• CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER
  • CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER

Photovoltaik und Solar – der Weg zum Sonnendach

Wer auf dem eigenen Haus Solarstrom erzeugt, kann sowohl den Eigenbedarf decken und gleichzeitig Geld verdienen – indem er überschüssige Energie wieder ins öffentliche Netz einspeist. Wie funktioniert die Technik und wo liegt der Unterschied zwischen Solar und Photovoltaik?
nachhaltigkeit_windenergie

Energie erzeugen können beide. Sowohl Photovoltaik- wie Solaranlagen nutzen die Sonne, um daraus Energie zu schöpfen. Der Unterschied: Solaranlagen absorbieren die Sonne, heizen damit ein Medium – meist Wasser – auf, das wiederum auf irgendeine Weise genutzt wird. Im Volksmund nennt man sie daher häufig "Solarwärmeanlagen".

Photovoltaik dagegen erzeugen mithilfe der Sonne Strom. Diese Technik nutzt Solarzellen auf dem Dach, um damit einen Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umzuwandeln. Photovoltaik macht aus Licht Strom – und wird daher "Solarstromanlage" genannt.

Photovoltaik: die Technik in der Praxis

Wie lässt sich die Technik in der Praxis nutzen? Keine Frage: Der Süden ist im Vorteil. In besonders sonnenreichen Regionen im Süden Deutschlands sind etwa mit Photovoltaikanlagen weit höhere Stromerträge zu erzielen als im Norden. Mitunter sind mehr als 1.000 Kilowatt pro installierten KWp (Kilowatt-Peak, Spitzenleistung) möglich. Hingegen kann der Ertrag im Norden bei vergleichsweise bescheidenen 700 Kilowatt liegen.

Neben der Strahlungsintensität sind Dachneigung und Ausrichtung zu beachten: Südrichtung bei 30 Grad Neigungswinkel gilt als ideal. Bei West- und Ost-Ausrichtungen und Neigungen von 45 Grad werden bereits einige Prozente weniger Strom generiert. Noch weniger Solarstrom gibt es bei Verschattungen.

Für Solarstrom gibt es viele Förderungen

dach_solar

Photovoltaikanlagen selbst weisen deutliche Preis- und Qualitätsunterschiede auf. Module namhafter Marken sind zwar etwas teurer, lohnen sich aber oft durch ihren höheren Wirkungsgrad und bieten umfangreiche Garantieleistungen.

Bei der Finanzierung gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten: Die normalen Banken verlangen für einen Kredit häufig 25 Prozent Eigenkapital vom Solaranlagenbesitzer. Allerdings bietet die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Förderkredite. Viele Kommunen bieten regionale Förderprogramme an – auch da lohnt es sich, nachzufragen. Weitere Fördermittel stellt der Bund bereit im Marktanreizprogramm "Erneuerbare Energien".

Ob eine Photovoltaik-Anlage genehmigungspflichtig ist, etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden oder bei Veränderung des Erscheinungsbildes eines Hauses, erfährt man bei der örtlichen Baubehörde. Vor dem Aufbau der Photovoltaikanlage sollte außerdem das Dach überprüft werden. Wenn die Anlage 20 Jahre halten soll, müssen schadhafte Stellen im Dach zuvor repariert, ein marodes Dach komplett erneuert werden. Des weiteren müssen neue Stromkabel verlegt werden – von der Dachanlage bis zum Zählerschrank. Falls bereits Leerrohre vorhanden sind – kein Problem. Andernfalls muss die Verkabelung über oder unter dem Putz erfolgen, was Schmutz und weitere Kosten mit sich bringt. Für die Einspeisevergütung des erzeugten Solarstroms ist mindestens ein neuer Zähler nötig, ein zweiter, wenn man den Solarstrom auch selbst nutzt.

Einspeise-Vertrag: Vorsicht vor Fallstricken!

