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Biogas: Kann Gas grün sein?

Das Angebot für so genanntes Bio- und Ökogas wächst. Doch was ist das eigentlich? Wo liegt der Unterschied zu traditionellen Ressourcen? Rechnet sich das grüne Gas auch für die Umwelt?
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Biogas entsteht bei der Vergärung organischer Stoffe. Das können biologische Abfälle aus der Grüntonne sein, aber vor allem sind es landwirtschaftliche Nebenprodukte wie Tierjauche, Dünger und Energiepflanzen wie Raps und Mais. Biogas gilt als CO2-neutral, weil alles Kohlendioxid, das bei der Biogas-Verbrennung freigesetzt wird, zuvor während des Wachstums der organischen Stoffe aufgenommen wurde.

Dagegen sagt der Begriff Ökogas zunächst gar nichts über die tatsächliche Zusammensetzung des Gases aus. Manche Anbieter liefern Biogas, das tatsächlich komplett aus klimaneutralen Materialien gewonnen wird, andere einen Mix aus Biogas und Erdgas.

Ziel von allen Ökogas-Produkten ist jedoch die absolute CO2-Neutralität. Um sie zu erreichen, ist im Ökogas-Preis ein Zuschlag enthalten, den der Gasanbieter bezahlt, um damit die höhere CO2-Emmision durch den Erdgas-Anteil in seinem Produkt auszugleichen. Mit dieser Abgabe wird dann entweder die Erzeugung erneuerbarer Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt oder der Anbieter kauft damit CO2-Emissionszertifikate.

Bis zu 226 Euro im Jahr gespart

gaspipeline

Die Zahl der Anbieter von Bio- und Ökogas steigt hier zu Lande stetig. Wer bislang mit Erdgas heizt und kocht, hat damit eine klare ökologische Alternative. Inzwischen können die Verbraucher aus Ökogas-Tarifen von rund 20 Anbietern wählen, im Jahr zuvor waren es erst zehn. Der wachsende Wettbewerb zahlt sich für den Kunden auch finanziell aus.

Wer von Erdgas auf Biogas umsteigt, leistet nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz, sondern kann häufig sparen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Toptarif.de zahlt ein vierköpfiger Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr im günstigsten Erdgastarif rund 1.362 Euro, im günstigsten Ökogastarif hingegen 1.136 Euro – also 226 Euro weniger.

 

Allerdings ist die Auswahl nicht überall gleich groß. In den südlichen Bundesländern bieten viele kleine Stadtwerke Öko-Tarife an. Während in Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen und Sachsen maximal 18 Anbieter zur Verfügung stehen, ist Baden-Württemberg mit 30 einschlägigen Versorgern derzeit Spitzenreiter.

Der Anbieterwechsel ist so einfach wie beim Ökostrom: Einen Anbieter aussuchen – Anmeldeformulare gibt es auf den Websites der Unternehmen. Mit der Adresse, Bankverbindung und Zählernummer abschicken, alles andere erledigt der neue Anbieter, unter anderem auch die Kündigung beim alten Versorger.

Anders als im Bereich Ökostrom ist die Wechselbereitschaft bei Ökogas jedoch noch nicht so stark ausgeprägt. Während jedes Jahr zwischen 600.000 und 1,1 Millionen deutsche Haushalte zu grünem Strom wechseln (inzwischen rund 50 Prozent der Nutzer), kann sich im Schnitt nur jeder siebte Nutzer für ein Ökogas-Produkt entscheiden.

Umweltschäden durch Biogas?

mais

Biogas ist nicht unumstritten. Umweltverbände kritisieren die Entwicklung, weil viele Bauern ihre Biogasanlage nicht nur mit Abfällen aus der Landwirtschaft betreiben, sondern intensiv Mais anbauen – wobei erheblich mehr klimaschädliche Gase wie Lachgas, CO2 und Methan erzeugt wird als bei Gülle. "Inzwischen kommt 80 Prozent Mais in die Anlagen", sagt Martin Hofstetter, Agrarexperte bei Greenpeace. "Biogas macht nur in kleinem Maßstab Sinn, nämlich dann, wenn es wirklich aus nachhaltigen Reststoffen stammt." Je mehr Verbraucher zu Biogas wechseln, desto mehr könne dies der Umwelt schaden.

www.greenpeace-energy.de

Tipp: Greenpeace Energy bietet ein neuartiges Gasprodukt aus erneuerbaren Quellen an: Windgas wird aus Windstrom und Wasser gewonnen. www.greenpeace-energy.de/windgas.html

Zudem werde der Ackerboden einseitig ausgebeutet und ein weltweites Nahrungsmittelproblem geschaffen. Denn am Ende fehle die für Mais eingesetzte Ackerfläche für den Anbau anderer Lebensmittel. In Entwicklungs- und Schwellenländern treibe die Nachfrage nach Energiepflanzen die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe und verschärfe den Kampf um Agrarflächen.

Weitere Informationen und Beratung:

Deutsche Umwelthilfe: www.duh.de
Greenpeace will Biogas beschränken: www.greenpeace.de