Ob im Mauerwerk, im Garten oder als Dekoration für den Innenraum – Stein ist vielfältig einsetzbar und hat als Naturprodukt eine positive Umweltbilanz.

Foto: Helmut Hassenrücks
Stein besteht aus Mineralien oder aus Gesteinen, kommt aus der Natur und ist im Laufe der Erdgeschichte entstanden. Im Bauwesen wird Stein nach verschiedenen Kriterien unterschieden: nach der Form, der Größe und dem Verwendungszweck. Bei der Form unterteilt man Stein in Rundstein, Bruchstein und gebrochene Mineralstoffe. Nach der Größe wird Stein eingeteilt in Gesteinsmehl, Sand, Kies, Schotter und Steinblöcke. In den vergangenen Jahren hat sich als Ergänzung zum echten Stein aus dem Steinbruch auch künstlicher Stein auf dem Markt etabliert.
Wird Stein im Innenraum verbaut, unterscheidet man Stein in Naturstein, Werkstein und Haustein. Naturstein ist ein Stein, der eine natürliche Herkunft und damit eine beliebige Form haben kann. Dazu gehören Mauersteine oder Pflastersteine. Werkstein kann entweder behauener oder gespaltener Stein sein oder aber traditionell hergestellter Stein. Dazu wird beispielsweise Lehm oder Zement getrocknet oder gebrannt und in eine bestimmte Form zu Stein gepresst. Typische Beispiele für diese Art von Stein sind Ziegel oder Betonpflastersteine. Haustein schließlich ist anfangs unbearbeiteter Stein, der vom Steinmetz oder Steinbildhauer in Form gebracht wird.

Eigenschaften von Naturstein

Eigenschaften von Naturstein Foto: Stefan Thurmann
Favorit für den Innen- und Außenbereich ist natürlicher Stein. Dieser wird unmittelbar im Steinbruch gebrochen, besitzt je nach Typ und Lage eine unterschiedliche Festigkeit und Farbe und wird entweder in mehr oder minder großen Blöcken oder als schmale Verblendung aus Stein verarbeitet. Unterschieden wird bei natürlichem Stein zwischen Hart- und Weichgestein. Harter Stein ist zum Beispiel Basalt, Granit, Porphyr und Quarzit. Weicher Stein ist dagegen Kalk- und Sandstein, Nagelfluh, Travertin, Schiefer und Marmor. Jeden Stein erhalten Sie auf Wunsch geschnitten in quadratischer und rechteckiger Form, mit bruch- und sägerauer sowie geflammter Oberfläche.
Im Gartenbau wird Stein für Wege oder Terrassen, Beete und Teiche verwendet, beim Hausbau dient Stein der Fassadenverkleidung. Im Wohnbereich werden Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Treppen, Bodenbeläge und Fensterbänke aus Stein gefertigt. Der Grund für die vielfältige Nutzung von Stein: Stein wirkt antiallergisch, ist abriebfest und unbrennbar. Außerdem wird Stein energiesparend gewonnen und kann als natürliches Material umweltverträglich entsorgt werden.

Eigenschaften von Kunststein

Wandgestaltung mit Kunststein Wandgestaltung mit Kunststein

Foto: Helmut Hassenrueck
Aus Polyester und Glasfasern in Verbindung mit einer Oberflächenbearbeitung aus Steinmehl werden Wand- und Decken-Paneele hergestellt, die optisch natürlichem Stein gleichen. Neben dem deutlich günstigeren Preis ist vor allem auch die einfachere Handhabung ein Grund dafür, sich für künstlichen Stein zu entscheiden.
Künstlichen Stein gibt es als Platten zu kaufen. Das Zuschneiden und Anpassen der Elemente, die meist für eine Wand- oder Deckenverkleidung eingesetzt werden, ist einfach. Der Stein ist elastisch und bricht viel seltener als ein natürlicher Stein. Im Gegensatz zum Naturprodukt muss der künstliche Stein nicht mit einer Dämm- und Isolierschicht ausgestattet werden, denn diese ist oft schon integriert. Für Farbliebhaber: Jeder natürliche Stein ist als exakte Nachbildung im Handel zu haben. Außerdem kann künstlicher Stein in Wunschschattierungen bei vielen Händlern individuell bestellt werden.

Künstlicher Stein ist ideal für die Wandgestaltung und für feuchte und warme Räume wie Küche oder Bad. Hohe Luftfeuchtigkeit kann künstlichem Stein nichts anhaben, denn der Stein ist wasserfest und abriebbeständig.

Vorteile von Stein

  • unkomplizierte Verarbeitung
  • langlebig und belastbar
  • wenig Aufwand für Pflege und Säuberung
  • jeder Stein ein Unikat

Sowohl künstlicher Stein als auch natürlicher Stein haben den Vorteil, dass die Materialien nicht nur unkompliziert zu verarbeiten sind, sondern sich Stein auch durch seine Langlebigkeit und Belastbarkeit auszeichnet. In Küche oder Badezimmer können Dämpfe, Feuchtigkeit oder Spritzwasser dem Stein nichts anhaben. Er ist pflegeleicht, kann trocken oder leicht feucht gereinigt werden und muss im Gegensatz zu anderen Materialien weder nachlackiert noch regelmäßig gestrichen werden.

Weiterer Vorteil: Entscheiden Sie sich für einen natürlichen Stein, können Sie sicher sein, Fassaden, Boden oder Küchenarbeitsplatte mit einem echten Unikat zu schmücken. Bei natürlichem Stein gleicht kein Exemplar völlig dem anderen.

Nachteile von Stein

  • natürlicher Stein ist teuer
  • komplizierte Muster oder Kombinationen aus Stein gibt es nur vom Handwerker

Gerade natürlicher Stein hat seinen Preis. Besonders wenn Sie sich für einen seltenen Stein wie Travertin, manche Schiefersorten oder seltenen Marmor als Fassadenverkleidung oder Terrassenbelag entscheiden, müssen Sie oft tiefer in die Tasche greifen, als dies bei Materialien wie Holz oder Beton der Fäll wäre.

Sollen unterschiedliche Arten von Stein verbaut werden oder bestimmte Muster aus Stein an der Wand oder auf dem Boden entstehen, fällt Selbermachen oft schwer. In diesem Fall sollten Sie ihr Projekt professionellen Handwerkern überlassen, sonst wird das Ergebnis unregelmäßig.

Fazit:

Wenn Sie nach strapazierfähigen Wand- oder Bodenbelägen suchen, bestimmte Ecken in einem großen Raum hervorheben, optisch abtrennen oder einfach die natürliche Optik und Haptik von rauem Stein in Ihre Wohnung oder auf die Terrasse transportieren möchten, sind Sie bei Stein als Bau- und Dekorationsmaterial richtig. Ob es ein künstlicher Stein sein soll oder Sie sich doch für den natürlichen Charme von echtem Stein aus dem Steinbruch entscheiden, hängt vom persönlichen Geschmack und davon ab, wie sie den Stein verarbeiten wollen.

Geeignet für:

  • feuchte Räume wie Bad oder Küche
  • Wandgestaltung
  • wenn nicht regelmäßig gestrichen oder lackiert werden soll
  • wenn ein natürliches Raumgefühl erzeugt werden soll
  • wo strapazierfähige Boden- und Wandbeläge gefragt sind