• CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER
  • CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER

Richtig dämmen - aber wie?

Eine gut durchdachte Wärmedämmung ist die halbe Miete – denn sie kann Energie- und Heizkosten erheblich reduzieren. Doch die Wahl der Materialien und Technik wollen gut überlegt sein. Ein Überblick.

Für Neubauten ist der Fall klar: In der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 hat der Gesetzgeber geregelt, welche Mindest-Wärmedämmung ein Haus haben muss. Fenster, Dach, Keller, Wände, Decken, alles ist gesondert aufgeführt und mit Werten bedacht.

Bei Altbauten dagegen besteht keine generelle Pflicht zur Wärmedämmung. Dennoch lohnt sich vor allen Dingen für Eigentümer insbesondere von Gebäuden aus den sechziger, siebziger und achtziger Jahren eine nachträgliche Dämmung. Denn das beste Heizsystem verpufft buchstäblich, wenn ein Gebäude die Wärme nicht halten kann und sie nach außen abgibt. Eine wirksame Wärmedämmung hält die Temperatur im Inneren des Hauses.

Wärmebildkamera offenbart Schwachstellen

shutterstock_thermobild

Ob und welche Schwachstellen ein Gebäude aufweist, lässt sich anschaulich mit Hilfe von Wärmebildkameras ermitteln. Auf der thermografischen Darstellung wird sichtbar, wie gut ein Haus gedämmt ist. Auf dem Infrarotbild erscheinen Partien mit hoher Wärmeabstrahlung leuchtend rot, die blauen Stellen der Aufnahme hingegen zeigen die kühlen, mithin gut gedämmten Bauteile.

Für Neubauten ist ein bedarfsorientierter Energieausweis Pflicht, im Bestandsbau sind teilweise auch verbrauchsorientierte Energieausweise zugelassen.

Staatliche Förderung

Tipp: Geld vom Staat

Dämmstoffe – mineralisch, synthetisch oder organisch

modern-innenwand-getifix

Die Auswahl der Dämmstoffe hängt ab von der Art der beabsichtigten Wärmedämmung. Die Materialien unterteilen sich in mineralische (z.B. Schaumglas, Glasgranulate, Mineralschaum), synthetische (z.B. Polyester, Polyurethan) und pflanzlich bzw. tierische Substanzen (z.B. Baumwolle, Kork, Holzfasern). Zumeist werden die Stoffe in Form von Dämmmatten oder Dämmplatten verarbeitet, aber auch als Schüttungen oder als Kerndämmung eingeblasen in Zwischenräume von Wänden, Decken und Böden.

Außendämmung versus Innendämmung

energiesparhaus-kfw-daemm

Die Qual der Wahl haben Hausherren bei der Entscheidung Außendämmung oder Innendämmung. Bei der Innendämmung bleibt die Außenfassade eines Gebäudes erhalten. Die Außendämmung wiederum vermeidet eine Verringerung des Wohnraums.

Auch das Dach kann sowohl außen wie von der Dachbodenseite gedämmt werden. Sofern der Dachboden nicht als Aufenthaltsort genutzt wird, ist eine Dämmung der obersten Geschossdecke denkbar. In einem Keller, der nur als Abstellraum verwendet wird, ist eine Innendämmung ratsamer als eine kostspielige Perimeterdämmung.

Achtung Schimmel!

Bei nicht optimal ausgeführter Innendämmung kann sich Schimmel bilden zwischen dem Dämmmaterial und dem Innenteil der Außenwand. Daher sollte der Aufbau unbedingt luftdicht installiert werden.

Eine Innendämmung macht insbesondere dann Sinn, wenn beispielsweise eine beheizte Wohnung von einem kühlen Flur oder einer Garage abgetrennt werden soll. Hier kann neben der Wärmeisolierung der Lärmschutz eine weitere Rolle spielen. Dabei ist die Beschaffenheit der Innenwand entscheidend: Ist es eine massive Betonwand oder eine Hohlwand, auch Doppelwand genannt? In Hohlräume können lose Dämmstoffe durch Schüttdämmung oder Einblasdämmung verarbeitet werden. Bei einer massiven Betonwand dagegen werden Dämmplatten oder -matten verwendet. Ganz wichtig: Bei einer Innendämmung sollte darauf geachtet werden, dass sie im Falle eines Brandes schwer entflammbare Eigenschaften aufweist.

Wärmebrücken – die wunden Punkte des Hauses

Kostenloser Energiecheck

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bietet im Rahmen ihrer Kampagne "Haus sanieren – profitieren" einen kostenlosen Energie-Check für Bauherren und Eigentümer. www.sanieren-profitieren.de/

Die Dämmung von Außenfassaden empfiehlt sich bei Wärmebrücken. Sie entstehen häufig bei Fensterrahmen, Nischen der Fenster, Heizkörpernischen, Hausecken oder Rollladenkästen. Hier entweicht oft am meisten Wärme nach außen. Wenn viel Wärme nach außen flöten geht, wird es an den Innenwänden und -teilen kalt. Dann kommt es bei solch einer Wärmebrücke häufig aufgrund von niedrigen Innenoberflächentemperaturen zu Tauwasserausfall. Sobald warme, feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft und dort unter den so genannten Taupunkt abgekühlt wird, bildet sich Tauwasser. Die gleichen Erfahrungen macht jeder Brillenträger, der im Winter einen warmen Raum betritt und anschließend beschlagene Brillengläser hat. Die Folge für die Wand: Schimmel.

Weitere Informationen und Beratung:

Zu Energieausweisen bei der Deutschen Energie-Agentur: www.dena.de
Förderdatenbank des Bundes BINE: www.energiefoerderung.info
Deutsche Umwelthilfe: www.effizienzhaus.zukunft-haus.info
Modernisierungsratgeber der dena: www.zukunft-haus.info
KfW/dena: Wärmebrücken in der Bestandssanierung. PDF, 40 Seiten, April 2008: www.kfw.de