Satteldach

Architektonisch und konstruktiv bewährt und dazu praktisch und preiswert: Das Satteldach steht bei Bauherren nach wie vor hoch im Kurs.

Foto: Bernd Borchardt
Ein Satteldach besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die an ihrer höchsten Stelle, dem Dachfirst, miteinander verbunden sind. Das Satteldach liegt dabei in der Form eines mehr oder weniger gleichmäßigen Dreiecks auf den Geschossen des Gebäudes und schließt mit seinem First entweder parallel mit beiden Giebeln ab oder ragt über diese hinaus. Das Satteldach wird als Sparren- oder Pfettendach konstruiert und hat sich in unseren Breiten über Jahrhunderte hinweg bewährt. Sein unschlagbarer Vorteil: Durch das einfache Konstruktionsprinzip beim Satteldach ist eine Fülle an unterschiedlichen Dachneigungen und Traufhöhen möglich. Außerdem ist ein Satteldach sehr witterungsbeständig und muss im Vergleich zum Flachdach beispielsweise nur selten gewartet werden.

Was macht ein Satteldach aus?

Beim Satteldach ist erlaubt, was gefällt. Weit verbreitet ist das Satteldach mit einer Neigung von 38 bis 45 Grad, denn dann bietet das Satteldach ausreichend Platz für einen Dachgeschossausbau. Doch gerade die Möglichkeit, unterschiedliche Neigungen oder Traufhöhen zu planen, lässt das Satteldach je nach Region und Baustil ganz unterschiedlich aussehen. Wo der Wind stark weht und häufig Regenschauer übers Land ziehen, findet man das Satteldach mit steilem Neigungsgrad. So trocknet die Dachfläche schneller, die Nässe hat keine Chance, Schäden am Satteldach anzurichten. Dort, wo es häufig schneit, hat ein Satteldach dagegen eine eher niedrige Neigung. Das soll verhindern, dass Schneemassen unkontrolliert vom Satteldach rutschen.

Eine Dachneigung von höchstens 30 Grad hat das so genannte flache Satteldach. Bei einer Dachneigung von 45 Grad spricht man von einem Winkeldach und als gotisches bzw. altdeutsches Dach wird ein Satteldach bezeichnet, wenn es um 62 Grad geneigt ist.

Nutzung von Häusern mit Satteldach

Vorteile Satteldach

  • Preisgünstig
  • Witterungsbeständig
  • Umweltfreundliche Dacheindeckung mit Naturmaterialien möglich
  • Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Nachteile Satteldach

  • Wohnraumverlust bei steilen Satteldächern
  • Belichtungsmöglichkeiten nur durch Dachfenster

Lange wurde das Satteldach als ewig gestrig verschmäht, doch als die in den 60er- und 70er-Jahren beliebten Flachdachbauten große Probleme durch ihre zu Undichtigkeit neigende Dachkonstruktion bekamen, war das witterungsbeständige Satteldach wieder auf dem Vormarsch. Ein weiterer Pluspunkt für das Satteldach: Die rechtwinkligen Dachflächen beim Satteldach sind verhältnismäßig leicht und kostengünstig auszuführen. Das spart während der Bauzeit bares Geld. Außerdem kann der Raum unter einem Satteldach nahezu ohne Einschränkung genutzt werden. Wer beim Dachzimmer nicht auf hohe Möbel unter dem Satteldach verzichten möchte, sollte bei der Hausplanung auf eine besonders flache Dachneigung von etwa 25 Grad setzen.