Beton

Beton hat sich neben der Architektur auch bei Inneneinrichtern etabliert. Wände, Treppen und sogar Möbel aus Beton gelten als très chic.

Foto: Pröhl
Beton ist ein Naturprodukt: Zement aus Kalkstein und Ton wird mit Sand oder Kies und Wasser vermischt. Weitere Stoffe spezialisieren den Beton: Durch Hinzufügen von Baustahl oder Spannstahl wird Stahlbeton hergestellt. Auch die Mischung der jeweiligen Zutaten ergibt unterschiedliche Arten von Beton. Der wichtigste Bestandteil von Beton ist Zement, denn nur durch ihn kann in Verbindung mit Wasser der so genannte Zementleim entstehen, der die Gesteinskörnung verbindet. Erst dadurch entsteht ein hartes Gestein.

Nicht nur im Bauwesen, auch zur Gestaltung von Innenräumen und sogar im Möbeldesign ist Beton längst etabliert. Möbel und Accessoires aus Beton sind vielfältig einsetzbar und ein Gegenentwurf zu traditionellem Material wie beispielsweise Holz. Arbeitsplatten in der Küche, Sitz- oder Ablagemöglichkeiten im Wohn- und Essbereich oder Badewannen können aus feinkörnigem, samtweich poliertem Beton hergestellt werden. Kombiniert mit Stoffen, Holz und bunten Farben verliert Beton seine optische Kälte und wird wohnlich.

Eigenschaften von Beton

Eigenschaften von Beton Foto: Grund + Flum
Beton hält Feuchtigkeit und Lärm ab und bietet Schutz vor Feuer. Außerdem wirkt Beton wärmeisolierend. Da Beton ein Naturmaterial ist, hat er eine gute Ökobilanz und ist nachhaltig. Beton gilt außerdem als sehr wirtschaftlich, da die Kosten zur Herstellung sowie Bau- und Gestaltungszeiten mit Beton vergleichsweise gering sind.
Je nachdem, welche Eigenschaften Beton haben soll – schwer oder leicht, wärmedämmend oder druckfest – kann von der einen oder anderen seiner Zutaten mehr oder weniger benutzt werden. Somit ist Beton als Bau- und Gestaltungsmaterial sehr variabel einsetzbar, da er immer auf die individuellen Bedürfnisse seines Verwendungszwecks angepasst werden kann.

Beton pflegen und reinigen

Beton pflegen und reinigen Foto: Holzrausch
Gerade die natürliche Anmutung seiner Oberfläche macht Beton zu einem interessanten Material für den Wohnbereich. Die offenporige Struktur, die dem Beton seine einzigartige Optik und Haptik verleiht, stellt jedoch die Hersteller genauso wie die Nutzer vor Herausforderungen.

Denn die offene Oberfläche verschmutzt leicht, gerade bei hellem Beton – und die Reinigung ist schwierig, wenn die Ablagerungen erst einmal in die Poren des Materials vorgedrungen sind. Um Abhilfe zu schaffen, wird die Oberfläche der meisten Produkte und Möbel aus Beton schon beim Hersteller speziell behandelt, um sie für die tägliche Nutzung widerstandsfähig zu machen.

Dabei gibt es verschiedene Methoden, die nicht nur unterschiedlich hohen Schutz bieten, sondern auch die Ästhetik der Oberfläche mehr oder weniger stark verändern. Wie Sie Ihre Böden, Wände oder Möbelstücke aus Beton am besten reinigen, hängt von der Art der Versiegelung ab – fragen Sie im Zweifelsfall am besten beim Hersteller nach.

Geölter, versiegelter oder polierter Beton

Geölter, versiegelter oder polierter Beton Foto: Form in Funktion
Beton kann geölt oder gewachst werden, um ihn gegen Verschmutzung zu wappnen. Diese Methode belässt dem Material seine natürliche Optik, bietet aber nur mittleren Schutz gegen Flecken. Außerdem muss die Imprägnierung regelmäßig erneuert werden.

