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Vorher-Nachher auf einen Blick: Neue Wohnfläche gewonnen

Glas und Stahl in Form einer puristischen Brückenkonstruktion machten aus einer Ruine wieder einen bewohnbaren Ort. Im Würmtal, Baden-Württemberg, bezog die Familie Krohmer einen modernen Neubau. Der Clou dabei: Die beiden Wohntrakte überspannen auf sechs Meter hohen Stahlstelzen die Mauern des einstigen Schloss Mauren. Mit dieser gelungenen Kombination aus Neu- und Altbau können die Nachfahren des letzten Schlossherren wieder sinnvoll die verlassenen Mauern nutzen.

Vorher: Schloss aus dem 17. Jahrhundert

Hoch über den Ufern des Flusses Wörm stand seit 1617 das Schloss Mauren - bis 1943. Bei einem Bombenangriff auf die nah liegende Stadt Böblingen wurde es ebenfalls getroffen und brannte dadurch bis auf die Grundmauern aus. Vier Ecktürme krönten einst das vom Renaissance-Baumeister Heinrich Schickhardt erbaute Schloss. Nach der Kriegsnacht war jedoch von der einstigen Pracht nichts mehr zu erkennen. Heute stehen nur noch wenige der knapp 400 Jahre alten Steinmauern.

Mit dem Neubau kehrte nun wieder gesellschaftliches Leben in den alten Schlosspark zurück. So gab es schon erste kulturelle Veranstaltungen, und auch für das Innere der Ruine wird nach einer halböffentlichen Nutzung gesucht.

Nachher: Neu trifft Alt

Entsprechend eines Architektur-Grundsatzes sollen immer der Alt- als auch der Neubau klar als eigenständige Elemente zu erkennen sein. Dies geschah beim Stelzenbau über den Ruinen. Ein Grund dafür, dass die Baugenehmigung für die neue Nutzungsidee völlig reibungslos erteilt wurde. Zum anderen konnte dank vormontierter Neubauteile auf ein belastendes Baugerüst an den alten Wänden verzichtet werden. Nun überspannt die frei schwebende stählerne Wohnbrücke die unter Denkmalschutz stehende Ruine.

Der provokante Entwurf und auch die Umsetzung polarisieren die Meinungen in der Umgebung. Zwischentöne gab es nicht. Die einen stimmten dem Projekt uneingeschränkt zu, andere hingegen lehnten eine solch modern-historische Kombination rigoros ab.

Brückenkonstruktion mit Stahlstützen

Sechs Meter über dem Boden scheinen die zwei langen Wohntrakte fast in den Bäumen zu schweben. Ein System aus dem Brückenbau macht es möglich: Unverkleidete 35-Zentimeter große Stahlpfosten durchstoßen die Küche genauso wie die anderen Räume. Der fast industriell wirkende Neubau überbrückt so jahrhundertealte Steinmauern und ermöglicht große, helle Räume.

Übereckverglasung im Wohnzimmer

Nahezu schwellenlos geht die geräumige Halle des Wohnzimmers in die großzügige Außenterrasse über. Statt auf den Fernseher geht der Blick vom Sofa auf den gegenüberliegenden Breitwandkamin. An regnerischen Tagen oder im Herbst und Winter ist er mit seinem knisternden Feuer eine gute Alternative zum TV-Programm. Und bei den großen Fensterfronten bietet der eindrucksvolle, weite Blick in die Baumkronen hinein sowieso ständig beste Unterhaltung.

Sinnvolle Raumaufteilung vermeidet Wärmestau

Ein langer Mittelflur erschließt die vier außen liegenden Zimmer. Auf herkömmliche Türen wurde dabei verzichtet, raumhohe Schiebetüren trennen hier nur bei Bedarf die verschiednen Bereiche ab. Durch die offene Wohnfläche konnte so der zunächst befürchtete Wärmestau im Stahl-Glasbau vermieden werden

Freitragende Stahlkonstruktion

Über den leeren Fenstern der ausgebrannten Ruine erhebt sich der moderne Neubau. Vom Altbau ist er stilistisch und vor allem statisch streng getrennt. Insgesamt acht Stützen tragen die Brücke, das ermöglicht den Bauherren 200 Quadratmeter Wohnfläche über den alten Schlossmauern zu nutzen.

Natur als Element der Raumkomposition

Das Bett steht schon beinahe in den Baumkronen: Im Sommer locken flirrende Schattenspiele der Blätter, im Winter beste Fernsicht. Kein Wunder, dass bei solcher Konkurrenz die Einrichtung bewusst schlicht gehalten ist. So lenkt sie nicht vom Wesentlichen ab – der Natur.

Klares Design im Bad

Der reduzierte Stil zieht sich durch die ganze Etage und findet sich auch im Badezimmer wieder. Vom Waschtisch mit seinen klaren Formen fällt der Blick auf die dörflichen Wohnhäuser in der Umgebung. Der schlichte Folienvorhang hinter dem Becken gewährt zugezogen den nötigen Sichtschutz.

Terrasse auf Stahlstützen

Als heutige Version des Freisitzes beeindruckt die große Hochterrasse. Schön dabei: Der geradlinige Stahlträger bildet zusammen mit der Baumkrone einen reizvollen Kontrast. Solch einen Ruheplatz im Freien dürfte es im einstigen Schloss nicht gegeben haben.

Volle Kostenkontrolle

Obwohl das auf Stahlstüzen erbaute Haus optisch sehr aus dem Rahmen fällt, blieben die Kosten des Neubaus innerhalb der gezogenen Grenzen. Nach der eingehaltenen Kalkulation kostet jeder Quadratmeter der Wohnfläche 1200 Euro.

Bauherren: Erfolgreich bauen mit durchdachtem Konzept

Als am Ende des ersten Bautags das Stahlgerüst stand, konnte Bauherr Felix Krohmer schon auf ihm die Aussicht genießen. Dieser erste Blick in die Baumkronen war für ihn ein unvergessliches Erlebnis. Gleichzeitig bot er einen guten Vorgeschmack auf das künftige Wohngefühl. Zweite angenehme Überraschung war, dass beim Denkmalschutz die stählerne Wohnbrücke problemlos durchgewunken wurde. So gelang die bauliche Umsetzung innerhalb kürzester Zeit.