Gartenteich und Gartenteiche

Ein Gartenteich ist ein komplexes kleines Ökosystem. Wie Sie einen Teich anlegen, Algen in den Griff bekommen und warum Pflanzen unverzichtbar sind, lesen Sie hier.

Der Gartenteich: Zierde und komplexes Ökosystem

Der Gartenteich: Zierde und komplexes Ökosystem

Foto: Graf Luckner
Die Geräusche des Wassers, die Bewegungen der Vögel und Fische und dazu ein paar Seerosen als bunter Farbtupfer auf flaschengrünem Wasser: Ein lebendiger Gartenteich ist etwas ganz Besonderes.

Doch das kleine Ökosystem reagiert empfindlich auf seine Umwelt. Damit der Gartenteich Freude und nicht zu viel Arbeit macht, sollte er langfristig ein stabiles Gleichgewicht entwickeln. Das heißt, es sollte keine Verlandung durch zu viel Teichschlamm oder verdunstendes Wasser entstehen. Außerdem sollte der Algenbewuchs kontrolliert und ein richtiges Maß an Sauerstoff und Nährstoffen gefunden werden. Wie Sie ihren ganz individuellen Teich planen, anlegen und pflegen, können sie hier lesen.

Die verschiedenen Arten des Gartenteichs

Möchten Sie eher einen akkurat angelegten Teich mit einem eingefassten Rand aus Stein? Oder einen naturbelassenen, mit hohem Schilf und wuchernden Gräsern? Möchten Sie Fische in dem Teich halten oder wünschen Sie sich kleine Kanäle und Wasserfälle, an denen Sie entlang spazieren können? Wenn Sie wollen, können Sie den Gartenteich sogar als Swimming Pool anlegen.

Folienteich oder Fertigbecken

Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Systeme, einen Gartenteich anzulegen: Folienteiche oder Fertigbecken.

Folienteiche haben den Vorteil, dass Sie Form, Größe und Verlauf des Teichs selber vorgeben können. Beim Anlegen von Folienteichen wird eine Grube ausgehoben und mit einer Teichfolie ausgelegt. Beton, Bentonit und Ton können ebenfalls zur Abdichtung genutzt werden. Ein Folienteich bedarf etwas Vorbereitung und Aufwand. So müssen Sie beispielsweise die Größe der Folie anhand der Maße des Teiches berechnen. Zudem besteht ein Folienteich aus mehreren Schichten: Auf das Erdreich wird zunächst eine Sandschicht gestreut, dann folgt ein Schutzfließ und letztendlich die Teichfolie. Die Folien für Gartenteiche müssen elastisch, kälte- und reißfest sein, um die Witterung unbeschadet überstehen zu können. Sie bestehen aus Polyethylen, PVC oder Kautschuk und werden entweder miteinander verklebt oder verschweißt, um den Gartenteich abzudichten. Bedenken Sie: Bei einem Wasservolumen von über 7.000 Litern müssen Sie eine Baugenehmigung für den Teich einholen.

Etwas stabiler und garantiert wasserdicht sind Fertigbecken aus Polyethylen oder Polyester, die einfach in die Erde gegraben werden. Sie sind innerhalb eines Tages installiert. Der Nachteil der Fertigbecken ist, dass Sie Form und Verlauf des Gewässers nicht selbst bestimmen können.

Außerdem eignen sich Fertigbecken nur bis zu einer Größe von maximal 5 qm und der Plastikrand lässt sich nur schwer kaschieren. Fertigteiche gibt es in verschiedenen Größen und Formen, sie müssen einfach an einer geeigneten Stelle in den Boden gegraben werden. Der Nachteil eines Fertigteichs: Der Übergang von Ufer zu Wasser ist sehr abrupt und steil. So wird der Rand zu einer tödlichen Falle für Tiere und Pflanzen haben es schwer, sich am Ufer anzusiedeln.

Die Gestaltung – natürlich oder formal

Ob Sie die Gestaltung des Teiches akkurat planen oder einen naturbelassenen Teich wünschen, ist Geschmackssache. Tiere bevorzugen flache Ufer und Rückzugsorte zwischen Steinen und Gräsern.

Naturteiche ermöglichen diese Verstecke. Ihre Bepflanzung und Gestaltung mutet naturbelassen an: Die Teichfolie am Rand ist von Steinen und Pflanzen kaschiert, der Bewuchs ist kunterbunt angelegt und darf frei wachsen.

Formale Teiche sind akkurat angelegt. Sie haben symmetrische Grundrisse, gemauerte Ränder und eine strenger angelegte Bepflanzung.

Schwimmteiche sind eine Mischung aus Swimming Pool und Gartenteich. Wie der Folienteich werden sie mit einer speziellen Folie abgedichtet. Im Gegensatz zu einem Pool wird das Wasser eines Schwimmteiches jedoch nicht mit Chlor oder anderen Chemikalien gereinigt. Bei einem Schwimmteich sorgen Filteranlagen oder Mikroorganismen für sauberes Wasser. Mehr darüber können Sie in diesem Artikel über Schwimmteiche erfahren.