Für den harten Einsatz in Küche oder Bad wird die Oberfläche daher meist mit einer synthetischen Beschichtung dauerhaft versiegelt, ähnlich dem Graffiti-Schutz an Außenwänden. So widersteht der Beton selbst Fett und grobem Schmutz. Um die Reinigung zu erleichtern, sind die Oberflächen von Spülbecken, Arbeitsplatten und Waschbecken außerdem meist nicht grob offenporig, sondern geschliffen und fein poliert – so lassen sie sich problemlos abwischen. Auch ästhetisch muss diese Verarbeitungsweise kein Nachteil sein: Polierte, versiegelte Beton-Oberflächen erinnern oft an Speckstein oder Marmor und fassen sich angenehm an.
Foto: Foscarini
Welches Möbelstück wie versiegelt wird, hängt natürlich nicht nur von der gewünschten Ästhetik, sondern auch vom Einsatzzweck ab: Täglich beanspruchte Oberflächen wie Tischplatten, Küchen- oder Badmöbel benötigen ebenso wie Beton-Böden einen hohen Schutz. Leuchten, Kleinmöbel und Accessoires werden dagegen bewusst offenporig belassen, um die rauhe Ästhetik des Betons zu inszenieren.

Einfacher ist es im Außenbereich: Hier lässt sich Beton leicht mit einem Hochdruckreiniger säubern. Oft aber ist die Patina, die die Oberfläche des Betons im Laufe der Zeit ansetzt, vom Architekten ausdrücklich gewünscht – zu Recht: Nachgedunkelte, verfärbte Betonelemente haben einen ganz eigenen ästhetischen Reiz, den so kein anderes Material erreicht.

Vorteile

  • vielfältig einsetzbar für außen und innen
  • überraschende Effekte durch Schleifen, Polieren oder Wachsen
  • vermittelt in Innenräumen einen authentischen urbanen Look
  • durch Oberflächenversiegelung resistent gegen Schmutz, Wasser und Säure

Beton ist so vielfältig einsetzbar wie kaum ein anderes Material. Als haltbarer und strapazierfähiger Baustoff ist Beton seit Jahrzehnten bekannt, doch auch für die ästhetische Gestaltung von Innen- und Außenräumen bringt Beton viele Vorteile mit sich. Durch sorgfältige Oberflächenbehandlung wie Schleifen, Polieren oder Wachsen bekommt Beton eine feine und glatten Optik. Die Oberfläche von geglättetem Beton fühlt sich so samtig und glatt an wie polierter Marmor. Einen modernen Look erhält Beton, wenn der ursprünglich hell- bis dunkelgrauen, feuchten Masse Farben zugefügt werden. Je nach Schattierung wirkt Beton dann warm und weich oder kühl und zurückhaltend.

Auch eine Außengestaltung mit Beton ist möglich. Achten Sie darauf, den Beton durch Versiegelung gegen Witterungseinflüsse zu schützen. Dann ist Beton wasserabweisend und resistent gegen Säure und Schmutz.

Nachteile

  • Betonmöbel sind sehr schwer (Umzug)
  • Gestaltung mit Beton aus statischen Gründen nicht immer möglich
  • braucht Zeit zum Trocknen und Aushärten

Beton ist schwer. Besonders der für den Möbelbau übliche Beton ist noch deutlich gewichtiger als herkömmlicher Beton, den man von der Baustelle kennt. Wer mit Möbeln aus Beton umziehen möchte, sollte ein professionelles Transportunternehmen zum Bewegen der schweren Teile aus Beton bestellen. In Altbauwohnungen ist Vorsicht geboten: Wenn Sie hier Möbel aus Beton aufstellen möchten, oder beispielsweise eine Wand mit Beton gestalten möchten, sollten Sie die Statik Ihrer Wohnung vom Experten checken lassen.

Weiterer Nachteil von Beton: Beton ist nichts für Kurzentschlossene. Der haltbare Baustoff muss nass in Form gegossen werden und danach gründlich aushärten, ohne bei zu hoher Temperatur zu trocknen. Dann bekäme der Beton unschöne Risse und würde porös.

Wandgestaltung in Beton-Optik:

Mit der SCHÖNER WOHNEN-Trendstruktur bekommen auch normale Wände Beton-Optik. Wir zeigen, wie's funktioniert.

Leser-Kommentare

DISQUS ist ein Angebot von disqus.com und unabhängig von schoener-wohnen.de. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
blog comments powered by Disqus