - so wünschen sich viele das Wohnzimmer. Ein moderner und dekorativer Heizkörper schafft diesen Spagat. Abhängig vom Material des Heizkörpers setzt er individuelle Akzente: Warm und natürlich wirkt ein Heizkörper mit Holzoberfläche. Elegant wird es mit einem Heizkörper aus Edelstahl. Gewundene Heizrohre oder Heizflächen in ausgefallenem Design sehen edel aus und sind dazu pflegeleicht.

Manche Designer schaffen zudem Heizkörper, die Kunstobjekten gleichen: ein Drahtseil an der Wand, das Musikinstrument in der Ecke oder eine fossile Steinplatte. Im Winter wärmen diese skulpturalen Heizkörper die Umgebungsluft, im Sommer verrät die ausgefallene Wohndekoration nichts über ihre Funktion während der kalten Jahreszeit.

Heizkörper für das Badezimmer

Ob Sommer oder Winter - das Badezimmer ist der meistbeheizte Raum im Haus. Hier zogen vor Jahren Heizkörper mit rechts und links angeordneten, senkrechten Sammelrohren und dazwischenliegenden waagerechten Rohrschenkeln als Handtuchwärmer ein - die Geburtsstunde moderner Heizkörpervarianten. Heute wird im Badezimmer der Heizkörper zum Raumteiler und Sichtschutz, zum Leuchtelement oder zur Wandskulptur. Oder zum Regal…
Hersteller:

Heizkörper "Quadraqua" von Bemm wärmt das Badezimmer und bietet Platz für Handtücher und Accessoires.

Heizkörper "Quadraqua" von Bemm wärmt das Badezimmer und bietet Platz für Handtücher und Accessoires.

Foto: Bemm

Tipps zum Heizkörperkauf

Der Kauf eines Heizkörpers bedeutet meist eine größere Investition. Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich so gut wie möglich im Vorhinein informieren und sich ausführlich vom Fachhändler beraten lassen. Unsere Tipps für den Heizkörper-Kauf:

1. Die Raumgröße bedenken

Ein wichtiges Kaufkriterium ist die Größe des zu beheizenden Raumes. Ein großes Wohnzimmer, womöglich mit offenem Zugang zum Flur oder zur Küche, beheizt man mit einem leistungsstärkeren Heizkörper als ein kleines Arbeitszimmer. Fragen Sie zu Beginn ihrer Überlegungen im Fachhandel, welche Wattzahl die passende ist.

2. Wenn möglich energetisch Sanieren

Manchmal ist es sinnvoll, die Fenster auszutauschen oder zumindest schadhafte Gummiisolierungen im Fensterrahmen zu erneuern, bevor man einen Heizkörper mit besonders hoher Leistung anschafft. Das hält den Energieverbrauch in Grenzen und schont damit Umwelt und Geldbeutel.

3. Der Standort des Heizkörpers

Von Blindkäufen ohne die vorherige Klärung der Standortfrage ist in jedem Fall abzuraten: Ein Heizkörper, der intensiv genutzt wird, ist bestenfalls unter dem Fenster angebracht, da hier eine bestmögliche Luftzirkulation sichergestellt ist. Lassen Sie sich auch hier von einem Fachmann beraten, um die bestmögliche Wärmewirkung im Hinblick auf Ihre individuellen Wohnräume zu erzielen. Und: Beachten Sie unbedingt, wo sich Anschlüsse für den Heizkörper befinden, beispielsweise an der Wand oben oder unten, und wählen Sie den Heizkörper danach aus.

4. Materialeigenschaften und Pflegeaufwand rund um den Heizkörper

Heizkörper aus glatten, wenig bearbeiteten Materialien wie Edelstahl oder Aluminium sind pflegeleichter als Holz- oder Steinoberflächen. Lackierte Modelle benötigen hin und wieder eine Frischekur durch sanftes Anschleifen und Streichen mit einem Speziallack. Wichtig: Heizkörper stets möglichst staubfrei halten, denn Staubpartikel auf dem Heizkörper wirken wärmeisolierend. Besonders leicht zu reinigen sind tauchgrundierte oder pulverbeschichtete Heizkörper.

5. Strahlungswärme oder Konvektionswärme?

Beim Kauf auf einen hohen Anteil an Strahlungswärme beim Heizkörper achten. Für behagliches Klima sorgt ein hoher Anteil dieser Wärmeübertragung, denn grundsätzlich gilt: Der Heizkomfort ist umso größer, je höher der Anteil an Strahlungswärme ist. Im Gegensatz zur Konvektionswärme, die durch die Erwärmung kalter Luft am Heizkörper entsteht und zu einer erhöhten Luft- und Staubzirkulation im Raum führt, entsteht Strahlungswärme durch Strahlen im Infrarotbereich. Die erwärmen feste Gegenstände wie Wände oder Möbel und wirbeln die Raumluft nicht auf. Ein besonders für Allergiker nicht zu unterschätzender Vorteil.
Heizkörper "Excelsior" kann auf Wunsch durch den Hersteller Zehnder auch an Treppenläufe und Dachschrägen angepasst werden.

Heizkörper "Excelsior" kann auf Wunsch durch den Hersteller Zehnder auch an Treppenläufe und Dachschrägen angepasst werden.

Foto: Zehnder

Wärmeleistung und Energiebedarf der neuen Heizkörper

Auch bei den modernen, mitunter gar nicht mehr Heizkörper zu erkennenden Geräten müssen Wärmeleistung und Energiebedarf vor dem Einbau berechnet werden. Dies übernimmt der Installationsbetrieb auf Basis der Daten des Heizkörperherstellers. Wie beim gängigen Heizkörper geht es auch bei ausgefallenen Entwürfen um die Bestimmung der hinreichenden Oberfläche, von der schließlich die Wärme in den Raum abstrahlt, also um die ausreichende Zahl von Modulen oder Rohren der ins Auge gefassten Modelle.

Die Neuberechnung kann beispielsweise ergeben, dass ein Designheizkörper mit der für den Raum notwendigen Leistung zu groß für den alten Platz ist. Notfalls muss der Raum mit einem weiteren Heizkörper erwärmt werden.

Warmwasserkreislauf oder Strom für den Heizkörper?

Einige der vorgestellten Heizkörper heizen nur mit Strom – man steuert sie am besten mit Zeitschaltuhr, damit Verbrauch und Bedarf übereinstimmen und keine unnötigen Energiekosten entstehen. Andere Modelle sind im Heizkreislauf, das heißt im Warmwasserbetrieb oder ebenfalls mit Strom einsetzbar.

Nützliche Accessoires für Heizkörper

Zusatzfunktionen wie Stangen oder Ablagen, Haken und sogar Beleuchtung, wie sie zum Beispiel die Serie "Fedon" von Kermi anbietet, stehen bei zahlreichen Herstellern ergänzend zum Heizsystem zur Auswahl. Viele der neuen Heizkörper punkten daneben mit praktischen Extras: "Fedon" hat eine Funktionsfuge auf seiner Fläche, in der in beliebiger Höhe Accessoires aus dem Kermi-Programm fixiert werden können – von der Stange bis hin zu Spiegel und Beleuchtung.

Zur Verbesserung des Raumklimas und gegen Erkältungs- und Atemwegserkrankungen im Winter hilft eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Verzichten Sie dabei auf den offenen Wasserbehälter am Heizkörper, da sich hier leicht Bakterien sammeln. Hygienischer ist ein elektrischer Luftbefeuchter. Mit Geräten, welche die Luftfeuchtigkeit im Raum selbstständig bestimmen, bleibt das Raumklima trotz laufender Heizkörper konstant.

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