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Vorher-Nachher auf einen Blick: Wohnen im Ausland

In Italien zu leben ist der Traum vieler Deutscher. Das deutsch-schweizerische Schauspielerpaar Duttweiler verwirklichte sich ihn mit ihrem charmanten Landhaus in den italienischen Marken.

Doch bevor es soweit war, musste viel geschehen - zu sehr hatte die Zeit den mehrere hundert Jahre alten Mauern zugesetzt. Ein Teil des Daches war eingestürzt, und starre Denkmalschutzordnungen sorgten für weitere Probleme. Beides haben die Bauherren jedoch mit Bravour gelöst.

Vorher: Kleinteiliges Bauernhaus

Von Romantik war zunächst keine Spur auf dem Gehöft. Bis es von den 1960er Jahren an leer stand, hausten 24 Menschen plus Vieh in den bis zu 400 Jahre alten Gemäuern. Über die Jahrhunderte hinweg haben dabei die unterschiedlichen Bewohner das kleinteilige Bauernhausensemble immer wieder mit Feld- und Lehmsteinen erweitert.

Die Folge: Innen wurde durch die Vielzahl an Kammern, Treppen und Gängen manches kleinteilig und verschachtelt. Auch noch heute ist das Schlafzimmer gerade einmal acht Quadratmeter groß.

Nachher: Mit kreativen Ideen renoviert

Die Herausforderung war, den Charme des Hauses durch kreative Ideen zu bewahren. Weil das Gehöft aufgrund von Bauauflagen nicht nach oben wachsen durfte, musste eine andere Richtung eingeschlagen werden. Bei der nachträglichen Fundamentierung wurde daher weiter in den Hang hinein gegraben. Dadurch konnte auch ohne das vom Millieuschutz verbotene Aufstocken mehr Raum gewonnen werden.

Auch das Problem des eingefallenen Ziegeldachs in der Mitte des Hauses löste sich einfach. Anstatt das Dach neu zu decken, entstand in diesem Bereich ein nach oben offener Lichthof.

Den Boden ausschachten

Wenn es nicht nach oben geht, dann geht es nach unten: Um mehr Raumhöhe zu erhalten, wurde der Boden des Ex-Schweinestalls einfach ausgehoben. Lohn der ungewöhnlichen Vorgehensweise: Heute gibt es Platz genug für einen hohen Essplatz mit angrenzendem Wintergarten eine Etage tiefer.

Helligkeit dank großer Fenster

Schöne Aussicht bei jedem Wetter bietet der Wintergarten mit seiner fast raumhohen Industrieverglasung. So wird noch jedes verbleibende Tageslicht genutzt. Die schlichten, großen Flügeltüren erinnern an historische Scheunentore.

Ruheraum mit Feldsteinwand

Nach dem langen Leerstand war die frühere Trockenscheune von dem ganzen Ensemble noch am besten erhalten. Sie wurde zunächst für fünf Sommer zur provisorischen Unterkunft während der Sanierungsarbeiten. Nun dient sie als ruhespendender Raum im Haus. Die Wand hinter der grünen Stahltreppe ist aus Feldsteinen neu aufgemauert.

Verbunden mit allen Räumen

Die Küche ist Mittelpunkt des Hauses: Der von links kommende Flur setzt sich auf der anderen Seite des Raums durch den Bauernhof fort. Die grüne mittlere Tür führt in die kleine Schlafkammer. Nur zu erahnen ist die extreme Stärke der Wände, mit teilweise bis zu einem Meter Dicke.

Als Reminiszenz an die bäuerlichen Vorbewohner blieben der alte Holzofen und der Kamin erhalten. Der auf Rollen schwenkbare Tisch ist hingegen eine Eigenkonstruktion der neuen Besitzer.

Ruhe zum Schlafen

Das weiß getünchte Schlafzimmer mit vielen Naturmaterialien sorgt für eine schlichte Anmutung. Die sparsame Möblierung schafft zusätzlich optische Ruhe. Den hellblauen Farbton der Türen fanden die Duttweilers im früheren Stalltrakt vor und setzten ihn hier bewusst wieder ein.

Mit doppelten Türen bekommen heute viele Kammern zusätzliches Licht: Die ohnehin oft nicht mehr schließenden historischen Holztüren wurden dazu in offener Stellung arretiert und neue Glastüren einfach davor gesetzt.

Tageslicht sinnvoll genutzt

Der eingefallene Mitteltrakt ist heute ein großzügiger, heller
Lichthof mit Kiesboden. Die rote Wand haben die Duttweilers jedoch nicht gestrichen, sondern mit Steinmehlen fein verputzt. „Dem Licht helfen“, nennt Samuel Duttweiler den reflektierenden Effekt des Anstrichs. Durch die Unregelmäßigkeiten im Auftrag wirkt der Raum außerdem noch optisch vergrößert.

Wohnwelt mit Kontrast

Modernes verträgt sich exzellent mit Altem. Voraussetzung ist jedoch, dass es selbstbewusst und selbstverständlich eingesetzt wird: So bilden die moderne Treppe und die Brücke einen interessanten kühlen Farbakzent gegenüber der alten Steinwand in warmen Farbton. Auch in der Hofleuchte wiederholt sich das Blau wieder.

Geschützter Innenhof

Ein stehengelassener Dachansatz beschirmt den ansonsten offenen Mittelteil des Hauses. Auf der geschützten Brücke ist Platz für zwei einfache, blau gestrichene Klappstühle und einen kleinen runden Tisch. Der kleine Essplatz ist ein schöner Ort für erste Sonnenfrühstücke und späte, romantische Tagesausklänge unter blau-schwarzem Sternenhimmel.

Ruhiger Raum zum Lesen

Dicke und jahrhunderte alte Eichenbalken geben der Bibliothek auf der Galerie ein gediegenes Ambiente. Unten stehen ein Pult, ein Holzstuhl sowie eine Stehlampe für das Studium der Texte bereit. Keine weiteren Möbel lenken ansonsten im Raum ab. Hingucker ist die filigrane Glastreppe, die sich wie ein modernes Kunstwerk vom Boden in die Höhe erhebt.

Bauherren: Wohnsitz in Südeuropa

Das Schauspielerpaar Varika und Samuel Duttweiler kam nach Italien, um einen sonnigen Sommersitz zu suchen. In den Marken verliebte sich dann das deutsch-schweizerische Paar in die unberührte Gebirgslandschaft. Unter Kennern gelten die Marken schon seit Jahren als kommende Boom-Region nach der Toskana.

Für alle Nachzügler hat Neu-Marchesers Samuel Duttweiler einen Rat: Bloß nicht zu viel zu modernisieren, da ansonsten die Aura des Hauses verloren geht. Inszeniere man hingegen das Alte zu sehr, so Samuel Duttweiler, „wohnt man in einer Art Pizzeria“. Beides war keine Gefahr für das Schauspielerpaar: Durch ihre Kreativität haben sie eine wunderbare eigene Linie für ihr Gehöft gefunden.