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1. Platz: Wohnbox mit Textilfassade

Ständer aus Stahl, Außenwände rot und drumherum eine textile Hülle: Zwei Bauherren haben sich in Potsdam ein Haus zum Wohnen und Arbeiten auf den Leib geschneidert.
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Die ersten vier Wochen im neuen Haus haben die Bauherren ständig Tischtennis gespielt – auf jener Platte, die heute der Arbeitsplatz von Susanne Müller und Andreas Coerper ist. Das hat riesigen Spaß gemacht; und den ganzen Ärger vergessen lassen, den die beiden mit der Eigentümergemeinschaft des Hauses gehabt hatten, in dem ihr Hamburger Loft lag.

Er war der Grund dafür, dass sie sich auf die Suche nach einem neuen Domizil machten. Bei einer Fahrradtour durch Potsdam entdeckten die beiden Filmproduzenten ein 1.500 Quadratmeter großes Baugrundstück beim Jungfernsee. Joop und Jauch wohnen in der Nähe und architektonisch herrscht hier eigentlich das Preußen des 19. Jahrhunderts, aber das Areal war freigegeben für ein modernes Wohnhaus mit Flachdach.

Offene Architektur

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"Wir sind beruflich bedingt ständig unterwegs", erklärt Andreas Coerper, "alles was wir brauchen, ist eine ruhige Basis zum Vor- und Nachbereiten unserer Projekte und um Kraft zu tanken" – ein Lebenskonzept wie aus dem Bilderbuch der modernen Berufswelt, das ein Wohnhaus mit vielen verschiedenen Zimmern, die dann doch nicht genutzt werden, unsinnig erscheinen lässt.

Der logische Schluss ist ein schlichter Stahlständerbau, konstruiert als zweigeschossige, multifunktionale Halle, in deren Decke eine hölzerne Wohnbox eingehängt ist: Über eine schmale Treppe gelangt man zu Schlaf- und Gästezimmer, zwei Bädern, Sauna und Loggia und einem begehbaren Kleiderschrank. Das Erdgeschoss ist, mit Ausnahme von vier kleinen Räumen für WC, Hauswirtschaft, Vorrat und Schuppen, komplett offen. Hier sind die Küche, ein Ess-, ein Wohn- und ein Arbeitsbereich. Der einzige Raumteiler ist ein Regal auf Rollen, das Andreas Coerper selbst entworfen hat.

Eine Fassade aus haushohen Textilbahnen

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"Für uns ist das Haus wie ein Zelt – man könnte es rein theoretisch auseinanderschrauben und woanders wieder aufbauen", sagt Susanne Müller. Könnte man, denn die Wände zwischen den Stahlträgern bestehen aus gedämmten Trapezblechen und riesengroßen Fensterflächen. Der Clou aber ist die Hülle aus haushohen Textilpaneelen, die sich teilweise verschieben lassen. Der Effekt ist großes Kino: Von drinnen hat man freie Sicht auf Bäume und Rasen, von außen einen perfekten Blick- und Sonnenschutz.

Tagsüber schimmern die rot verputzte Hausfassade durch das graue Textilgewebe und abends bestimmen die erleuchteten Räume die Optik des Gebäudes. Nach eineinhalb Jahren am Jungfernsee fühlen sich Susanne Müller und Andreas Coerper in ihrem modernen Zelt sehr wohl. Den einzigen Nachteil beschreibt Andreas Coerper mit einem Augenzwinkern: "Wir sind hier in permanenter Ferienstimmung, da fällt uns das Arbeiten manchmal nicht leicht!"

Daten und Fakten


  • Architekt: Julia Bergmann, Kleyer. Koblitz.Architekten

  • Bauweise: Stahlständerbau, Trapezblechwände mit Wärmedämmverbundsystem, textilbespannte Außenpaneele mit Aluminiumrahmen

  • Heizung: Scroll Wärmepumpe mit Einkreissystem

  • Energiestatus: noch nicht erfasst

  • Wohnfläche: 185 m²

  • Bauzeit: 05/07 bis 01/08

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