Photovoltaik-Rechner der Energieagentur

Anlagen-Betreiber werden zu Unternehmern

Über die Wohngebäudeversicherung kann die Solaranlage mitversichert werden, wenn dies ausdrücklich mit der Versicherungsgesellschaft vereinbart ist. Eine Ausfallversicherung kommt für entgangene Erträge auf, wenn die Anlage beschädigt wird und keinen Strom erzeugt. Die Betriebshaftpflichtversicherung haftet, wenn sich etwa bei einem Unwetter Teile der Anlage vom Dach lösen und Passanten verletzen.

Da Solaranlagen-Eigentümer Unternehmer sind, können sie die Mehrwertsteuer auf die Solateur-Rechnung vom Finanzamt zurückfordern. Dafür müssen allerdings die Gewinne, die während des 20-jährigen Förderzeitraums mit dem Solarstrom erzielt werden, ebenfalls versteuert werden.

Thermische Solaranlagen: die Sonnenheizung

solardach

Das warme Wasser, das durch Sonnenheizungen entsteht, kann entweder direkt zum Verbrauch genutzt oder der Heizung zugeführt werden. Heißt: Ausschließlich Trinkwasser und Heizungswasser werden erwärmt – mehr nicht. Eine Einspeisung ins öffentliche Netz ist nicht möglich. Als Faustregel gilt: Ab zehn Quadratmeter Kollektorfläche ist eine wirksame Unterstützung der Heizung möglich – kleinere Anlagen rentieren sich nur für Trinkwasser.

Für eine möglichst hohe Ausbeute sollten die Kollektoren auf Südost- bis Südwestdächer gesetzt werden. Ideal ist dabei eine Dachneigung von 20 bis 60 Grad. Sie lassen sich entweder auf das Dach montieren oder können ins Dach integriert werden.

Tipp: So rechnen Sie

Für die reine Warmwasserversorgung rechnet man pro Person ca. 1 m² Kollektorfläche und für die Speicherung ca. 80 Liter.

Mit einer Solarwärmeanlage spart man im Sommer komplett die Heizung. Das warme Frischwasser übernimmt die Technik auf dem Dach vollständig. Weiterer Nebeneffekt: Die Heizung muss nicht anspringen, der Brennerstart fällt weg. Auch das spart Strom. In der Übergangszeit im Herbst und Frühling teilen sich Solarwärmeanlage und Heizung die Arbeit, um warmes Wasser zur Verfügung zu stellen. Im Jahresmittel deckt die Dachtechnik 60 Prozent des Energiebedarfs.

Wann rechnet sich eine Anlage auf dem Dach?

sonnenblume_steckdose

Eine Anlage zur Erzeugung von Warmwasser für den Hausgebrauch kostet für einen Vier-Personen-Haushalt etwa 7.000 Euro. Mit dabei sind die Kollektoren auf dem Dach. Sind etwa sechs Quadratmeter Kollektoren auf dem Dach montiert, können damit ca. 400 Wannenbäder oder 2.000 Duschvorgänge erwärmt werden.

Diese sechs Quadratmeter decken damit etwa 60 Prozent des Energiebedarfs für die Trinkwassererwärmung – damit spart der Vier-Personen-Haushalt rund 150 Euro im Jahr.

Wird mit der Kraft der Sonne zusätzlich die Heizung unterstützt, lassen sich mit einer Fläche von 15 Quadratmetern Kollektoren etwa 30 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken. Voraussetzung: Das Haus ist gut isoliert. Fausregel: Wenn die Helfer auf dem Dach 20 Prozent der Heizbedarfs übernehmen, spart der Haushalt dadurch schon 500 Euro im Jahr. Dabei sind die Investitionskosten jedoch höher: Sie liegen bei mindestens 10.000 Euro.

Weitere Infos und Beratung:

Staatliche Förderung für Solartechniken: www.bundesamt-fuer-wirtschaft.de
Photovoltaik-Rechner: www.energieagentur.nrw.de
Deutsche Umwelthilfe: www.duh.de