Ein natürlicher Pool, ganz ohne Chlor

Ein natürlicher Pool, ganz ohne Chlor

Foto: Christian Burmester

Einen Teich planen

Ein Gartenteich wird grob in vier Zonen gegliedert. Die Uferzone am Rand, die Feuchtzone bis etwa 15 Zentimeter Wassertiefe, die Sumpfzone (15-20 cm) und die Tiefenzone. Jede Pflanze und jeder Wasserbewohner benötigt eine bestimmte dieser Zonen als Lebensraum.

Vor allem aus praktischer Sicht, aber auch aus optischen Gründen sind sanfte Übergänge zwischen Ufer, Wasser und den verschiedenen Tiefenzonen sehr wichtig. Pflanzen und Tiere haben es so leichter, sich in und um den Teich anzusiedeln.

Planen Sie etwas zusätzliche Teichfolie ein, die über den Rand des Wassers hinausgeht. Nur so können Sie das Ufer stabil und dauerhaft sichern. Außerdem wird sie benötigt, um die unerlässliche Kapillarsperre einzurichten. Dazu klappen Sie den äußeren Rand der Folie am Ende senkrecht nach oben und sichern sie mit Erde, Kokosmatten und Pflanzen. Die so entstandende Folienwand verhindert, dass der Gartenboden in Kontakt mit dem Teichwasser kommt. Die Erde würde sonst wie ein Schwamm Wasser aus dem Teich saugen. Sichtbare Folie können Sie mit Kokosmatten verdecken, auf die Sie wiederum Pflanzen setzen.

Sie können den Gartenteich auch mit Brücken, Trittsteinen und kleinen Wegen verzieren. Achten Sie aber darauf, dass ein Teil des Ufers unbetreten bleibt, damit sich dort Tiere und empfindliche Pflanzen niederlassen können.

Als Zugang zum See können Sie einen Steinweg zum Ufer oder sogar einen kleinen Steg anlegen. Außerdem können Sie den Gartenteich mit Wasserspielen, Springbrunnen oder Skulpturen dekorieren.

Die richtige Platzierung

  • Wenn Sie ein lebendiges Biotop im Garten anlegen wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Tiere genügend Ruhe haben. Liegt der Gartenteich abgeschieden und abseits der Sitzecke, werden sich mehr Vögel und andere Tiere an ihm sammeln.
  • Auch in der Nähe der Terrasse oder des Hauses macht sich der Teich gut. Da Mückenlarven meist als Futter für andere Teichbewohner dienen, werden Sie nicht mehr Mücken als sonst im Garten haben.
  • Wenn sich öfter (kleine) Kinder im Garten aufhalten, denken Sie an ein stabiles Gitter oder einen Zaun zur Sicherung! Kinder können auch in einem flachen und kleinen Gartenteich ertrinken.
  • Wenn Sie eine Filter- oder Lichtanlage planen, benötigen Sie eine Stromquelle in der Nähe des Teiches.
  • Der Teich und die Pflanzen in ihm brauchen Sonnenlicht. Jedoch sollte das Wasser nicht den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sein, da er sonst zu sehr aufheizt.
  • Nadelbäume oder Schilf eignen sich sehr gut als Schattenspender. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Laubbäume in unmittelbarer Nähe des Wasers stehen. Herabfallende Blätter würden sonst ständig das Wasser verunreinigen.
  • Das Gelände, auf dem der Teich angelegt wird, sollte eben sein. Ansonsten überschwemmt der Teich den umliegenden Rasen oder andersherum fließt ständig Regenwasser in den Teich.
Seerosen spenden Schatten und halten so das Wasser kühl.

Seerosen spenden Schatten und halten so das Wasser kühl.

Foto: Frank

Teichbewohner - von Fischen und Pflanzen

Ein Teich ohne Pflanzen ist ein trostloser Anblick. Außerdem sind Pflanzen in den unterschiedlichen Teichzonen wichtig, um das ökologische Gleichgewicht zu halten. Feengras oder Tausendblatt in der Tiefe zum Beispiel halten das Wasser schattig, kühl und sauerstoffreich – die besten Mittel gegen Algenwachstum.

