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Vorher-Nachher auf einen Blick: Bauen mit Beton

Genug Raum für seine fünfköpfige Familie fand Reiner Geßner im ehemaligen Haus seines Großvaters. Damit es jedoch auch heutigen architektonischem Geschmack entspricht, ließ er es neu gestalten. Statt 70er-Jahre-Ästhetik überzeugt nun das Gebäude im fränkischen Bad Neustadt mit klarer Formsprache. Sogar Platz für einen Pool fand sich im Garten. Und mit Sichtbeton wurde ein für Einfamilienhäuser eher ungewöhnliche Werkstoff zum wiederkehrenden Stilelement.

Vorher: Ein ungünstiger Grundriss

Das Haus mit Satteldach und zwei zueinander im rechten Winkel stehenden Baukörper bezog der Großvater des Bauherrn 1973. Die vorhandenen zwei Terrassen galten damals zwar als modern und schick, heute verschenkten sie jedoch dringend benötigte Wohnfläche.

Außerdem bot das Haus mit der Kombination aus teilweise rot verklinkerten und weiß verputzten Wänden sowie schwarzem Schieferdach einen unharmonischen Anblick. Hier musste mehr Klarheit her.

Schon früher war auch mal ein Pool angedacht. Zumindest waren die notwendigen Anschlüsse vorhanden. Das Schwimmbecken war jedoch bis zum Umbau nie realisiert worden.

Nachher: Freiflächen werden zu Wohnraum

Die zwei Terrassen am Haus erhielten Wände und bieten nun als neuer Teil des Gebäudes mehr Wohnraum. Außerdem wurde im Garten der schon lang geplante Pool endlich verwirklicht und als Ersatz für die Terrassen ein überdachter Freisitz angelegt.

Der gesamte Umbau bedeutete jedoch noch mehr: Auch die Garage bekam einen neuen Platz, die Zufahrt wurde überarbeitet, und durch einen neuen Grundriss im Haus sind die Kinderzimmer nun alle gleich groß.

Was besonders ins Auge fällt, ist das neue Äußere. Durch große einheitliche Flächen und wiederkehrende kubische Formen strahlt das Einfamilienhaus nun formale Klarheit aus.

Neue Baustoffe

Ungewöhnliche Materialien für die Fassade haben derzeit Hochkonjunktur: Beim Haus kommen daher Platten aus Eternit und Hochdruck-Presslaminat (HPL) zum Einsatz.

Die HPL-Platten sind eine Innovation am Bau, da sie als Funierplattenfassade nahezu wartungsfrei ist. Regen reinigt sie, während ein acht Millimeter Spalt um die Platte herum sie rückwärtig belüftet und trocknen lässt.

An allen markanten Stellen taucht am Haus außerdem das Stilelement Sichtbeton auf. Auch bei der Terrasse und dem Eingangsbereich als Repräsentationsfläche ist er daher zu sehen.

Hoch und hell

Räume bis in den Giebel hatte das Haus auch schon vorher. Mit dem Umbau hat das Dach noch zwei fensterbreite Oberlichter dazu bekommen. Sie versorgen den Innenraum mit zusätzlicher Helligkeit.

Eindrucksvoll ist die metergroße Leuchte über dem Esszimmertisch. Viele kleine Halogenglühlampen leuchten in der aus Aluminiumdraht geflochtenen Kugel.

Klare Architektur

Strukturierte Fluchten geben dem großen Raum Ordnung. Die Kanten von Oberlichtern und Fenstern liegen dabei auf einer Linie, was die ruhige Optik unterstützt. Und eine giebelhohe Glasfläche gibt zusätzlich den Blick in den Garten frei, wodurch die Natur Einzug ins Innere hält.

Den Raum strukturiert

Ein optischer Trick ist der dunkelgraue Farbstreifen im Wohnbereich. Er zieht sich wie ein Band um die Kaminwand. Als farbliches Pendant zum Teppich und Sideboard gegenüber verbindet er die Elemente miteinander zu einer Einheit.

Optisch unterteilt

Direkt neben der in Grau gehaltenen Küchenzeile liegt der Essplatz. Durch die große Hängelampe darüber bekommen der Holztisch und die teilweise mit Hussen bezogenen Stühle einen festen Punkt im Raum. So wurde auch dieser Bereich klar in der offenen Wohnebene definiert.

Ruhiger Rückzugsbereich

Ein zweiter Wohnbereich mit großen Sofas liegt hinter der Kaminwand. Sie teilt den Raum zur Hälfte und ermöglich in jedem Bereich die gewünschte Ruhe. Vor den Fenstern sind als Sichtschutz die speziell angefertigten Schiebeläden aus Eternit zu sehen.

Schattenspiele im Innenraum

Das breite Fenster über dem Bett im Elternschlafzimmer hat einen Klappladen aus Eiche. Jedoch verdunkelt er nicht nur. Durch seine gerasterte Lochung entstehen noch interessante Muster im Innenraum und sorgen so für ein aufgelockertes Ambiente.

Frische Farbe fürs Bad

Pistaziengrüne und hellgraue Mosaikkacheln verleihen dem Badezimmer der Kinder ein frisches Ambiente. Farblich abgestimmte Streifen an der Decke und ein Bild auf der Ablage brechen dabei die strenge Form der geometrischen Kachelsteine.

Bauherren: Das Großelternhaus modernisiert

Einem Familienprojekt entsprechend, gab Bauherr Reiner Geßner den Umbau des Großelternhauses in die Hände seiner Cousine. Dank ihrer Vorstellungskraft wohnt er in diesem nun modernen Einfamilienhaus. Geßner bereut es daher nicht, sich komplett auf seine Verwandte verlassen zu haben.

Hingegen ärgerte es den Bauherren, dass mancher Handwerker beim Sichtbeton überfordert war. Da er expressiv eingesetzt ist, stört es, dass er teilweise ausgebessert werden musste.

Trotz der kleinen Mängel in der Ausführung hat das Haus gerade durch das ungewohnte Stilmaterial Beton ungemein gewonnen. So auch der Pool, bei Wunsch ergießt sich von dessen Sichtbetonmauer ein kleiner Wasserfall ins Becken.