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Einfamilienhaus mit einer Wohnebene

In Chatillon, einem kleinen Ort westlich von Lyon und mitten im romantischen Weinbaugebiet von Beaujolais, fand das junge Architektenpaar ein zauberhaftes, knapp 2000 Quadratmeter großes Grundstück. Sie planten ein transparentes Gebäude, dessen physische Begrenzung optisch nur die Natur selbst bilden sollte.

Wohnquader auf einem Kiesbett

Der Bau besteht aus einer vorfabrizierten transparenten Box. Um Kosten zu sparen, wurden Stahlstützen und Glaspaneele in kurzer Zeit auf der Baustelle montiert. Der transparente Quader ruht 80 Zentimeter über einem Kiesbett auf frei stehenden Stützen. Zwei kurze Treppen bilden die Zugänge an der Nordost-Seite des Hauses: eine führt ins Atelier, die andere in den Wohnbereich.

Weit überstehendes Flachdach

Der Rhythmus der Stahlstützen korrespondiert mit einer Reihe alter Pappeln vor dem Haus. Das zwei Meter auskragende Flachdach schützt den Innenraum vor zu viel direktem Sonnenlicht. Über ein paar Stufen steigt man hinuter zum Garten. Dort sitzen Caroline Barrès und Thierry Coquet oft im Sommer, im Schatten der großen Trauerweide am Teich, der das Grundstück im Westen begrenzt.

Große Schiebetüren zum Garten

Im Innern überzeugt der Bau durch Großzügigkeit und Transparenz. Der Bezug zur Natur ist derart allgegenwärtig, dass es gefühlsmäßig kein "Hinausgehen" oder "Hineingehen" gibt - selbst im Winter gehören der zugefrorene Teich und die alten Bäume zum Wohnerlebnis. Und wenn die großen Schiebetüren im Sommer offen stehen, verschmelzen Haus und Garten auch räumlich.

Pflegeleichter Betonboden

Ein bisschen wie Ausstellungsstücke wirken die Möbel im gläsernen Wohnbereich. Dabei ist die Einrichtung ein gekonnter Mix aus Designklassikern, Erbstücken und Flohmarkttrophäen. Der einheitliche, pflegeleichte Boden aus gegossenem Beton wurde moosgrün lackiert.

Halbhohe Wand zur Küche

Den Küchenbereich schirmten die Architekten durch eine halbhohe Wand vom offenen Wohn-Ess-Bereich ab. Auch in der Küchenzeile kombinierten Caroline Barrès und Thierry Coquet traditionelle Fayence-Keramik mit Schrankfronten von Ikea.

Zwei Holzkuben als Schlafzimmer

So schlicht und klar wie die 80 Zentimeter über dem Boden schwebende Kiste selbst ist auch ihre räumliche Organisation: Die Architekten stellten zwei identische Kuben in das gläserne Volumen. Der eine trennt das Atelier vom Wohnbereich und beherbergt das Elternschlafzimmer samt Bad, die Heizung und das Archiv des Ateliers. Der andere schirmt das Kinderreich ab.

Planmaterial: Glashaus zwischen Himmel und Erde

Es war das parkähnliche Grundstück, das Caroline Barrès und Thierry Coquet zu einem transparenten Pavillon inspirierte. Mit dem schwebenden Bau, den sie für sich und ihre Kinder entwarfen und der an Mies van der Rohes berühmtes Farnsworth House ebenso erinnert wie an Jean Prouvés Maison Nomade, brachte das junge Paar frischen Wind in die Architekturszene von Lyon.
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Baudaten/Architekt: Barrès und Coquet

Baubeginn: 2000
Bauende: 2001
Bauweise: Stahlskelett, schwarz lackiert, Beton
Lage: Land
Land: Frankreich/ Beaujolais
Dach: Flachdach
Fassade: Glas
Fußboden: Beton, moosgrün lackiert
Wohnfläche: 200 qm
Grundstücksgröße: 1950 qm