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Vorher-Nachher auf einen Blick: Pitchpine-Boden und Stuck bewahrt

Nur mit viel Detailwissen und manch kreativer Idee ließ sich das Stadthaus in Hamburg Eppendorf wieder verschönern. Gut, dass die Bauherren Vera und Olaf Hinrichsen vom Fach sind, und schon manchem Gründerzeithaus mit einer Sanierung neues Leben eingehaucht haben. So ließ sich auch bei diesem Zwillingshaus der alte Pitchpine-Boden retten oder der Stuck um fehlende Teile ergänzen. Und modernen Luxus wie eine Bodenheizung besitzt das Haus nun auch.

Vorher: Haus in schlechtem Zustand

Einst Schule und seit der Nachkriegszeit Kindergarten – solch eine Nutzung bleibt bei einem 125 Jahre altem Bau aus der Gründerzeit nicht ohne Spuren. Sämtliche dekorativen Details hatten gelitten oder waren wie der Stuck kaum noch zu erkennen. Die Wände trugen dicke Farbschichten, und die Türen hingen in schmucklosen Stahlzargen. All dies musste erneuert oder mit originalen Einzelteilen ausgetauscht werden.

Noch schlimmer war es den wertvollen Pitchpine-Holzböden ergangen. Auf ihnen klebten dicke Lagen aus Linoleum. Herkömmliche Maschinen zum Abschleifen von Böden versagten hier. Experten bezeichneten die Dielen daher sogar als unrettbar.

Nachher: Trick zum Abschleifen alter Dielen

Nach der Renovierung zeigt der Altbau wieder seine Schönheit. Um den mit Linoleum beklebten Holzboden zu retten, benutzte man einen Trick. Mit einer Estrichfräse, die sonst zum Glätten von Terrazzoflächen eingesetzt wird, wurden immer wieder dünne Schichten abgetragen. Dies geschah solange, bis die alten Dielen wieder zum Vorschein kamen.

Auch ist der üppige, filigrane Stuck in der so genannten "Belle Etage" wieder vollständig hergestellt. Gleiches gilt für die Türzargen. Der Bauherr fand glücklicherweise passende in einem Hamburger Abbruchhaus.

Mit einem gewerblich nutzbaren Souterrain stehen den neuen Besitzern nach der Sanierung 400 Quadratmeter Wohn- und Bürofläche zur Verfügung. Um dem Souterrain mehr Raumhöhe sowie eine Fußbodenheizung zu geben, wurde der Boden bei den Arbeiten teilweise bis zu 80 Zentimeter tief ausgehoben.

Ruhiges Kaminzimmer

Am offenen Kamin können es sich Hausherren wie auch Gäste unter hohem Stuck in großen Sesseln bequem machen. Durch die räumliche Trennung vom Wohnzimmer stört man sich nicht gegenseitig. Und die Einrichtung in sandigen Tönen beruhigt optisch.

Wohnraum mit Kristallleuchter

Zur Gartenseite liegt das Wohnzimmer. Schönen Kontrast gegenüber der Üppigkeit von Kristalllüster und Stuck bildet hier der dunkle Couchtisch mit seiner klaren Form. Außerdem: Der aufgearbeitete und wieder glänzende Pitchpine-Boden belohnt heute für den gesteigerten Arbeitsaufwand bei der Renovierung.

Originalgetreu saniert

Auch der Balkon wurde instand gesetzt. Heute kann man von ihm aus wieder auf eine belebte Flaniermeile vor der Haustür hinabschauen. Die Baluster wurden dazu bei der Renovierung historisch originalgetreu nachgefertigt.

Rot-weiße Wandgestaltung

Drei Kinderzimmer sind in der obersten Etage untergebracht. Mit der vorherrschen Farbkombination der Einrichtung in Weiß und Rot wirken die Räume elegant, sind aber auch kindgerecht freundlich. Der Balkon zur Gartenseite wurde bei der Renovierung neu angebaut.

Historische Wohnwelt

Wie im Eingangsbereich finden sich auch im Wintergarten historische Fliesen. Der Bauherr Olaf Hinrichsen restaurierte sie in beiden Teilen des Gebäudes. Heute machen sie zusammen mit dem Stuck und dem aufgearbeiteten Pitchpine-Boden den Charme des Stadthauses aus.

Bad mit Stein und Holz

Im Badezimmer der Eltern bestehen die Ablagen und die Verkleidung der Badewanne aus elegantem, schwarzem Schiefer. Damit der Dielenboden durch Wasser weder quillt, reißt oder schimmelt, sind die Fugen mit spezieller Dichtungsmasse versiegelt und die Oberfläche der Bretter danach eingeölt worden.

Hellerer Treppenaufgang

Dank des neuen, großformatigen Oberlichts im Dach fällt viel Tageslicht ins Treppenhaus. Die restaurierten Stufen und das Geländer kommen dadurch besonderes gut zur Geltung. Auch schön: Die Stufen wurden natur belassen, so strahlt der Aufgang eine warme und angenehm wohnliche Atmosphäre aus.

Bauherren: Sanierung von erfahrenen Profis

Wo mancher Fachmann sagte, ein Problem sei nicht lösbar, half den Bauherren Vera und Olaf Hinrichsen ihre Kreativität. So haben sie es doch noch geschafft, die historischen Holzdielen zu retten. Erfahrungen dafür haben das Sohn-und-Mutter-Duo aus ihrer Arbeit im selbst gegründeten Planungsbüro. Ihre Spezialität: die Renovierung historischer Räume.

Kein Wunder, dass sie daher dem Stuck an der Decke wieder zu seiner einstigen Pracht verhelfen konnten. Unerfahrenen Bauherren raten sie jedoch davon ab, diese Elemente mit Sandstrahlen zu reinigen. Die filigranen Fragmente überstehen solch eine Behandlung zumeist nicht. Und Ersatzteile sind schwer zu bekommen.

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