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Villa mit strengen Formen

Das Haus steht auf einem steilen Hanggrundstück oberhalb des Zürichsees in Kaltenbrunn. Die Baukörperform reagiert auf den Genius Loci - Form folgt dem Ort, so könnte man in Abwandlung von Louis Sullivans Parole "form follows function" Ivan Cavegns Entwurfshaltung definieren.

Leicht geneigtes Dach

Der Lichtensteiner Architekt entwarf ein Haus in Form einer modifizierten Schweizer Kiste: sachlich, mit Sichtbeton und Glas. Das Dach ist leicht geneigt, als merklicher Tribut an die Satteldächer der Nachbarhäuser. Die Schlafzimmerfenster im Erdgeschoss sind zurückversetzt. Der Längsknick des Baukörpers nimmt den spitz zulaufenden Grundstückszuschnitt auf und betont dabei die Plastizität des Baukörpers.

Geschützter Eingangsbereich

Ein Haus braucht räumliche Spannung, wenn es nicht nur offen und transparent und dadurch geheimnislos sein will. Introvertiert sind deshalb sowohl der ummauerte Hof als auch der Eingangsbereich. Eng gefasst und kabinettartig erzeugen sie einen maximalen Gegensatz von unten und oben. Wie bei vielen Hanghäusern üblich, liegt der Eingang talseits, rechts davon ist die Garage integriert.

Helle Wände, helle Böden

Einer Skulptur gleicht auch das Innere des Hauses: Großzügige Helligkeit dominiert selbst die Treppe auf der geschlossenen Hangseite des Hauses, von der wie Decks die Wohngeschosse abgehen. Die einläufige Treppe bildet das Rückgrat des Hauses. Vom Erdgeschoss mit den gleich großen Schlafräumen führen links Stufen zum Eingang im Untergeschoss, nach oben geht es in den Wohnbereich und zur Küche.

Wohnzimmer mit großer Fensterfont

Das Haus bietet erfrischende Architektur mit Weitblick. Kommunikatives Zentrum ist der Wohnbereich mit offener Küche, vor der sich die überdachte Terrasse auftut. Der weiß gefärbte Estrich, glatt verputzte Wände und die Decke, die dem flach geneigten Satteldach folgt, schaffen einen homogen, hellen Raumeindruck. Bei aller optischen Ruhe sorgt die leicht geknickte Fensterfront für räumliche Spannung und Irritation.

Küchenbox aus Sichtbeton

Die eingestellte Küchenbox aus Sichtbeton und dunklem MDF wirkt wie ein Haus im Haus. Sie gliedert das Obergeschoss und schirmt als skulpturaler und praktischer Raumteiler zur nahen Sitzgruppe hin ab.

Heller Sichtbeton im Esszimmer

Vor der offenen Küche finden die Bewohner an einer langen Tafel Platz. Weich fällt das Licht aus den großen Westfenstern auf die Sichtbetonoberflächen, die in bester Schweizer Qualität überzeugen - vielleicht auch deshalb, weil sie mit Putzwänden kontrastiert werden.

Großzügige Loggia im Obergeschoss

Eine Loggia grenzt an den Essplatz im Obergeschoss an und bietet einen großzügigen Freisitz. Von den Panoramafenstern aus hat man einen umwerfenden Blick, der vom Zürichsee im Westen bis zu den Berggipfeln des Glarnerlands im Osten reicht. Ein Naturschauspiel in Breitwandformat scheint einem wie ein Kunstwerk zu Füßen zu liegen.

Minimalistisches Badezimmer

Regelrecht ansteckend wirkte der Purismus der Architektur aber auf die Bewohner - gegen Ende der Bauzeit konnte es ihnen nicht reduziert genug sein. Vom minimalistischen Bad der Eltern im Erdgeschoss aus bietet sich ein reizvoller Blick.

Planmaterial: Betonskulptur am Alpenhang

Die Architektur der Schweiz ist bekannt für ihren Hang zur Perfektion und für ihre Strenge. Ivan Cavegn bewies aber mit einem Haus am Zürichsee, dass sogar der spröde Werkstoff Beton in den Händen eines wahren Meisters zur gebauten Poesie werden kann.
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Baudaten/Architekt: Cavegn, Ivan

Baubeginn: 2003
Bauende: 2004
Bauweise: massiv, Beton
Lage: Hang
Land: Schweiz/ Zürichsee
Dach: Satteldach
Fassade: Sichtbeton
Fußboden: weißer Anhydrit-Fließestrich
Wohnfläche: 210 qm
Grundstücksgröße: 1342 qm