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Vorher-Nachher auf einen Blick: Lagerhalle wird Familiendomizil

Ruhige Lage, aber dabei mitten in der Stadt: Hinterhäuser können kleine Oasen der Stille sein. Damit sie dies auch wirklich werden, muss ihr Umbau durchdacht angegangen werden. Nur durch die Vorstellungskraft der Kölner Künstlerin Regine Schumann und ihres Architekten gelang dies für die einstige Lagerhalle einer Schreinerei. Mit der Sanierung zogen nun Licht und Großzügigkeit in den ehemaligen Zweckbau. Die Schritte dazu waren jedoch teilweise ungewöhnlich.

Vorher: Die Raumaufteilung neu angelegt

Die einstige Lagerhalle gehört zu einem Ensemble von mehreren Werkstatträumen, das Regine Schumann mit anderen Familien gekauft hat. Größtes Problem war die unmittelbare Nachbarschaft zum Vorderhaus, wodurch Licht zur Mangelware wurde. Hier brauchte es eine radikale Lösung.

Auch sind ehemalige Gewerbehallen nicht von vornherein gleich ansprechende Wohnungen. Ein neuer Estrich für den Boden, das Verlegen von Leitungen und das Verputzen der Wände waren daher neben den üblichen Renovierungsarbeiten nötig. Um später auch Räume wie Schlafzimmer, Wohnzimmer oder Bereiche für Treppenaufgänge zu haben, musste der Grundriss außerdem neu angelegt werden.

Nachher: Flexibilität dank Leichtbauwänden

Das Problem der fehlenden Helligkeit löste ein vier Meter breiter Einschnitt ins Gebäude. Nun gelangt über den tiefen Lichtschacht noch selbst im Winter genug Licht ins Erdgeschoss.

Zentraler Ort des Hauses ist die L-förmige Halle mit Wohn- und Essbereich. Hier kreuzen sich alle Familienwege. Über die in den Raum hineinragende Stahltreppe gelangt man in die höher gelegenen Etagen. Seitlich geht’s ins angrenzende Wohnzimmer.

Sollte später der Wunsch aufkommen, den einen oder anderen Raum umzugestalten, ist dies kein Problem. Änderungen des Grundrisses sind ohne weiteres möglich, da die Leichtbauwände erst aufgestellt wurden, nachdem der Boden mit Estrich durchgängig ausgegossen war.

Den Raum optisch vergrößert

Rückzugsort für die Eltern ist das Wohnzimmer. Es ist der kleinste Raum im Haus und bietet gerade mal Platz für zwei lehnenlose Sessel. Durch das vorherrschende Weiß der Wände, des Bodens und der Decke wirkt das Zimmer jedoch viel größer, als es in Wirklichkeit ist.

Farbe als Stilmerkmal

Dem Esszimmer sieht man deutlich an, dass Grün in allen Nuancen beim Einrichten des Hauses tonangebend war. Ein Detail ist jedoch dabei wichtig: Innen ist das Grün immer künstlicher Herkunft. Echte Grünpflanzen befinden sich nur draußen auf der Terrasse und im Innenhof.

Radikalmaßnahme für Helligkeit

Der große Einschnitt für den Lichtschacht ist die zentrale Idee des ganzen Umbaus. Mit ihm wurde es überhaupt erst möglich, ein helles Wohnhaus in der einstigen Lagerhalle zu verwirklichen. Durch ihn gelangt jetzt genug Licht ins Hausinnere.

Umwandlung in Wohnraum

Wo früher Fräsen und Sägen lärmten, entstand in dem Ensemble aus mehreren Gebäuden ein Großstadt-Wohnidyll für sechs Familien. Einschnitte schufen im neuen Areal Dachterrassen, Lichtschächte und Dachgärten. Als moderne Variante eines Turmzimmers befindet sich im hinteren Kubus das Elternschlafzimmer.

Eingang mit Farbkontrasten

Nüchtern klares Ambiente im Entree schaffen die Flächen aus poliertem Sichtbeton. Den kühlen Eindruck unterstützt die graue Stahltreppe mit ihrem geradlinigen Design. Gegenüber dieser reizreduzierten Umgebung bilden farbenfrohe Wandteppiche aus dicken, grob gehäkelten Kunststoffbändern fröhliche Kontraste.

Lösungen für mehr Helligkeit

Zweifachen Nutzen hat das Gitterrost auf der Dachterrasse: Zum einen lassen sich auf ihm als Nutzfläche ohne weiteres die Liegestühle aufstellen. In der zweiten Funktion kommen sie auch der großen Wohnhalle zwei Etagen tiefer zugute. Die offenen Gitter verdunkeln nicht den Bereich unter sich, so dass das Licht bis ins Erdgeschoss gelangt.

Bauherren: Einstige Lagerhalle als Wohneigentum

Erfahrung mit restaurierten Gewerberäumen hatte Regine Schuman schon vor dem Umbau des Hinterhauses. Unter anderen lebte die Kölner Künstlerin schon in einer Schlosserei und einer Ziegelei – wenn auch nur zur Miete. Mit der ehemaligen Lagerhalle wollte sie nun Wohneigentum für sich schaffen.

Für diesen Wunsch hat Schumann auch wahrlich gekämpft. Weil sie Freiberuflerin ist, wollte die Bank im letzten Moment den Vertrag vereiteln. Erst als sie persönlich mit dem Vorstand sprach, konnte sie das Hinterhaus zusammen mit den anderen Familien kaufen.

Nun besitzt sie ein individuelles Heim mitten in der Stadt. Ihre Kinder können unbesorgt spielen, während sie genug Raum für ihre Kunst hat.