• CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER
  • CROSSMEDIA
    WERBEPARTNER

Ökostrom - der Wechsel muss Sinn machen

Wer zu einem Ökostromtarif wechselt, sollte darauf achten, dass sein Tarif den Ausbau neuer regenerativer Kraftwerke fördert und konventionelle Anlagen zurückdrängt.
energiesparen-solar-shutterstock_holbox

Selbstredend wird Ökostrom auf umweltfreundliche Weise aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt: aus Windkraft, Biomasse, Sonnenenergie, Wasserkraft, Biogas und Erdwärme. Die erneuerbaren Energien hatten 2012 am gesamten Stromverbrauch in Deutschland einen Anteil von etwa 23 Prozent. Spitzenreiter ist dabei die Windenergie mit 33,8 Prozent, gefolgt von Biomasse, Photovoltaik und Wasserkraft.

Wer sich für Ökostrom entscheidet, will als Verbraucher seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Aber Vorsicht: Nicht jeder Ökostromtarif ist tatsächlich dazu geeignet. Zwar liefern alle zu 100 Prozent grüne Energie. Aber wirklich ökologisch ist ein Tarif erst, wenn er dafür sorgt, konventionellen Strom zu verdrängen und erneuerbare Energien auszubauen. "Wichtig ist, dass mehr umweltfreundlicher Strom ins Netz kommt", sagt Dominik Seebach vom Freiburger Öko-Institut. "Noch wichtiger ist, dass weniger konventioneller Strom ins Netz kommt."

Schummelangebote auf dem Ökostrom-Markt

Dem Strom aus der Steckdose sieht man nämlich nicht an, wie er produziert wurde. Physikalisch gesehen kommt die Elektrizität immer aus dem nächstgelegenen Kraftwerk – denn Strom fließt keine Umwege. Für grünen Strom zu zahlen macht also nur Sinn, wenn dadurch der Anteil ökologischer Energiequellen im Stromnetz insgesamt erhöht wird.

akw

Daher sollte man bei Ökostrom-Angeboten großer Energiekonzerne genau hinschauen. Oft haben diese Anbieter alle Arten der Energieerzeugung im Programm – Ökostrom für die grüne Klientel, konventionellen Strom für den großen Rest, den es nicht interessiert, dass sein Strom aus Kohle- und Atomkraft stammt. Das macht einen solchen Ökotarif allerdings zum Schummelangebot, denn der Strommix des Konzerns insgesamt bleibt unverändert und die ausgestoßene CO2-Menge gleich hoch.

Ökostrom sollte konzernunabhängig sein

Sauberen Ökostrom bekommt der grüne Verbraucher bei konzernunabhängigen Ökostromanbietern. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass ein Ökostromanbieter nicht verflochten ist mit einem Konzern, der auch Atom- und Kohlekraftwerke betreibt, dass er ausschließlich Ökostrom liefert und dass er bundesweit verfügbar ist. Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen empfehlen derzeit vier Anbieter: EWS Schönau, Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy. Zwar schwenken auch kommunale Stromversorger inzwischen glaubwürdig auf grüne Energie um, aber hier sollte man überprüfen, ob ein Stadtwerk nicht zu Teilen einem Atomkonzern gehört oder von diesem Strom bezieht.

Atomausstieg selber machen

Nähere Informationen zum Anbieterwechsel erteilt die kostenfreie Ökostrom-Hotline von Umweltverbänden und Verbraucherschutzorganisationen unter der Rufnummer 0800/7626852 (werktags 9 bis 17 Uhr).

Der Wechsel ist unkompliziert

Der Wechsel zu Ökostrom ist unkompliziert. Seit 1998 ist ein Stromwechsel für fast alle Haushalte und Unternehmer möglich. Die Verträge der Ökostromanbieter gibt es als Formulare auf den Internetseiten der Unternehmen. Zum Ausfüllen wird unter anderem die Stromzählernummer benötigt, die auf dem Gerät und in der Stromrechnung steht. Vom neuen Ökostromanbieter erhalten Sie kurz darauf eine schriftliche Bestätigung. Alles Weitere erledigt das Unternehmen, beispielsweise die Kündigung beim bisherigen Stromversorger. Allerdings kann der Wechsel aufgrund von Kündigungsfristen mehrere Wochen dauern. Die Stromversorgung bleibt in jedem Fall lückenlos gewährleistet.

wald

Auch in Sachen Service liegen Ökostromanbieter vorn. Die Stiftung Warentest hat EWS Schönau, Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy untersucht und das Informationsangebot für Neukunden mit "Gut" bewertet. Die Tarifbedingungen wie Kündigungsfristen, Zahlungsmodalitäten und Preisanpassungen schnitten ebenfalls verbraucherfreundlich ab. Die Studie ergab zudem, dass Ökostromkunden um bis zu 35 Prozent zufriedener waren als Kunden von konventionellen Energieanbietern.

 

 

Weitere Infos und Beratung:

Die Testergebnisse der Stiftung Warentest zu Ökostromanbieter: www.test.de
Deutsche Umwelthilfe: www.duh.de
Weitere Infos zu Ökostrom: www.atomausstieg-selber-machen.de