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Vorher-Nachher auf einen Blick: Rustikal trifft minimal

Einen leer stehenden Stall im Chiemgau belebte das Innenarchitektenpaar Petra Huschka und Rainer Hoffmann neu. Durch ihr ästhetisches Feingefühl für alte und neue Materialien entstand die bayerische Version eines Lofts. Statt Eisenträger und Industriecharme finden sich in der offenen Etage freigelegte, hölzerne Balken aus knorrigem Holz. Als Kontrast dazu sorgt die Inneneinrichtung aus Metall, Glas und modernen Materialien immer wieder für klare Linien.

Vorher: Denkmalschutz für Balken und Fassade

Als Stall und Scheune diente das Gebäude bis in die 1970er Jahre hinein, dann stand der heute 140 Jahre alte Schober leer. Von Wärmedämmung war in dem linken Hausteil eines typischen Dreiseithofs keine Spur. Wer hier einziehen wollte, musste die dringend notwendige Isolierung nachholen.

Außerdem stand das Gebäude unter Denkmalschutz. Die Auflage war, dass das historische, hölzerne Gebälk original erhalten bleibt. Gleiches galt für die Fassaden zum Hof.

Nachher: Aus Alt mach Neu

Mit dem Ausbau entstand die ländliche Variante eines Lofts. Wo früher Stroh lagerte, befindet sich heute ein heller, offener Raum über die gesamte erste Etage. In ihm steht die offene Küche mit einer drei Meter langen frei stehenden Kochzeile und fünf dahinter liegenden Einbauschränken. Rechts öffnet sich der Raum zu Bad und Schlafzimmer, links führt eine Treppe ins Erdgeschoss.

Um den bis unter den First offenen Raum in der ersten Etage zu isolieren, erhielten die Wände eine neue Innendämmung. Hingegen sorgen die mit Glasflächen geöffneten Seitenwände für mehr Licht. Und ein Betonboden mit Fußbodenheizung ersetzte die einstige Holzbalkendecke zum Erdgeschoss.

Balkon trotz Denkmalschutz

Die nach Süden liegende Balkonwand ist fast vollständig mit Schiebetüren verglast, das denkmalgeschützte Gebälk steht drinnen. So ist es wie in einem musealen Schaukasten geschützt. Ein Grund, warum das Denkmalamt dem Umbau der Scheune sowie dem Bau des Balkons zustimmte. Die bei Öffnung der Seite anfallenden alten Bretter kamen später wieder zum Einsatz. Sie verkleiden nun eine Wand im Bad.

Kontraste im Wohnraum

Modern und traditionell, rustikal und schlicht – in dem offenen Raum treffen heute viele Gegensätze aufeinander. Während die Küche in klarem Design mit viel Grau und Stahl gehalten ist, findet sich darüber das warme Braun der 140-jährigen Holzbalken. Sie verleihen dem Raum eine gewisse historische Würde.

Sitzecke mit Panoramablick

Die beiden bodentiefen Fenster verstärken die Öffnung des Wohnraums in die idyllische Landschaft des Chiemgaus. Beide Flügel lassen sich komplett zur Seite schieben, wie auch beim Balkonfenster links. Zum Genießen des Ausblicks lädt eine flache, separat beheizbare Wärmebank am Kamin ein.

Kaminfeuer sinnvoll genutzt

Nicht nur für eine heimelige Atmosphäre sorgt der Kamin im Wohnzimmer. Hinter seiner Verkleidung aus Kunststein verlaufen Wasserleitungen. Brennt ein Feuer, erwärmt dieses das Wasser in ihnen. Die Leitungen münden in einem Pufferspeicher im Erdgeschoss, wodurch sie sowohl das Erwärmen des Brauchwassers als auch die Fußbodenheizung unterstützen.

Modernes Landleben

Die Gebäudeelemente des Dreiseithofs bilden zusammen einen lauschigen Innenhof. Was in der ersten Etage einst alte Getreidetore waren, sind heute große Fenster für den Wohnraum. Im Erdgeschoss des Hauses soll zukünftig noch ein Büro mit Atelier entstehen.

Niedrigenergiestatus durch Mineralwolle

Als Auflage musste der Baukörper der Scheune in seiner Form erhalten bleiben. Hingegen bewilligte das Denkmalamt die beiden bodentiefen Fenster. Trotz dieser großen Glasflächen erfüllt heute das 19 mal 8,5 Meter große Gebäude den Niedrigenergiestatus. Möglich wurde dies mit einer Art Haus im Haus. Neue, unter anderem durch Mineralwolle gedämmte Wände sorgen nun für die notwendige Isolierung.

Maßangefertigte Fenster

Ein neuer Balkon verläuft vor der komplett verglasten, südlichen Längsseite. Schiebeläden und Fenster wurden dabei als 50 Zentimeter breiter Rahmen vor das alte Ständerwerk gesetzt. Dieses steht somit geschützt innen. Die aus Lärche gebauten Läden und Fenster sind eine Maßanfertigungen vom Schreiner.

Wellness in Bayern

Die frei stehende Badewanne gewährt einen grandiosen Blick auf die Alpen und liegt zwischen Küche und Schlafzimmer. Vor der Fensterfront sind weiß geölte Eichendielen verlegt, im Nassbereich Fliesen.

Farbakzent verschönert Raum

Dank der komplett verglasten Südfront blickt man auch vom Schlafzimmer aus ins malerische Alpenvorland. Zunächst war der Raum nüchtern in Weiß gehalten, bis die Bauherrin ihm mit der roten Rückwand mehr Intimität verlieh.

Bauherren: Im Stadel zu Hause

Nie hätte Bauherrin Petra Huschka gedacht, dass sie einst in der Scheune wohnen würde, in der sie als kleines Kind gespielt hat. Aber schon 2003 bezog sie zusammen mit Partner Rainer Hoffmann ihr Landhaus-Loft. Die größte Herausforderung beim Umbau: den Charakter des Stadels mit seiner Holzkonstruktion zu erhalten, ohne trotzdem auf ein zeitgemäßes Ambiente zu verzichten.

Herausragender Glücksmoment war für die zwei, als sie auf der Südseite die Bretterverschalung abmontierten und erstmals den Bergblick genießen konnten. Aber auch Durchhänger gab’s. Zum Beispiel bei der neuen Zwischendecke, wo ihre Ausdauer zur Mitarbeit auf der Baustelle stark beansprucht wurde. Letzten Endes ist jedoch alles so geworden, wie sie es sich vorgestellt hatten.