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Villa mit Glas und Stahl

Die Villa von 1928 ist ein Entwurf des Architekten Arthur Korn, der zur Spitze des Neuen Bauens in Berlin gehörte. Korn realisierte etliche Villen in Berlin, profilierte sich aber vor allem mit Geschäfts- und Fabrikbauten. Die Villa in Zehlendorf lässt in dem prägnanten Einsatz von Glas und Stahl klar die Handschrift des Avantgarde-Architekten erkennen. Ebenso zeitlos wie die Formensprache ist auch der Grundriss des Hauses, der von den neuen Bauherren nur minimal verändert wurde.

Fassadenausbuchtung für das Treppenhaus

Trotz der radikalen Reduktion wirkt der Flachdachbau nicht minimalistisch streng: Das Treppenhaus wölbt sich weich zur Straße hin aus der Mittelachse heraus; die Fassade leuchtet in einem hell abgetönten Ocker. In die konvexe Treppenhaus-Rundung ist ein schmales, 3,70 Meter langes Fenster eingelassen, darunter sitzt ein Bullauge.

Flügeltüren zur Terrasse

Der großzügige Wohnraum öffnet sich über Flügeltüren gen Süden zur Terrasse und zum Garten. Durch dieses opulente Fensterband fällt viel Licht in das Wohnzimmer und den angrenzenden Essbereich. Auch bei der technischen Modernisierung war Architekt Florian Höll um größtmögliche Originaltreue bemüht. Er ließ die neuen Heizungsrohre in die vorhandenen vertikalen Wandschlitze mit Lehmmörtel einmauern.

Esszimmer mit Lamellenparkett

1928 wurde die Villa für einen Arzt errichtet. Es lag nahe, die ehemaligen Behandlungs- und Wartezimmer im Erdgeschoss zur Küche umzufunktionieren. Die ursprüngliche Küche dient nun als Arbeitszimmer. Die Farb- und Materialwahl in der Küche greift den sachlichen, aber keinesfalls spröden Ton auf, der das ganze Haus beherrscht. Helles Lamellenparkett aus Esche macht den Raum wohnlich.

Dunkle Dielen im Treppenhaus

Die Entscheidung, die Treppenhauswände im Erdgeschoss herauszunehmen, erweist sich als enormer Gewinn für das Haus. Hier kontrastieren die puren, weiß verputzten Wände mit dunklen Dielen. Diese waren ursprünglich graugrün lackiert, wurden während der Renovierung jedoch abgeschliffen, schwarz gebeizt und anschließend versiegelt.

Bad als Wellness-Insel

Im Obergeschoss befinden sich Schlaf-, Kinder- und Gästezimmer sowie zwei Bäder. Für das größere der beiden Bäder wurde das ehemalige Ankleidezimmer mit Bad zu einer großzügigen Wellness-Insel zusammengelegt. Um die charmant gerundete Badezimmerwand nicht zu verlieren, ließ Höll sie nur mit zwei schmalen, wandhohen Durchbrüchen versehen.

Planmaterial: Liebesschwur für ein Original der Zwanziger

Vernachlässigung kann auch eine Chance in sich bergen, wenn die Substanz noch weitgehend erhalten ist. Justus Oehler und seine Frau hatten das Glück, in Berlin eine Preziose aus der Bauhaus-Zeit zu ergattern. Mit dem Architekten Florian Höll machten sie sich an die Sanierung und erhielten ein Haus, das auch im 21. Jahrhundert Bestand hat.
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Baudaten/Architekt: Müller-Stüler und Höll

Baubeginn: 2003
Bauende: 2004
Bauweise: massiv
Lage: Villenviertel
Land: Deutschland/ Berlin
Baukosten: 300 000
Dach: Flachdach
Fassade: Putz
Fußboden: Betonwerkstein, Parkett, Dielen
Wohnfläche: 150 qm
Grundstücksgröße: 800 qm