  • Jede Pflanzenart bevorzugt eine spezielle Wassertiefe. So gibt es Pflanzen, die mindestens in einem Meter Tiefe leben müssen, weil sie kein Sonnenlicht vertragen. Andere brauchen einen Wechsel von nassem und feuchtem Boden, um gedeihen zu können. Fachkräfte im Handel können Sie darüber informieren, welche Pflanze welche Wassertiefe benötigt.
  • Taschen und Körbe mit Nährboden ergeben das Fundament für die Pflanzenwurzeln. Die Behälter werden mit nährstoffarmer Erde versehen und mit Sand beschwert. Die Taschen oder Körber können Sie sowohl in tieferen Zonen mit Sand versenken oder in Ufernähe eingraben.
  • Stark wuchernde Pflanzen sollten Sie von Zeit zu Zeit etwas ausdünnen, damit sie sich nicht gegenseitig Licht und Nährstoffe wegnehmen.
  • Schilf am Ufer sorgt dafür, dass die Uferzone im Winter zumindest teilweise eisfrei bleibt. Das ist wichtig für den Sauerstoffgehalt des Wassers. Auch Unterwasserpflanzen sind als Sauerstoffproduzenten unerlässlich.
Beliebte Wasserpflanzen

  • Binsen (Uferzone)
  • Trollblume (Uferzone)
  • Zungenhahnenfuß (Sumpfzone)
  • Rohrkolben (Sumpfzone)
  • Seerosen (Tiefwasserzone)
  • Feengras (Tiefwasserzone)

Fische

Generell gilt: Sie sollten sich entscheiden, ob Sie einen Zierteich bevorzugen, in dem Sie hauptsächlich Pflanzen ziehen oder ob Sie einen Fischteich im Garten wünschen. Beiden, der üppigen Flora und den Fischen, einen angenehmen Lebensraum zu bieten, ist nur mit viel Mühe und Hilfsmitteln zu schaffen.

Falls Fische den Gartenteich beleben sollen, muss besonders auf eine stabile Wasserqualität geachtet werden. Sollen die Tiere im Teich überwintern, brauchen sie dafür eine Wassertiefe von mindestens einem Meter. Wichtig ist auch ausreichend Schatten. Liegt die Wasseroberfläche den ganzen Tag in der Sonne, heizt sich der Fischteich zu sehr auf und der Sauerstoffgehalt kann gefährlich sinken. Für den Sauerstoffgehalt im Wasser ist es zudem hilfreich, wenn etwas Wind an den Teich gelangt. Der durchmischt das Wasser und bringt Sauerstoff in tiefere Zonen.

Im Winter dürfen Fische nicht gefüttert werden, da sie ab etwa 10 Grad Celsius aufhören zu fressen. Achten Sie darauf, dass um die Uferbepflanzung immer ein paar Stellen ohne Eis bleiben. Denn auch im Winter produziert das Ökosystem im Teich Gase, die an die Luft abgegeben werden müssen. Hacken Sie jedoch bitte keine Löcher in das Eis, da sich die Tiere sonst erschrecken oder sogar verletzt werden können. Manche Fische müssen ab einer bestimmten Temperatur zum Überwintern ins Haus geholt werden.

Algen

Akuter Sauerstoffmangel kann im schlimmsten Fall zum plötzlichen Absterben der Pflanzen und Tiere im Gartenteich führen. Vor allem Algen sind ein Hauptgrund für den Sauerstoffmangel.

Algen lieben Licht, Wärme und kalkhaltiges Wasser. Um ihrer Herr zu werden, sollte man darauf achten, dass der Gartenteich genügend Schatten abbekommt und Nährstoffe nicht im Überfluss vorhanden sind. Wuchernde Algen sollten regelmäßig entfernt werden.

Diese Maßnahmen helfen, das Algenwachstum einzudämmen:

  • Großblättrige Pflanzen, die auf dem Wasser schwimmen, spenden Schatten, halten das Wasser kühl und wirken so der Algenbildung entgegen.
  • Unterwasserpflanzen wie Froschbiss und Krebsschere entziehen dem Wasser Nährstoffe und bekämpfen so die Algen.
  • Verwenden Sie nie Pflanzenerde als Nährboden für den Teich. Die Erde enthält sehr viele Nährstoffe, die als Futter für Algen dienen.

Reinigung und Pflege

Sie sollten den Gartenteich regelmäßig von losen Blättern und wuchernden Pflanzen befreien. Sie verschmutzen das Wasser, verrotten dort und können das biologische Gleichgewicht kippen lassen.

Teichpflanzen helfen, das Wasser klar zu halten, indem sie Nährstoffe binden. So wirken sie auch übermäßigem Algenwachstum entgegen.

Eine gründliche Reinigung bietet sich im Frühjahr an. Im Herbst herabfallende Blätter sind auf den Grund gesunken und haben sich über den Winter in eine Schlammschicht verwandelt. Bei wärmeren Temperaturen kann diese Schlammschicht anfangen zu faulen und unangenehm zu riechen. Um dem vorzubeugen, können Sie regelmäßig mit einem Haken oder einem Kescher Algen und Blätter abfischen und entsorgen.

Kleine Teiche sollten Sie spätestens nach ein paar Jahren einmal entleeren, Schlamm abtragen und das Becken mit Frischwasser auffüllen. Für das Ausleeren können Sie sich im Fachbedarf einen Teichschlamm-Sauger leihen.
Autor: Emily Bartels

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