Stadtvilla und Stadtvillen

Zentral gelegen und doch mitten im Grünen mit reichlich Platz vor und hinter der Haustür – das sind die Vorteile einer Stadtvilla.

Foto: Carsten Klein
Die Stadtvilla ist seit dem Barock bekannt und hat sich als Vororthaus im 19. Jahrhundert etabliert. Damals schuf sich die wohlhabende Stadtbevölkerung Rückzugsräume in der heutigen Stadtvilla, die meistens als Zweit- oder Landhaus in Stadtrandlage genutzt wurde. Heute sind viele dieser ehemaligen Landhäuser durch die Ausbreitung der Städte in zentraler Lage zu finden. Neben Altbauten gibt es die moderne Stadtvilla, die sich durch ihren großzügigen Grundriss und eine parkähnliche Gartenanlage von benachbarten Einfamilienhäusern abhebt.

Eigenschaften einer Stadtvilla

Charakteristisch für eine Stadtvilla ist die Lage innerhalb der Stadt. Außerdem ist eine Stadtvilla ein größeres, freistehendes, repräsentatives und von einem Garten umgebenes Privathaus. Im Normalfall wird eine Stadtvilla lediglich von einer Wohnpartei bewohnt. Umgebaute Altbauten beherbergen aber durchaus mehrere Wohnparteien. Mitunter wird eine Ebene der Stadtvilla geschäftlich genutzt, die anderen bewohnt.
Foto: Huthmacher
Grundsätzlich können Stadtvillen in allen denkbaren Baustilen errichtet werden. Auch eine Vielzahl an Dachformen ist bei der Stadtvilla möglich, wobei sich in den letzten Jahren ein kubischer, mehrstöckiger Grundriss und ein flach geneigtes Zeltdach oder aber das Flachdach für die Stadtvilla durchgesetzt haben.
Neben der Lage innerhalb eines Gartens zeichnen eine Stadtvilla oft aufwändig inszenierte Blickachsen aus den Wohnräumen hinaus in die umgebende Landschaft aus. Gelegentlich findet man auch bei der modernen Stadtvilla noch traditionelle Fassadenelemente wie Säulen und Erker, einen Portikus oder Turm. Ein formales Kriterium für den Haustyp Stadtvilla sind diese Eigenschaften allerdings nicht mehr. Viele Bauherren wünschen sich ihre Stadtvilla in deutlich zurückhaltender, beispielsweise auf Elemente des Bauhauses zurückgreifender Formensprache.

Vorteile

  • zentrale Lage
  • viel Platz im Haus
  • Gartenflächen
  • Distanz zum Nachbarn, trotz urbaner Lage

Bewohner einer Stadtvilla genießen die Vorteile der städtischen Infrastruktur und eines großen, freistehenden Einfamilienhauses. Leben in einer Stadtvilla bedeutet meistens kurze Wege zum Arbeitsplatz, zur Schule oder zu kulturellen Angeboten. Wo Bewohner von städtischen Mehrfamilienhäusern neben diesen Vorteilen auch Nachteile wie mangelndes Parkplatzangebot oder direkte Nachbarschaften und die damit einhergehenden Ruhezeiten in Kauf nehmen müssen, dürfen sich Besitzer einer Stadtville über reichlich Platz auf dem eigenen Grundstück freuen.
Foto: Francesca Giovanelli
Gut eignet sich eine Stadtvilla für Familien mit Kindern. Die Stadtvilla bietet nicht nur ausreichend Platz für alle, sondern ermöglicht auch ungezwungene Aktivitäten im Garten. Der Vorteil: Durch die Distanz zum Nachbarn können große und kleine Bewohner einer Stadtvilla Haus und Garten deutlich ungezwungener nutzen, als dies innerhalb von Städten sonst möglich ist. Beschwerden von nebenan sind wegen des freien Geländes rund um die Stadtvilla nur selten zu erwarten.

Wer seine Stadtvilla nicht nur als Wohnhaus, sondern auch beruflich nutzen möchte, wird durch das Grundstück um die Stadtvilla herum selten auf Probleme bei der Umsetzung seines Vorhabens stoßen. Anbauten sind – sollte es sich bei der Stadtvilla nicht um einen denkmalgeschützten Altbau handeln – bei einer Stadtvilla meistens problemlos möglich.

Nachteile

  • teures Grundstück
  • hohe Bau- und Unterhaltungskosten
  • Außenanlage muss zeitaufwändig gepflegt werden

Mehr noch als das herkömmliche Einfamilienhaus hat die Stadtvilla ihren Preis. Baugrundstücke in urbaner Lage sind rar und entsprechend teuer. Die Stadtvilla ist sowohl hinsichtlich ihrer Planungs- und Bauphase als auch in der Unterhaltung oder bei späteren Sanierungsarbeiten einer der teuersten Haustypen. Eine Stadtvilla hat in den meisten Fällen große Fassaden und Dachflächen - Attribute, die den Bau einer Stadtvilla kostspielig machen. Wände und Dach der Stadtvilla treiben allein durch ihr Ausmaß die Baukosten in die Höhe und müssen zudem aufwändig gegen Wärmeverlust isoliert werden.

Auch die großen Freiflächen der Stadtvilla müssen gepflegt werden. Wer lange Erschließungswege, Rasenflächen oder Nebengebäude nicht regelmäßig in Ordnung bringen möchte oder kann, für den wird eine Stadtvilla mit all ihren Vorteilen nicht das richtige Haus sein.

Fazit:

Wer die Nähe zur Stadt nicht missen und trotzdem reichlich Wohn- und Gartenfläche nutzen möchte, dem bietet die Stadtvilla einen idealen Lebensstil. Urban und doch ruhig gelegen, vereint die Stadtvilla Vorzüge des städtischen Umfelds mit der Ruhe eines ländlich gelegenen, großen Einfamilienhauses. Je nach Größe eignet sich eine Stadtvilla für Familien mit Kindern oder auch als Domizil für Bewohner, die in ihrer Stadtvilla nicht nur leben, sondern auch Geschäftsräume integrieren möchten.

Geeignet für:

  • Familien mit Kindern
  • Individualisten
  • Stadt- und Gartenliebhaber