Holzhaus und Holzhäuser

Immer mehr Menschen wünschen sich ein Holzhaus: Neben der natürlichen Wohnatmosphäre überzeugt vor allem sein nachwachsender Baustoff mit einer hervorragenden Öko-Bilanz.

Foto: Børje Müller
Das Holzhaus erlebt in den letzten Jahren eine wahre Renaissance - denn ein Holzhaus glänzt mit dem natürlichen Baustoff Holz und solider Ressourcenschonung. Dazu ist das Material von Holzhäusern modern und traditionsreich zugleich. Zwar werden Holzhäuser schon seit Jahrhunderten gebaut, Verarbeitung, Technik und Aussehen rund ums Holzhaus sind aber einem steten Wandel unterzogen. Das Besondere am Holzhaus: Sein Baustoff ist universell einsetzbar. Vom kleinen Holzhaus für zwei bis drei Personen bis hin zur extravaganten Trendsetter-Wohnskulptur ist mit einem Holzhaus beinahe jeder Haustyp realisierbar.

Eigenschaften des Holzhauses

Streng betrachtet ist ein Holzhaus immer dann ein Holzhaus, wenn sein Tragwerk aus Holz besteht. Wandfüllungen aus Stein, Ziegel oder modernen Dämmmaterialien ändern an dieser Zuordnung nichts. Trotz aller Neuerungen und architektonischen Einflüssen sind beim Holzhaus auch noch heute vor allem zwei Grundprinzipien für die Konstruktion aktuell.
Auf der einen Seite ist das die Blockbohlenbauweise beim Holzhaus. Bei ihr werden durch das Zusammenfügen von Stämmen, Brettern oder Balken die Wände und Decken konstruiert. Daneben existiert das so genannte Stabtragwerk im Holzhaus. Bei ihm übernehmen senkrechte Hölzer die Last von solchen, die waagrecht in Decke und Dach der Holzhäuser angebracht sind. Traditionelle Vertreter dieser Bauweise sind Fachwerkhäuser. Die beim modernen Holzhaus oftmals angewandte Holzrahmenkonstruktion funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Vorteile

Vorteile Foto: Børje Müller
Ein Holzhaus muss nicht zwangsläufig einen urigen Blockhütten-Look haben. Bauherren können heute aus einer Vielzahl unterschiedlicher Konstruktions- und Gestaltungstypen für ihr Holzhaus wählen. Der Klassiker ist trotzdem weiterhin die natürliche Blockbohlen-Ästhetik. Aber selbst bei ihr befindet sich zumeist eine tragende Konstruktion inklusive Wärmedämmung dahinter. Wer beim Holzhaus mehr Wert auf die verträgliche Bauweise als auf die Holzoptik legt, ist mit modernen Tafel- oder Rahmenkonstruktionen gut beraten. Hier können die Wandflächen auf Wunsch auch verputzt werden.
Ein großes Plus beim Holzhaus ist die Chance, einen ökologisch vertretbaren Baustoff zu benutzen. Da es sich zumeist um heimisches Holz handelt, sind die Anfahrtswege für das Material häufig sehr kurz. Was mitunter auch die Baukosten für Ihr Holzhaus senkt. Das Holzhaus hat noch einen weiteren Vorteil: Die Wandstärke einer Holzrahmenwand liegt deutlich unter der einer in Massivbauweise, so kommt im Holzhaus schnell ein Nutzflächengewinn von zehn Prozent zusammen. Gleichzeitig bietet ein nach heutigem Standard errichtetes Holzhaus einen gute Schall- und Wärmeschutz.
positiv:

  • nachwachsender Rohstoff
  • Baustoff aus der Region
  • guter Schall- und Wärmeschutz
  • große Gestaltungsbandbreite

Seit den neunziger Jahren sind auch unterschiedliche Fertigbausysteme für Holzhäuser auf dem Markt. Große Elemente werden dazu auf der Baustelle in Rekordzeit zusammengesteckt und verbunden. Ihr Vorteil: Baufeuchte, die bei gemauerten Massivhäusern problematisch werden kann, ist beim Holzhaus kein Thema. Es wird größtenteils in Trockenbauweise errichtet, so dass ein Holzhaus von Anfang an für ein gutes Raumklima sorgt.

Nachteile

Nachteile Foto: Jürgen Holzenleuchter
Typische Schwachstellen beim Holzhaus sind mangelnde Luftdichtheit und mitunter fehlender Schutz gegen starke Regengüsse. Bei mangelhafter Planung oder falscher Materialverarbeitung kann es im Holzhaus daher empfindlich ziehen oder sogar feucht werden. Achten Sie also darauf, dass Ihr Holzhaus eine fachlich ausgeführte Luftdichtheitsschicht mit notwendiger Wärmedämmung erhält.
negativ

  • Folgeschäden durch Baufehler
  • Vergrauen der Fassade

Kein baulicher Mangel, sondern eher eine Geschmacksfrage ist die Fassade: Wenn sie unbehandelt ist, wird sie mit der Zeit grau. Wer dieses Vergrauen verhindern möchte, muss zum Pinsel greifen und lackieren. Das zieht allerdings hohe Folgekosten nach sich, weil dann die Fassade am Holzhaus alle zwei bis drei Jahre nachlackiert werden muss.

Fazit

Wer mit nachwachsenden Materialien aus der näheren Umgebung bauen möchte oder einfach Holz-Optik und traditionelle Fassadengestaltung schätzt, ist beim Holzhaus richtig. Hinzu kommt, dass dem Bauherrn beim modernen Holzhaus lediglich sein Zeitplan, der Bebauungsplan für sein Grundstück oder die nötigen finanziellen Mittel Grenzen setzen. Baustil und Architektur sind beim Holzhaus dafür beinahe frei wählbar.

Geeignet für:

• ökologisch bewusste Menschen
• Systemhaus-Fans
• Liebhaber traditioneller Bauformen