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Mythos 1: Solarenergie wird hoch bezuschusst – das lohnt sich richtig

Das stimmt so nicht – Neueinsteiger sollten bei Solarenergie ganz genau rechnen. Zum Beispiel Solarstrom – auch Photovoltaik genannt. Er wird per Gesetz rückvergütet: 2004 bekam man auf 20 Jahre fast noch mehr als 50 Cent für eine eingespeiste Kilowattstunde erstattet (bei damals 18 Cent für Strom vom Energieversorger). Seit 2014 sind die Sätze stark gesunken und werden nur noch 12 Cent erstattet. Da lohnt es sich eher, selbst den Strom zu verbrauchen, als ihn einzuspeisen und später teuer vom Stromanbieter für ca. 25 Cent neu einzukaufen. Auch Solarthermie muss individuell gerechnet werden, da auch hier je nach Dämmung, Verbrauch und Höhe der staatlichen Förderung die Anschaffung kurz über beziehungsweise unterhalb der Wirtschaftlichkeit liegen kann. 

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Mythos 2: Im Niedrigenergiehaus darf man keine Fenster öffnen

Falsch, das galt mal für erste Passivhäuser. Doch diese Zeiten sind lange vorbei – bei modernen Niedrigenergiehäusern können Sie ohne weiteres die Fenster öffnen. Was jedoch stimmt: Viele Neubauten haben heute eine Lüftungsanlage. Sie macht das Öffen der Fenster zum reinen Lüften überflüssig. Tut man es trotzdem, entweicht in kalten Monaten zwar die wertvolle Wärme, aber dank der Heizung – egal, ob regenerativ oder fossil - wird die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht.

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Mythos 3: Dreifach verglaste Fenster sind dreimal so dicht wie einfach verglaste

Sie sind sogar noch viel besser, nämlich ungefähr zwölfmal so gut isolierend! Die Wärmedurchlässigkeit von Fenstern wird als Ug-Wert ausgedrückt. Einfachglas hat einen Ug-Wert von ca. 6 kWh/m²K, Dreifachglas von nahezu 0,5 kWh/m²K! Zudem macht eine Dreifach-Wärmeschutzverglasung Räume noch behaglicher. Selbst bei strengem Frost beträgt die innere Oberflächentemperatur oft mehr als 16° Celsius. Kalter Zug vom Fenster entfällt, dafür wird die nutzbare Raumfläche größer.

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Mythos 4: In Häusern mit Belüftung bekommt man schnell einen steifen Hals

Die Lüftungsanlagen in Niedrigenergiehäusern sind lautlos und zugfrei. Um dies zu erreichen liegt die Luftgeschwindigkeit unter 0,1 Meter pro Sekunde, was Experten als gefühlte Windstille ansehen. Ausgetauscht wird die Luft dennoch. Um diesen geringen Wert zu erreichen, müssen die Anlagen jedoch korrekt eingestellt sein. Und keine Sorge – schlimm sehen die Ein- und Austrittöffnungen auch nicht mehr aus, sondern erinnern eher an dezente Rauchmelder. 

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Mythos 5: Je dichter das Haus, desto besser gedeiht Schimmel

Das gilt für Altbauten mit schlecht gedämmten Außenwänden, und zwar dann, wenn nicht genügend gelüftet wird. In gut gedämmten Häusern sind die Außenwände innen warm, also kann Luftfeuchtigkeit sich hier nicht an der Wand niederschlagen und damit zum Nährboden für Schimmelpilze werden. In Häusern mit Lüftungsanlage ist Schimmel sowieso kein Thema mehr – Luftfeuchtigkeit wird permanent abgeführt.

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Mythos 6: Die Technik im Energiesparhaus ist total clever – die regelt alles automatisch

Das ist zumindest das Versprechen. In Wirklichkeit kämpfen selbst die Installationstechniker oft über Monate mit der Komplexität der Regelelektronik. Bauherren sollten sich unbedingt Referenzobjekte nennen lassen und Gespräche mit bisherigen Kunden führen, um die Souveränität ihres Haustechnik-Gewerks zu checken. Beruhigend ist, wenn Automatisiertes im Notfall auch per Hand gesteuert werden kann.

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Mythos 7: Regenerative Energien machen zwar ein gutes Gewissen, kosten aber ein Vielfaches

Das mag sein, und endgültige Effizienzrechnungen sind nur individuell möglich. Es gibt trotzdem ernstzunehmende Berechnungen, wonach sich eine Pelletheizung nach 10 Jahren, eine Solarthermieanlage nach knapp 20 Jahren und eine Wärmepumpe nach gut 10 Jahren amortisiert hat. Fest steht: Mit einer guten Dämmung und dem Einsatz regenerativer Heizsysteme senkt man auf lange Sicht seinen Energieverbrauch enorm. Das spart nicht nur Tausende Euro für Öl, Gas und Strom, sondern nutzt der Umwelt auch vom ersten Moment an. 

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Mythos 8: Wärmepumpen heizen genauso gut wie herkömmliche Brenner – nur viel ökologischer

Wie warm es zu Hause wird, entscheiden vor allem die Dämmung der Gebäudehülle und die Dichtigkeit der Fenster. Eine Luftwärmepumpe, die eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung speist, wird niemals einen Altbau mit offenen Räumen bis unters Dach warm bekommen. Welcher Brenner mit welchen Heizkörpern oder -flächen am besten geeignet und damit am umweltfreundlichsten ist, errechnet der Energieberater und/oder Architekt in Zusammenarbeit mit dem Heizungsinstallateur.

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Mythos 9: Energiesparlampen sparen am meisten

Wer bislang dachte, dass herkömmliche Energiesparlampen die Stromrechnung am deutlichsten senken, der irrt. Zwar sind sie genügsamer als frühere Glühbirnen und Halogen-Strahler, moderne LED-Lampen sparen aber noch mehr Energie. So verbraucht zum Beispiel eine LED-Lampe, die die gleiche Lichtleistung wie ein 35-Watt-Halogen-Spot hat, lediglich 3 Watt. So kann man selbst nach dem Bau eines Energieeffizienzhauses zusätzlich Energie sparen. Aber Achtung: Achten Sie auf jeden Fall für warmweißes Licht auf einen Farbtemperatur von 2.700 Kelvin, dann merken Sie keinen Qualitätsunterschied beim Einschalten. 

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Mythos 10: Energiesparmaßnahmen machen nur für Neubauten Sinn

Auch dieses Gerücht stimmt so nicht. Unsanierte Altbauten können  Einsparpotentiale von bis zu 90 Prozent haben. Das nachträgliche Dämmen, eine moderne Wärmeschutzverglasung oder der Einbau eines neuen Heizsystems lohnen sich aber nicht nur wegen der niedrigeren Energiekosten. Die Maßnahmen verbessern auch den Wohnkomfort und steigern den Wert der Immobilie. Damit die finanzielle Belastung zu tragen ist, gibt es für energieeffizientes Sanieren zinsgünstige Darlehen von der KfW-Förderbank.

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