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2. Platz: Satteldachhaus mit Glaswänden

Auf den ersten Blick wirkt das Haus Welsch wie ein herkömmlicher Satteldachbau. Doch dann fallen die gläsernen Wände auf. Sie bieten eine schöne Aussicht auf den Ammersee.
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In einem bayerischen Dorf nicht bayerisch zu bauen, ist so eine Sache; vorausgesetzt, es wird überhaupt erlaubt, riskiert man Reaktionen, die nicht zu dem gehören, was man braucht, um sich in seinem Haus wohlzufühlen. So weit hat es der Architekt Christoph Welsch erst gar nicht kommen lassen und seine Vorstellungen vom Wohnen in ein Kleid gehüllt, das beim besten Willen keinen Anstoß erregen kann.

Der Sichtbeton zum Beispiel, aus dem zwei Wände seines Hauses bestehen, gehört nicht zum ortsüblichen Repertoire. Ein Satteldach schon und das hat sein Haus schließlich. Die Holzlamellen sind vertraut, eine so großflächige Verglasung wie bei Welschs eher nicht – aber sie bietet auch ganz freimütig Einblick in große Teile des Hauses und das ist ja dann auch wieder eine versöhnliche Geste.

Wände aus Glas

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Natürlich hat das viele Glas an der Südwestseite vor allem für die Bewohner Vorteile: Man kann den nur 300 Meter weit entfernt liegenden Ammersee sehen und die passive Wärmegewinnung aus Sonnenstrahlen ist nicht zu verachten, ebenso wie die Helligkeit, die hier selbst im Winter durch die zusammengenommen 230 Quadratmeter großen Räume flutet.

Die sind denn auch so etwas wie ein Hauptgewinn für die heute sechsköpfige Familie, die sich vor dem Hausbau mit einer 100 Quadratmeter großen Mietwohnung in München begnügen musste (dort allerdings nur mit drei Kindern).

Christoph Welschs Haus ist aber keineswegs ein Kniefall vor irgendwelchen Traditionalisten. Denn bei allem Faible für Modernität und Offenheit schätzt der Architekt sehr wohl Vorzüge althergebrachten Bauens. Der Überstand des Satteldaches sowie die Lärchenholzlamellen dienen der verglasten Südwestfassade als Sonnenschutz; und verhindern im Übrigen, dass die Glasscheiben im Obergeschoss bei Regen schnell verschmutzen.

Als Baustoffe verwendete er vor allem natürliche Materialien wie Holz, Glas und Stein und ließ alle Oberflächen konsequent ohne Anstrich. Die Böden sind aus hellem Juramarmor, die meisten Möbel hat Christoph Welsch selbst entworfen und vom Tischler aus Ahornholz fertigen und einbauen lassen.

Harmonische Architektur

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Im ganzen Haus bestimmen glatte Fronten, dezente Naturfarben und klare Linien das Bild. Dadurch entsteht der Eindruck von großer Ruhe, Weite und Harmonie. Die Übergänge zwischen drinnen und draußen sind dank der großen Glasflächen fließend und der einzige Wandschmuck sind großformatige Bilder des Schongauer Künstlers Stefan Bletschacher, eines Freundes der Familie.

"Wir haben viel positive Resonanz von den Nachbarn bekommen, keiner hat an unserem doch sehr auffälligen Haus etwas auszusetzen", erzählt Monika Welsch.

Besonders klug durchdacht hat Architekt Christoph Welsch die Energieversorgung seines Hauses: Dazu gehören eine Erdsonden-Wärmepumpe, eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Temperierung und eine optimierte Dämmung durch einen Erdwärmetauscher und dreifache Verglasung. Eine weitere Dämmung bekommt das Gebäude durch ein zweites, kleineres Haus, das sich direkt an die Nordwand anschließt. Dort wohnt ein Cousin der Familie, die nachbarschaftliche Nähe ist gewollt, man kennt und man mag sich.

Im Nachhinein allerdings würden die Bauherren eine Sache anders machen – ihre Terrasse liegt an der Südseite des Hauses und hat gleich morgens Sonne, sie liegt aber am Nachmittag im Schatten. Zum Glück ist der Garten groß und bietet genügend Sitzplätze. "Als Nächstes werden wir uns einen zweiten Freisitz bei der Garage bauen", sagt Christoph Welsch, "denn dort können wir sogar den Sonnenuntergang genießen."

Daten und Fakten


  • Architekt: Christoph Welsch

  • Bauweise: Stahlbeton, Pfosten-Riegel-Glas-Konstruktion, Dachdeckung aus Welleternit, hinterlüftetes Unterdach mit Akustikdecke

  • Heizung: Erdsonden-Wärmepumpe, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Temperierung

  • Energiestatus: 35 kWh/m²/Jahr

  • Wohnfläche: 230 m²

  • Bauzeit: 02/08 bis 10/08

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